Der Fundamentalist, der keiner sein wollte von Mohsin Hamid

In Alt-Anarkali trifft der Pakistani Changez auf einen Amerikaner, dem er einen langen Monolog über sein Studium in Princeton, seinen Job bei Underwood Samson und die Veränderungen in seinem Leben nach dem 11. September 2001 hält.

Changez korrigiert das stereotype Bild, das manch Europäer/Amerikaner von einem Pakistani/Muslim haben mag, spricht sich gegen Vorurteile aus und versucht, dem Amerikaner seine Sicht der Dinge und seine Weltanschauung nahe zu bringen. Er beschreibt, wie der geschätzte Mitarbeiter und unauffällige Pakistani, der in der Metropole New York lebt und dort in der bunten Vielfalt der Masse verschwindet, nach dem 11. September zum gefährlichen Quasi-Attentäter wird, der misstrauisch beobachtet wird und plötzlich auffällig und anders ist.

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte ist ein Buch über die Unterschiede zwischen Orient und Okzident, über die Gedanken eines Menschen, der sich in der Ferne heimisch fühlte, nun jedoch schmerzlich erfahren muss, dass die neue Heimat die alte Heimat zum Feind gemacht hat, ein Buch über die Macht von Vorurteilen und die Schwierigkeit, diese überwinden zu können, ein Buch über die Veränderung von Überzeugungen und Einstellungen.

Mohsin Hamid: Der Fundamentalist, der keiner sein wollte. Übersetzung von Eike Schönfeld. DuMont Buchverlag, 2017, 190 Seiten; 10 Euro.

Dieser Post ist Teil des Pakistan-Monatsthemas im April 2020.

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