Archiv der Kategorie: Vereinigtes Königreich

Das Igel-Tagebuch. Über die Hoffnung und einen stacheligen Gefährten von Sarah Sands

„Liebe ist eine Beziehung zwischen Dingen, die sterben.“ (Zitat des Philosophen Roger Scruton)

Sarah Sands pflegt ihren kranken Vater und findet zusammen mit ihrem zweijährigen Enkel einen kranken Igel in ihrem Garten. Sie nennen den Igel Horace und bringen ihn in Emma’s Hedgehog Hospital, eine lokale Igelstation. Dort wird der Igel untersucht, und es wird festgestellt, dass er erst vier bis sechs Wochen alt ist und dass es sich nicht um ein männliches Tier, sondern um ein Weibchen handelt, so dass Sarah den Igel Peggy nennt.

„Wer Erfahrung mit Igeln hat, weiß, dass man schnell handeln muss, wenn man einen kranken Igel retten möchte.“

Peggy ist sehr krank und ihr Leben hängt an einem seidenen Faden – genau wie das des Vaters von Sarah.

Und während Sarah ihren Vater betreut und pflegt, versucht sie immer mehr über Igel zu erfahren und sucht ganz gezielt nach Informationen.

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Tee, Tod und die versiegelte Tür (Ein Fall für Stockingham und Pike 1) von Ross Montgomery

„Abergläubische Menschen verbringen den Tag in Kirchen und bereiten sich auf das bevorstehende Chaos vor. Laut Aussage von Wissenschaftlern besteht nicht die geringste Gefahr. Die Erde taucht heute Abend um 23:30 Uhr Eastern Time in den Schweif des Kometen ein.“ (Seite 13)

18.05.1910: Der Halleysche Komet ist nur noch zwölf Stunden von der Erde entfernt – die Menschen erwarten ihr Ende oder dass der Komet an der Erde vorbeizieht, so wie er das immer schon getan hatte.

Stephen Pike tritt den zehn Meilen langen Weg nach World’s End, der größten Gezeiteninsel des Vereinigten Königreiches, an, kommt schließlich mit nassen Füßen, zu spät und mit zitternden Händen in Tithe Hall an.

Stephen stellt sich bei Mr. Stokes vor, ist wegen einer Anstellung als zweiter Hausdiener aus London angereist. Doch Stokes gibt an, das Haus sei geschlossen, ein Diener werde nicht gebraucht. Stephen kann jedoch einen Brief von Lettice Welt, einer Verwandten des Viscounts, des Herren vom Tithe Hall, vorzeigen, in dem Lettice Welt um die Anstellung von Stephen bittet. Und letztendlich bekommt Stephen die Stelle im Haus.

Der Viscount ist fest davon überzeugt, dass mit dem Halleyschen Kometen das Ende der Welt kommt. Er sorgt vor, möchte das ganze Haus gegen giftige Dämpfe abdichten, ordnet an, dass sich alle in ihren jeweiligen Räumen einsperren.

Am nächsten Morgen wird der Viscount tot in seinem Arbeitszimmer gefunden – mit einem Armbrustbolzen im Auge, seine Arbeitszimmertür noch von innen versiegelt.

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Lady Grace Mysteries. Giftmord von Grace Cavendish

„Alle Lady‑Grace‑Geschichten sind erfunden. Einige Figuren aber haben wirklich gelebt.“ (Seite 251)

Lady Grace Cavendish, eine Hofjungfer von Königin Elisabeth I., deren Mutter vor einem Jahr gestorben ist, schreibt Tagebuch. Darin erzählt sie ihre Geschichte, die vor mehr als 400 Jahren am englischen Königshof spielt.

Nach dem Tod der Mutter sucht die Königin selbst für Lady Grace einen Ehemann. Es gibt drei Verehrer, von denen Lady Grace beim Valentinsball einen auswählen soll.

Da ist zum einen Sir Charles, der Lady Grace das Reiten beibringt, deutlich älter ist als sie, aber ein freundliches Gemüt hat. Dann gibt es noch den arroganten Sir Gerald und den unsicheren, tollpatschigen Lord Robert.

Lady Grace entscheidet sich für Lord Robert. Doch dann wird Sir Gerald tot aufgefunden – mit einem Messer im Rücken.

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The Exes von Leodora Darlington

„James zu mögen ist schön. Wenn ich etwas durch meine Therapie-Sitzungen, die ich mir eigentlich gar nicht leisten kann, gelernt habe, dann, dass ich mich immer wieder zu den falschen Männern hingezogen fühle. Wie eine Motte ans Licht.“ (Seite 15)

Natalie sucht einen Mann, aber ihr passiert, was man in der Psychoanalyse Wiederholungszwang nennt: Sie sitzt immer wieder einem ähnlichen Muster auf, gerät an die falschen Männer, und die jeweilige Beziehung hat keine Zukunft.

Nun ist Natalie an James interessiert, der erschwerdenderweise ihr Vorgesetzter ist. Doch sie ist sich – trotz ihres Interesses an ihm – andererseits sicher, dass sie sich fernhalten sollte, weil es zu gefährlich ist, ihn in ihr Leben zu lassen.

Mit The Exes verfolgen wir Nathalies Leben von ihrer Kindheit mit dem gewalttätigen Vater über ihren ersten Ex Marc und die darauffolgenden Beziehungen. Leodora Darlington wechselt dabei zwischen den Zeiten, den Männern und der Erzählperspektive, erzeugt dadurch viel Spannung, und das Buch liest sich extrem abwechslungsreich.

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fundamentalös von Nussaibah Younis

„Ich hatte Streumunition erwartet, keine Konfettibomben.“ (Seite 12)

Frühjahr 2019: Dr. Nadia Amin, Dozentin für Kriminologie an der UCL, macht ein Sabbatical in Bagdad. Hier möchte sie ein Deradikalisierungsprogramm für IS‑Frauen leiten.

Sie trifft in Bagdad auf verschiedene Leute, mit denen sie zusammenarbeitet und die teilweise recht unnahbar oder suspekt auf sie wirken. Und auch das Programm findet keine rechte Unterstützung.

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Knochenkälte. David Hunter, Band 7 von Simon Beckett (Hörbuch)

„Die Toten machten mir keine Angst. Es waren die Lebenden, die mir Albträume bereiteten.“

David Hunter soll an einem Auftrag in den Cumbrian Mountains im Norden Englands arbeiten und fährt mit dem Auto nach Carlisle. Doch auf der Fahrt mit dem Auto bleibt er in einem Dorf liegen, denn nach einem Unwetter ist die Straße gesperrt, und es geht weder vor noch zurück.

Auf der Suche nach einem Handysignal, um den Leuten in Carlisle zumindest Bescheid geben zu können, warum er noch nicht aufgetaucht ist und dass er auf unbestimmte Zeit in einem Dorf feststeckt, begibt sich Hunter auf Empfehlung einer Dorfbewohnerin in eine Fichtenplantage. Dort läuft er durchs Gelände und findet schließlich ein menschliches Skelett.

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Was wir wissen können von Ian McEwan

„Und inmitten all dieses Unheils schuf die Weltliteratur ihre schönsten Klagegesänge, hinreißend nostalgisch, voll beredter Wut – Meisterwerke, so unser Versprechen, die wir gemeinsam studieren würden.“ (Seite 73)

Mai 2119: Der Literaturwissenschaftler Thomas Metcalfe recherchiert zu den Jahren 1990 bis 2030, liest 12 Bände von Vivien Blundys Tagebüchern. Sie war die Ehefrau des großen Dichters Francis Blundy, der ihr 2014 zum Geburtstag ein Gedicht geschrieben hat – „Ein Sonettenkranz für Vivien“ -, das seither verschollen ist.

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Ein mysteriöser Gast. Zimmermädchen Molly Gray ermittelt von Nita Prose (Hörbuch)

„Und was ist Hoffnung, wenn nicht der Entschluss, Licht ins Dunkel zu bringen?“ (Track 88)

Molly Gray ist Chefzimmermädchen im Regency Grand Hotel, und eines Morgens wird im Teesalon ein toter Mann gefunden: der berühmte, preisgekrönte Bestsellerautor J.D. Grimthorpe, ein Krimi-Autor mit großen Ambitionen, der als reizbar galt.

Dies ist nicht die erste Begegnung zwischen Molly und dem Schriftsteller. Molly erzählt in Ein mysteriöser Gast sowohl von ihrer eigenen Geschichte und dem Leben mit ihrer Großmutter sowie von der Begegnung mit Grimthorpe, als sie noch ein Kind war, als auch vom Kriminalfall und deren Auflösung.

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Bummelzug nach Istanbul. Ein Bahnabenteuer auf den Spuren des Orient-Express von Tom Chesshyre

„Du weißt, was Interrail ist? […] Die Pässe kosten gerade nur die Hälfte.“ (Seite 8)

Zum 50-jährigen Jubiläum von Interrail sind die Pässe deutlich günstiger, und der Autor und sein Freund Danny beschließen, die berühmte Orient-Express-Strecke auf langsame und günstige Weise zurückzulegen.

Sie reisen gemeinsam von London über Paris, Straßburg, Nürnberg, Passau, Bratislava, Budapest, Bukarest, Sofia bis nach Istanbul.

Der Autor Tom Chesshyre fährt dann allein zurück und kommt mit dem Zug durch Thessaloniki, Athen, Bari, Napoli, Milano, Zermatt, Luxemburg, Waterloo, Gent, Rotterdam, bis er wieder in London eintrifft.

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Bei aller Liebe von Jane Campbell (Hörbuch)

„Es würde zu lange dauern, das enges Bündnis der Widersprüche in der Natur des Menschen zu erklären, das die Liebe gelegentlich das Aussehen des zum Letzten entschlossenen Verrates gibt. Vielleicht gibt es auch keine brauchbare Erklärung.“ (Zitat von Joseph Conrad)

Im Jahre 1941, mitten im Blitzkrieg, wird die junge Sophy von einer Explosion erfasst. In letzter Sekunde rettet sie der Sanitäter Joe, trägt sie in Sicherheit – und noch in dieser Nacht kommen sich die beiden näher. Am Morgen trennen sich ihre Wege.

Fünf Jahre später schreibt Sophy, inzwischen glücklich mit Kurt verheiratet und Mutter der kleinen Agnes, einen Brief an Joe. Darin erzählt sie ihm nicht nur von ihrer Erinnerung an jene Nacht, sondern gesteht ihm auch die Möglichkeit, dass er Agnes’ leiblicher Vater sein könnte.

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