Verflucht sei Dostojewski von Atiq Rahimi

„Aber ich komme, um verhaftet zu werden. Ich bin ein Verbrecher.“ – „Dann kommen Sie morgen wieder. Heute ist niemand da.“

Der ehemalige Jura-Student Rassul lebt in Kabul und tötet eines Tages aus Armut die Wucherin Nana Alia, verlässt ihre Wohnung jedoch ohne Schmuck, Geld oder andere Wertgegenstände.

Rassul wird geplagt von seinem Gewissen, er muss ständig an Dostojewskis Raskolnikow denken, und so sucht er nach jemandem, der sein Verbrechen bestraft. Doch im kriegsgebeutelten Kabul der Religionsfanatiker gibt es niemandem, der sich für Rassuls Belange und sein Geständnis interessiert, denn er lebt in einem Land, „in dem der Verrat schwerer wiegt als das Verbrechen. Egal, ob man tötet, stiehlt oder vergewaltigt… Es zählt einzig, dass man keinen Verrat begeht. Dass man Allah nicht verrät, seinen Clan, seine Familie, sein Vaterland, seinen Freund…“. Verflucht sei Dostojewski von Atiq Rahimi weiterlesen

Als ob es kein Morgen gäbe von Rawi Hage

Beirut galt einst als das „Paris des Nahen Ostens“, bevor es während des libanesischen Bürgerkrieges (1975-1990) und schließlich im Verlauf des Libanonkrieges 2006 bombardiert und zu großen Teilen zerstört wurde.

Bassam und sein Freund George leben in Beirut und ergaunern sich Geld, während die Stadt mehr und mehr zerstört wird und Unzählige bei Bombardements sterben.

Bassam träumt von Rom, wo seiner Meinung nach die Welt noch in Ordnung ist und das Glück wartet. George schließt sich einer christlichen Miliz an und zieht in den Krieg. Aus den alten Freunden werden schließlich Todfeinde. Als ob es kein Morgen gäbe von Rawi Hage weiterlesen

Nachts ist es leise in Teheran von Shida Bazyar

„Was kommt eigentlich nach einer Revolution?“

Teheran im Jahre 1979: Der 27-jährige Behsad kämpft nach dem Sturz des Schahs für eine gerechtere Welt und lernt bei einem Treffen der kommunistischen Bewegung Nahid kennen, in die er sich verliebt. Nachdem die Situation im Land für Kommunisten immer gefährlicher und der beste Freund Behsads inhaftiert wird, fliehen die beiden – die mittlerweile miteinander verheiratet sind – aus dem Iran. Nachts ist es leise in Teheran von Shida Bazyar weiterlesen

Allein unter Flüchtlingen von Tuvia Tenenbom

„Durch die Öffnung seiner Grenzen für die Flüchtlinge hat sich Deutschland große Anerkennung erworben. Doch durch die absolute Planlosigkeit, was mit den Flüchtlingen zu tun ist, sobald sie einmal im Land sind, hat es ihr Schicksal besiegelt. Was die Flüchtlinge in diesen Lagern durchmachen – von endloser Langeweile über erschreckende Messerstechereien, kaputte Toiletten und fades Essen bis zum Zusammenpferchen ehemaliger Feinde und der mangelhaften Hygiene in allen Räumen -, wird Folgen für ihr gesamtes späteres Leben haben.“

Tuvia Tenenbom ist durch Deutschland gereist, um ein Buch über Flüchtlinge zu schreiben. Unterwegs sucht er Personen auf, die aus ihrer Heimat geflohen sind, und solche, die Flüchtlingen helfen wollen, spricht mit Menschen, die keine Flüchtlinge im Land haben möchten, stellt Politikern wie Gregor Gysi, Frauke Petry und Henriette Reker unangenehme Fragen, interviewt Lutz Bachmann und Akif Pirinçci, trifft sich mit dem Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland und mit Antifa-Aktivisten, besucht Flüchtlingsheime in Berlin, in ostdeutschen und bayerischen (Klein-) Städten und in anderen Regionen Deutschlands – und stellt so Vergleiche an und versucht zu verstehen, was in Deutschland passiert und warum es passiert ist. Allein unter Flüchtlingen von Tuvia Tenenbom weiterlesen

Die Orangen des Präsidenten von Abbas Khider

„Die Welt war ausgeknipst.“

Nach ihrer letzten Abiturprüfung wollen der Ich-Erzähler Mahdi und sein Freund Ali feiern und brechen zu einer Spritztour mit einem geliehenen Auto auf. Unterwegs werden sie von der Polizei aufgegriffen und inhaftiert. Mahdi weiß anfangs selbst nicht, was ihm vorgeworfen wird, er ist unschuldig, wird immer wieder brutal gefoltert und bleibt schließlich zwei Jahre im Gefängnis. Die Orangen des Präsidenten von Abbas Khider weiterlesen

Inside IS – 10 Tage im „Islamischen Staat“ von Jürgen Todenhöfer

„Krieg ist der Terror der Reichen, Terror der Krieg der Armen.“

Jürgen Todenhöfer berichtet in Inside IS einleitend von Al Qaida und Abu Musab Al Zarkawi, von Osama bin Laden und Ayman Al Zawahiri, von IS/ISI/ISIS und Abu Bakr Al Baghdadi, von der Geschichte des Islamischen Staates und dem Einfluss der USA. Dabei zieht er Parallelen zu anderen Epochen, Regionen und zu den Angriffskriegen des Westens und macht so deutlich, dass der Terror des IS nicht neu ist und worin die Ursachen für das Entstehen und das Erstarken des IS liegen. Inside IS – 10 Tage im „Islamischen Staat“ von Jürgen Todenhöfer weiterlesen

Tribunal von André Georgi

„Sie hatte inzwischen mehr fremde Erinnerungen als eigene.“

Jasna Brandic ist Ermittlerin des Tribunals in Den Haag und hat es endlich geschafft, einen Kronzeugen aufzuspüren, der gegen den Massenmörder Marko Kovac aussagen wird. Kurz vor der Verhandlung wird der Kronzeuge erschossen, und es sieht fast so aus, als würde es niemanden mehr geben, der gegen den serbischen Kriegsverbrecher aussagen könnte. Tribunal von André Georgi weiterlesen

Gewürze von Lior Lev Sercarz

„Mein Ziel ist es, jeden zu ermutigen, etwas Neues auszuprobieren, die nächste Stufe des Kochens zu erreichen und die Küche als unerschöpfliche Inspirationsquelle zu erfahren.“

Lior Lev Sercarz wuchs im Norden Israels in einem Kibbuz auf und machte während seiner Kindheit häufig Erfahrung mit fadem Essen. Nach und nach entdeckte er die Welt der Gewürze und lernte, wie er diese verwenden und kombinieren muss, um beste Kochergebnisse zu erhalten und besondere Geschmackserlebnisse zu erfahren. Gewürze von Lior Lev Sercarz weiterlesen

The Travel Episodes. Neue Geschichten für Abenteurer, Glücksritter und Tagträumer von Johannes Klaus (Hrsg.)

„Reisen ist anstrengend und lästig. Reisen ist mühsam und bitter.“

Nach einem Vorwort von Andreas Altmann, der mich – obwohl ich seine Bücher und seinen Schreibstil eigentlich nicht mag – sehr neugierig auf Travel Episodes II gemacht hat, kommen über 20 Reiseblogger zu Wort, die von ihren Erlebnissen in der weiten Welt berichten. The Travel Episodes. Neue Geschichten für Abenteurer, Glücksritter und Tagträumer von Johannes Klaus (Hrsg.) weiterlesen

Am Ende bleiben die Zedern von Pierre Jarawan

„So merkwürdig es klingt: Die Vorstellung, dass es kein Mensch erleben wird, wenn die Zedern sterben, hat etwas Beruhigendes.“

Samir ist in Deutschland aufgewachsen, doch seine Eltern stammen aus dem Libanon, von dem Samirs Vater stets mit großer Sehnsucht, Hingabe und Leidenschaft spricht.

Bei einem Dia-Abend zeigt der Vater Fotos von seinem Leben im Libanon. Auf einem dieser Bilder trägt er Uniform und Waffe, steht neben einem Mann, den Samir nicht kennt. Dieses Foto verändert das Leben von Samir und seiner Familie nachhaltig: Wenige Tage nach dem Dia-Abend verlässt Samirs Vater seine Frau und seine beiden Kinder und verschwindet spurlos. Am Ende bleiben die Zedern von Pierre Jarawan weiterlesen