Schlagwort-Archive: Tod

Sterben im Sommer von Zsuzsa Bánk (Hörbuch)

„weil man nie weiß, was schlimmer ist, das Warten oder aber das Ende des Wartens.“ (CD 2, Track 17)

Die Autorin fährt mit ihrem kranken Vater in seine alte Heimat Ungarn, damit er ein letztes Mal am Balaton sein, den Sommer spüren, alten Gewohnheiten nachgehen kann. Doch kaum sind sie in Ungarn, geht es ihm schlechter, er bekommt Fieber, muss ins Krankenhaus.

Sie spielt ihm Zuversicht vor, doch ihre Hoffnung auf Besserung schwindet von Tag zu Tag.

In Sterben im Sommer erzählt Zsuzsa Bánk vom Leben ihres Vaters, von den Stationen seiner Krankheit, vom Sterbeprozess, vom Abschiednehmen, von der Trauer und ihrem Leben ohne ihren Vater.

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Wo die Toten tanzen. Wie rund um die Welt gestorben und getrauert wird von Caitlin Doughty

„Ich wollte mit eigenen Augen sehen, wie in anderen Kulturen mit dem Tod umgegangen wird, weil ich glaubte, dann vielleicht zeigen zu können, dass es keine reglementierte Art gibt, mit dem Tod zu ‚verfahren‘ oder ihn zu verstehen.“ (Seite 16)

Caitlin Doughty führt in Los Angeles ein Bestattungsinstitut und setzt sich mit dem von ihr gegründeten „Order of the Good Death“ dafür ein, dass sich Menschen wieder stärker mit dem Tod und den Toten konfrontieren.

In Wo die Toten tanzen erzählt Doughty unter anderem von Scheiterhaufenverbrennung in Colorado, Días de los Muertos in Mexiko, der Forschungsstation FOREST, Glassärgen in Spanien, ñatitas in Bolivien, Katakomben von Neapel, Türmen des Schweigens und Himmelsbestattungen in Tibet.

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Lincoln im Bardo von George Saunders

„Es ist schwer, so schwer, ihn gehen zu lassen!“ (Seite 64)

Willie Lincoln, der dritte Sohn des Präsidenten Abraham Lincoln, starb am 20. Februar 1862 im Alter von 11 Jahren an Typhus.

In der Nacht nach der Beerdigung auf dem Oak Hill Cemetery in Georgetown kehrt der trauernde Präsident zurück auf den Friedhof, betritt die Gruft und öffnet den Sarg, um den geliebten Sohn ein letztes Mal im Arm zu halten.

Willie befindet sich im Bardo, laut tibetanischer Lehre das Reich zwischen Diesseits und Jenseits, und mit dem Besuch des Vaters auf dem Friedhof erwachen die Geister der Toten, der Geschichte und der Literatur und sprechen miteinander über den Vater, den Sohn, die Krankheit, den Tod, das Nicht-Verstehen des tragischen Verlusts eines wichtigen Menschen, die Liebe. Lincoln im Bardo von George Saunders weiterlesen

Alles, was bleibt. Mein Leben mit dem Tod von Sue Black

„Todeserfahrungen verändern nicht nur die Einstellung zu den Dingen, sondern manchmal sogar ganze Lebenswege.“ (Seite 102f)

Sue Black ist weltweit eine der bedeutendsten forensischen Anthropologinnen. In Alles, was bleibt erzählt sie in einer Einführung von der Bedeutung des Todes in der heutigen Gesellschaft, von unserem Umgang mit dem Tod, jedoch auch von ihrem eigenem Leben und von ihrem Weg in die Anatomie und in die forensische Anthropologie.

In den nachfolgenden Kapiteln bietet Black tiefe Einblicke in ihr Fachgebiet, berichtet unter anderem von Verwesungsstadien, dem eigenen Umgang mit Sterben und Tod, Beerdigungsriten, Sterbehilfe, Kannibalismus, Möglichkeiten der Identifizierung von aufgefundenen Toten durch Geschlechts-/Alters-/Abstammungs- und Größenbestimmungen, Kosovokrieg und Massenkatastrophen. Alles, was bleibt. Mein Leben mit dem Tod von Sue Black weiterlesen

So stirbt man also. Was Sie schon immer über den Tod wissen wollten von Marc Ritter und Tom Ising

„Es soll und kann nicht trösten, es soll und darf keine Angst machen, und es kann und will diese nicht nehmen und schon gar nicht aus der Welt schaffen.“ (Seite 7)

Marc Ritter und Tom Ising sprechen in So stirbt man also verschiedene Facetten von Tod und Sterben an, und das Resultat ist ein Sachbuch, das einen sehr detaillierten und breiten Einblick ins Thema Vergänglichkeit bietet.

Die Autoren schreiben z.B. über Sterbephasen, Weiterleben nach dem Tod, Suizid, letzte Worte, Autopsie, Lebenserwartung, Todesursachen, Mumifizierung, Kryonik, Viren, Sterbehilfe, Testament, Staatstrauer, Totenschein, Todesstrafe, Transplantation, Grabbeigaben, Bestattungsarten, Taphophilie, Sterbebegleitung und Día de los muertos.

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Dieser Mensch war ich. Nachrufe auf das eigene Leben von Christiane zu Salm

„[…] und dann habt Spaß. Jeden Tag, bis zum letzten.“

Christiane zu Salm ist ehrenamtliche Sterbebegleiterin und hat Sterbende gefragt, wie sie im Angesicht des Todes auf ihr Leben zurück blicken. Diese Nachrufe berichten von Glück und von Traurigkeit, von Liebe und von Verbitterung, von Einsamkeit und Erfüllung, von verpassten Chancen und von begangenen Fehlern.

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Vergänglichkeit-Monatsthema im November 2020

Wandrelief: „Die Zeit flieht“. Eigene Aufnahme.

Wenn ich als Kind aus meinem Kinderzimmerfenster geschaut habe, habe ich den Tod gesehen: Am gegenüberliegenden Haus gab es ein Wandrelief mit dem Sensenmann, der eine Sanduhr in der Hand hält.

Vielleicht hat mich das mehr geprägt als damals gedacht, denn seit ich denken kann, bin ich vom Tod fasziniert und habe Angst vor dem Tod.

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Abschiedsfarben von Bernhard Schlink (Hörbuch)

„Ich dachte lange, eine Beerdigung würde helfen, vom Gestorbenen Abschied zu nehmen. […] Aber eine Beerdigung hilft nicht. […] Es hilft, beim Sterben dabei zu sein.“ (CD 1, Track 1)

Bernhard Schlink erzählt in Abschiedsfarben von Abschied und Tod, Freundschaft und Verrat, Vertrauen und Lügen, Schuld und Sühne, Angst und Erleichterung.

Der Leser/Hörer erfährt z.B. von Andreas, dessen Flucht aus der DDR vereitelt wurde und dessen Tochter nach seinem Tod seine Stasi-Akte anfordern will, von einem Mann, der anscheinend den Mord an seiner Nachbarin beobachtet hat, der sich jedoch in Schweigen hüllt und darauf beharrt, nichts gesehen zu haben, und von einem Paar, das sich gemeinsam in ihrem Bad suizidiert.

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Der letzte Satz von Robert Seethaler

„Er dachte an die Musik. In der Dunkelheit konnte er ihre Anwesenheit fühlen, als sei sie ein Lebewesen, das atmete und dessen gewichtsloser Körper sich immer weiter ausdehnte, bis er das ganze Zimmer auszufüllen schien.“ (Seite 14)

Gustav Mahler befindet sich an Bord der Amerika und kehrt nach einem längeren Aufenthalt in New York zurück nach Europa. Mahler, der zeit seines Lebens kränklich war und von diversen körperliche Erkrankungen gequält wurde, wird immer schwächer und spürt seinen nahenden Tod.

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Marianengraben von Jasmin Schreiber

„Das, was ich mir am meisten wünsche, ist, dass du in deinen letzten Sekunden nicht an mich gedacht hast, nicht gedacht hast, dass ich da sein müsste […].“ (Seite 44)

Paulas zehnjähriger Bruder Tim ist im Meer ertrunken. Paula kämpft mit Gefühlen von Trauer und Traurigkeit, fühlt sich schuldig, und danach kommt eine Zeit der großen Leere, des Gefühls der Gefühllosigkeit. Auch eine Psychotherapie hilft ihr nicht, wieder aus der Depression aufzutauchen.

Als sie nachts Tims Grab besucht, trifft sie auf den 83-jährigen Helmut, der gerade die Urne seiner Ex-Frau und Freundin Helga ausbuddelt.

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