Schlagwortarchiv: Autorenlesung

Memories of Heidelberg von Heinz Strunk (Hörbuch)

„Sie bringt mein Herz zum Rasen, früher vor Verlangen, jetzt vor Angst.“ (Track 2)

Isolde und Bertram sind seit 18 Jahren verheiratet, sie haben sich ins Boutiquehotel Kurpfalz am Neckarufer eingebucht, sind zum x-ten Mal in Heidelberg, leben eigentlich in Oldenburg, und die Zeit in Heidelberg soll ihr Eheleben wieder aufpeppen.

Nach der Ankunft müssen sie den Schlüssel für ihr Hotelzimmer auf dem Gastro-Schiff Karolina abholen. Sie beschließen, hier gleich zu essen, verbringen einen guten Abend auf dem Schiff. Und so enden sie Abend für Abend wieder auf der Karolina, auch wenn diese Abende schon bald nicht mehr lecker und aufregend, sondern eher quälend sind.

Die gesamte Zeit in Heidelberg ist alles andere als ein fröhlicher Urlaub, der das Potenzial hat, die Beziehung zu retten: Das Hotel ist weniger gut als erwartet. Isolde nörgelt, Bertram ist genervt. Dem Hörer beziehungsweise Leser wird hier sehr detailliert die Dynamik zwischen den beiden verdeutlicht.

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Kein Geld, kein Glück, kein Sprit von Heinz Strunk (Hörbuch)

„Glauben ist leichter als Zweifeln.“ (Track 17)

Heinz Strunk erzählt in seinem Buch erzählt unter anderem von Sonja, die ihren Schluckauf nicht loswird und aus Verzweiflung ihr Leben beenden will. Er berichtet auch von einem Sprecher, dem keiner mehr zuhören möchte, von Horst, der versucht, seinem Schicksal zu entfliehen, und von einer Frau, die sich lediglich die Nase operieren lassen möchte, dann jedoch an einen vollkommen unfähigen und zweifelhaften Schönheitschirurgen gerät.

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Russische Spezialitäten von Dmitrij Kapitelman (Hörbuch)

„Ich trage eine Sprache wie ein Verbrechen in mir und liebe sie doch, bei aller Schuld.“ (Track 5)

Dimitrijs Eltern betrieben 30 Jahre lang einen Laden für russische Spezialitäten, ein Magasin. In ihrer neuen Heimat Leipzig verkauften sie Pelmeni, Wodka, Krimsekt und andere Dinge, die an ihr Leben in der Sowjetunion erinnerten.

Nun ist der Vater tot, und die Mutter berentet, den Laden gibt es nicht mehr, doch die Erinnerungen daran sind nach wie vor lebendig.

Dimitrijs Mutter wurde in Sibirien geboren, verbrachte ihre Kindheit und Jugend in Moldawien und zog volljährig nach Kyjiw. In Russland selbst verbrachte sie nur wenig Zeit. Doch im Ukraine-Krieg steht sie vollkommen hinter Putin und Russland, sieht die Ukraine als Feind, die Kriegsberichte als Fake. Mutter und Sohn entzweien sich dadurch immer mehr, und Dimitrij reist schließlich nach Kyjiw, um seiner Mutter von der Realität des Krieges berichten zu können.

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Sternengeschichten. Die Geheimnisse des Universums von Florian Freistetter (Hörbuch)

„Aber Menschen, die so einen irrationalen Unsinn glauben, die glauben ihn eben. Und Glaube lässt sich nicht weg argumentieren. Wenn man für rationale Argumente wäre, dann würde man das Irrationale ja nicht glauben. Aber Wissen und Glaube, Rationalität und Irrationalität, das alles spielt keine relevante Rolle. Was wichtig ist, ist die Faszination.“ (Track 116)

Der Astronom und Scienceblogger Florian Freistetter erzählt in seinem Hörbuch Sternengeschichten. Die Geheimnisse des Universums von Sternen und Planeten, Mond und Sonnensystem, Kuipergürtel und Kometen, Geburt und Tod von Sternen, Milchstraße und Andromedagalaxie, Frauen in der Astronomie und Physik, Planetarium, Astrologie und Feiertagen sowie vom Ende von allem.

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Der stärkste Stoff. Psychedelische Drogen – Waffe, Rauschmittel, Medikament von Norman Ohler (Hörbuch)

„Vergangenen Freitag, den 16. April, musste ich mitten im Nachmittag meine Arbeit im Laboratorium unterbrechen und mich nach Hause in Pflege begeben, da ich von einer merkwürdigen Unruhe, verbunden mit einem leichten Schwindelgefühl, befallen wurde. Zu Hause legte ich mich nieder und versank in einen nicht unangenehmen rauschartigen Zustand, der sich durch eine äußerst angeregte Fantasie kennzeichnete. Bei geschlossenen Augen (das Tageslicht empfand ich als unangenehm grell) drangen ohne Unterbruch fantastische Bilder von außerordentlicher Plastizität und mit intensivem, kaleidoskopartigem Farbenspiel auf mich ein.“ (Track 17, aus den Aufzeichnungen von Albert Hofmann)

Norman Ohler widmet sich in seinem Sachbuch dem Halluzinogen Lysergsäurediethylamid (LSD) und stellt seine Bedeutung als Medikament, als Waffe und als Rauschmittel vor.

Ohler berichtet u.a. von Mutterkornvergiftungen und Ergotamin, vom Schweizer Unternehmen Sandoz und von Albert Hofmann, von Aldous Huxley und Timothy Leary, Nationalsozialismus und 2. Weltkrieg, geheimen Experimenten an psychiatrischen Patienten und Militärforschung, Chlorpromazin und Modellpsychose, Hirnkriegsführung und Geheimdienst, Psilocybin und Heilkunst, J.F. Kennedy und The Beatles, Microdosing und therapeutischem Einsatz von LSD.

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Der totale Rausch. Drogen im Dritten Reich von Norman Ohler (Hörbuch)

„Man verzichtet doch nicht aufs Pervitin, weil es vielleicht etwas gesundheitsschädlich sein könnte. Wenn man ohnehin dazu bestimmt ist, in Kürze zu fallen!“ (Track 47)

Die Verbreitung von Drogen im Dritten Reich war lange ein eher unbekanntes Thema, und eine umfassende Darstellung, wie Rauschmittel den Alltag im Dritten Reich und den Verlauf des Zweiten Weltkriegs prägten, fehlte bis zur Veröffentlichung von Norman Ohlers Sachbuch, das ich bereits 2015 gelesen und nun als Autorenlesung gehört habe.

Für sein Buch hat Ohler unzählige, oftmals unveröffentlichte Quellen recherchiert. In Der totale Rausch erzählt er von der Volksdroge Pervitin (Methamphetamin, heute bekannt als Crystal Meth), die 1938 in den Temmler-Werken entwickelt wurde, vom extensiven Gebrauch der Droge in der Allgemeinbevölkerung, vom Einsatz von Pervitin im Zweiten Weltkrieg, von Blitzkrieg und Kriegsverlauf, von Adolf Hitler und seinem Leibarzt Theodor Morell, von Kriegsende und Hitlers Suizid.

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Maxima Culpa. Jedes Verbrechen beginnt im Kopf von Joe Bausch (Hörbuch)

„Vor ein paar Jahren habe ich von einer ziemlich ausgefallenen Statistik erfahren. Demnach begegnet jeder von uns während seines Lebens im Durchschnitt rund sechsunddreißig Mördern, einundfünfzig Sexualstraftätern und Vergewaltigern sowie rund dreihundertsiebzig Psychopathen.“ (Track 1)

Joe Bausch arbeitete 32 Jahre als Anstaltsarzt in der Justizvollzugsanstalt Werl und erzählt in Maxima Culpa von besonders spannenden und spektakulären Kriminalfällen.

In Maxima Culpa geht es u.a. um Sicherungsverwahrung und Todesstrafe, Vergiftungen und Tötung durch Krankenpflegepersonal, Sexualstraftaten und Amoklauf.

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Du darfst nicht alles glauben, was du denkst. Meine Depression von Kurt Krömer (Hörbuch)

„Die Depression verändert eben auch dein Wesen. Du wirst fremdbestimmt, irgendetwas macht dich zu einem komplett anderen Menschen, der nicht mehr lacht, der keine Emotionen mehr hat, dem alles zu viel ist.“ (Track 23)

Alexander Bojcan, der auf der Bühne und im Fernsehen Kurt Krömer spielt, erzählt in Du darfst nicht alles glauben, was du denkst von seinen depressiven Episoden. Er thematisiert dabei u.a. Alkoholabhängigkeit und Entzug, Panikattacken und Hypochondrie, Scham und Erektionsstörungen, Melancholie und Grübeln, ambulante Psychotherapie und Klinikaufenthalt sowie den Weg zur Genesung.

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Der Fallmeister. Eine kurze Geschichte vom Töten von Christoph Ransmayr (Hörbuch)

„Wie dünn, möglicherweise bloß hauchzart, war die Membran, die das Innerste eines friedlichen, Musik und Malerei und dazu Süßigkeiten, seine Kinder oder wenigstens sein Vieh liebenden Menschen von einer tief in ihm kauernden Bestie trennte.“ (Track 39)

Fünf Menschen ertrinken, als ihr Langboot im Wildwasser des Weißen Flusses den Großen Fall hinunterstürzt. Der Schleusenwärter, ein „Fallmeister“ und Vater des Erzählers, hätte dieses Unglück verhindern müssen. Aber handelt es sich überhaupt um einen Unfall oder (wie der Sohn meint) um Mord?

Neben der Geschichte des Unglücks erzählt Christoph Ransmayr in seiner Dystopie, in der Europa in einen Vielstaatenkontinent zerfallen ist und Kriege um Wasser an der Tagesordnung sind, unter anderem von den Weißen und den Roten Khmer, vom Alten Ägypten und Tutanchamun sowie von der inzestuösen Beziehung zwischen dem Erzähler und seiner Schwester.

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Abschiedsfarben von Bernhard Schlink (Hörbuch)

„Ich dachte lange, eine Beerdigung würde helfen, vom Gestorbenen Abschied zu nehmen. […] Aber eine Beerdigung hilft nicht. […] Es hilft, beim Sterben dabei zu sein.“ (CD 1, Track 1)

Bernhard Schlink erzählt in Abschiedsfarben von Abschied und Tod, Freundschaft und Verrat, Vertrauen und Lügen, Schuld und Sühne, Angst und Erleichterung.

Der Leser/Hörer erfährt z.B. von Andreas, dessen Flucht aus der DDR vereitelt wurde und dessen Tochter nach seinem Tod seine Stasi-Akte anfordern will, von einem Mann, der anscheinend den Mord an seiner Nachbarin beobachtet hat, der sich jedoch in Schweigen hüllt und darauf beharrt, nichts gesehen zu haben, und von einem Paar, das sich gemeinsam in ihrem Bad suizidiert.

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