Trauer ist das Glück, geliebt zu haben von Chimamanda Ngozi Adichie

„Schuldgefühle nagen an meiner Seele. Ich denke an all die Dinge, die hätten geschehen können, und all die Möglichkeiten, die Welt umzugestalten, um zu verhindern, was am 10. Juni passierte, es un-geschehen zu machen.“ (Seite 21)

Wenige Tage vor dem Tod ihres Vaters kamen Chimamanda Ngozi Adichie, ihre Geschwister und ihre Eltern noch einmal bei einem Zoom-Meeting zusammen, und am Tag vor seinem Tod spricht Adichie zum letzten Mal mit ihrem geliebten Vater.

In Trauer ist das Glück, geliebt zu haben erzählt Adichie von Trauer und Schmerz, den sie körperlich spürt, von Erinnerungen an ihren Vater und verschiedenen Anekdoten, von Angst und Schuld, von Wut und Trauerprozess, von dem, was beim Trauern und Abschiednehmen hilft, und dem, was nicht hilft, von Lernerfahrungen und dem Vermächtnis ihres Vaters, von dem, was für immer verloren ist, und von dem, was bleibt.

In meinem Regal stehen seit ein paar Jahren mehrere Bücher von Adichie, trotzdem war Trauer ist das Glück, geliebt zu haben meine erste Lektüre der nigerianischen Autorin. Meine erste Begegnung war sehr positiv, so dass ich mich sehr auf weitere Bücher der Autorin freue.

In jeder Zeile ihres schmalen Buches spürt man die Liebe Adichies zu ihrem Vater und ihre unendliche Trauer über den Verlust. Adichie beschreibt ihre Trauer auf sehr authentische und überzeugende Weise, und jeder, der schon einmal einen geliebten Menschen verloren hat, wird sich in ihren Zeilen wiederfinden.

In Trauer ist das Glück, geliebt zu haben erfährt man als Leser mehr über Adichies Vater und ihre Familie, über die Autorin selbst und das Leben in Nigeria. Trauer ist das Glück, geliebt zu haben ist aber auch ein universelles Buch über Tod und Trauer. Mich hat der schmale Band sehr berührt, zudem ist das Buch sehr tröstlich, und allein der Titel ist wunderbar.

Chimamanda Ngozi Adichie: Trauer ist das Glück, geliebt zu haben. Aus dem Englischen von Anette Grube. S. Fischer Verlag, 2021, 80 Seiten; 16 Euro.

Dieser Post ist Teil meines Nigeria-Monatsthemas im September 2021.

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