
„Anfangs rief ich Gott um Hilfe – ich, der ich mein Lebtag mit meinem Atheismus geprahlt hatte. Doch angesichts der Allmacht der Militärpolizei konnte Gott nichts ausrichten! Ich fragte grollend: Wo ist Gott? Hof 1 ist der größte Beweis für die Nichtexistenz eines Wesens namens Gott!“ (Seite 42)
Der Protagonist des Romans stammt aus einer arabischen Familie christlich-katholischen Glaubens, hat sechs Jahre in Frankreich gelebt und an einer Pariser Filmhochschule studiert, doch dann beschließt er, in seine syrische Heimat zurückzukehren.
Am Flughafen in Damaskus wird er vom Geheimdienst empfangen, in ein Gebäude in der Nähe gebracht und gefoltert. Ihm wird vorgeworfen, der verbotenen Muslimbruderschaft anzugehören, und als er sich als Christ bzw. Atheist zu erkennen gibt, wird er in das berühmt-berüchtigte Wüstengefängnis bei Palmyra (Tadmor) gebracht, wo er die nächsten 13 Jahre seines Lebens verbringen wird.
Das Schneckenhaus. Tagebuch eines Voyeurs von Mustafa Khalifa weiterlesen
„Syriens kollektive Tragödie besteht aus Millionen individuellen Tragödien […].“
„Das schöne Leben von vorher ist tot.“



„Die Angst steht den Menschen im Gesicht geschrieben. Man wartet darauf, dass die Revolution die Stadt erobert.“
„Krieg ist der Terror der Reichen, Terror der Krieg der Armen.“
„Aber warum ein Suppenbuch und keines über die Mediterrane Küche, über Salate oder Sandwiches? Weil eine Suppe nicht nur nahrhaft ist, sondern auch Trost und Wärme schenkt.“