
„Was für mich außerhalb meiner Vorstellungskraft liegt, ist für Abermillionen von Lebewesen da draußen alltägliche Realität. Sie wandern, fliegen und schwimmen um die Welt.“ (Seite 12)
Sophia Kimmig erzählt in ihrem Buch initial von einem Polarfuchs, der in 76 Tagen über 4.000 Kilometer zwischen Spitzbergen und Ellesmere Island/Kanada zurücklegt.
Nach dieser Einstiegsgeschichte berichtet sie von der Entwicklung des Lebens auf der Erde, von der Anpassung von Tieren an Lebenswelten, von Fortbewegung im Wasser, an Land und in der Luft, von symbiotischen Beziehungen zwischen Clownfisch und Anemone, von modularen und unitären Organismen, von Vogelzug und Winterschlaf, der Sargassosee und Aalen, vom Sonnenkompass und Erdmagnetfeld, von Neobiota und Paradiesvögeln, von Massensterben und dem Anthropozän.
Ich habe von Kimmig bereits Von Füchsen und Menschen sowie Lebendige Nacht gelesen, die mir beide sehr gut gefallen haben. Deshalb war ich sehr gespannt auf Move!.
Auch dieses Buch ist wunderbar und erzählt bildhaft, lebendig und stimmungsvoll von Tieren und Fortbewegung. Beim Lesen spürt man die Faszination der Autorin für Tiere, und diese Faszination steckt den Leser an und lässt ihn mitstaunen.
Das Buch ist durchweg fundiert, enthält ein sehr ausführliches Quellenverzeichnis und liest sich dabei sehr unterhaltsam. Begleitet werden die Texte von einigen Schwarz-Weiß-Fotos.
Ich kann dieses Buch sehr empfehlen und hatte hier viel Vergnügen bei der Lektüre.
„Ohne Fortbewegung gäbe es dieses komplexe Leben auf der Erde womöglich nicht.“ (Seite 115)
Sophia Kimmig: Move! Wie Fortbewegung das Leben der Tiere bestimmt. Hanser, 2025, 384 Seiten; 26 Euro.