Archiv der Kategorie: Psychische Störungen

The Glass Girl von Kathleen Glasgow (Hörbuch)

„Jeden Morgen, wenn ich aufwache, glaube ich nicht, dass ich es schaffen werde. Oder vielleicht glaube ich, dass ich es nicht schaffen will. Das, was ich am Abend vorher getan habe, lastet schwer auf mir, alles, was ich mit mir rumtrage, lastet schwer auf mir und manchmal ist es einfach zu verdammt viel.“ (Track 1)

Die 15‑jährige Bella erlebt gerade mehrere Krisen: Ihre Großmutter ist gestorben, die Eltern haben sich getrennt, und ihre große Liebe Dylan beendet die Beziehung. Bella hat bereits zuvor angefangen, den Schmerz mit Alkohol zu lindern, und gleitet immer mehr in eine Alkoholabhängigkeit ab.

In The Glass Girl erzählt Kathleen Glasgow von Filmriss, vom Weg in Sucht, von Verharmlosung, Rechtfertigungen, heimlichem Trinken, von Abstinenzversuchen und Rückfällen, Schuld und Scham, Unterstützungsangeboten, Entzug und Entgiftung, erlaubnisgebenden Gedanken und vom eisernen Willen, abstinent zu leben.

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Albträume und Trauma. Wechselwirkungen zwischen Traum und Traumata von Reinhard Pietrowsky

„Selbstverständlich besteht ein Zusammenhang zwischen Traum und Trauma, dieser Zusammenhang ist jedoch nicht so eng, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte. So gibt es natürlich Albträume infolge erlebter Traumata, aber es gibt auch traumabezogene Träume, die keine Albträume sind. Und längst nicht alle Albträume sind auf Traumatisierungen zurückzuführen und viele erlebte Traumatisierungen führen auch nicht zu Albträumen oder einer Traumafolgestörung.“ (Seite 7)

Reinhard Pietrowsky fasst in seinem Buch die wichtigsten Inhalte zum Thema Träume und Albträume sowie Albträume im Rahmen von Traumafolgestörungen zusammen. Er geht im Folgenden auf die Funktionalität von Albträumen für die Traumafolgen ein, setzt sich mit Sonderformen posttraumatischer Albträume auseinander (Oneiroid, luzide Albträume, hypnagoge und hypnopompe Zustände, Schlafparalyse und REM‑Schlaf-Verhaltensstörung).

Im ausführlichsten Teil seines Buches geht er auf die Behandlung von posttraumatischen Albträumen ein.

Am Ende bietet der Autor einen kurzen Abriss der Effektivität der Albtraumbehandlung.

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Menschen im Maßregelvollzug begleiten von Andrea Trost, Stefan Rogge und Susanne Schoppmann

„Das Maß des Freiheitsentzugs richtet sich nach der prognostizierten Gefahr, die von der untergebrachten Person ausgeht. Es muss fortlaufend geprüft werden, ob das Maß des Freiheitsentzugs weiterhin gerechtfertigt ist.“ (Seite 20)

Das Buch bietet Informationen zu juristischen Grundlagen der Unterbringung und Behandlung im Maßregelvollzug, geht im Folgenden auf das Setting im Maßregelvollzug und das therapeutische Milieu ein, beschreibt im Detail die Haltung und Beziehungsgestaltung, thematisiert Sexualität sowie den Umgang mit Gewalt, Aggression und deren Prävention, zeigt den multiprofessionellen Behandlungsprozess auf, setzt sich mit Gruppenarbeit und der Einbeziehung von Angehörigen auseinander.

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Gefährliches Ego. Wenn Narzissmus tödlich endet von Maximilian Pollux

„Dieses Buch wird eine Reise in mein Innerstes, und mit jeder Seite wird mir bewusster, wie wichtig es ist, diesen Weg zu gehen.“ (Seite 24)

Maximilian Pollux erzählt aus der Sicht eines ehemaligen Täters. Er hat Gefängniserfahrung, war im kriminellen Milieu unterwegs, wechselt für seine Frau jedoch die Seite und gründet den gemeinnützigen Verein SichtWaisen, um mit gefährdeten und bereits kriminellen Jugendlichen zu arbeiten.

In seinem Buch Gefährliches Ego möchte er über Täter mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung schreiben. Seine Frau schlägt ihm kurzerhand vor, auch eine Geschichte über sich selbst ins Buch aufzunehmen, denn er sei ja ganz eindeutig ein Narzisst.

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Die Sache mit der Angst. Und wie ich lernte, damit zu leben von Daan Heerma van Voss

„Es gibt keinen noch so kleinen Organismus, der nicht über eine Angstreaktion verfügt, und kein Wesen ist so groß, dass es der Angst entgeht.“ (Seite 16)

Die Partnerin des Autors schlägt eine räumliche Trennung vor und möchte, dass er sich mit seinen zahlreichen Ängsten intensiv auseinandersetzt. Daraufhin begibt sich der Autor auf eine Art Reise, eine „Reise zu der Antwort auf die Frage, was Angst genau ist, wo dieses Phänomen herkommt, was wir von ihr lernen können und wie wir mit ihr umgehen müssen.“ (Seite 16)

Daan Heerma van Voss erzählt in seinem Buch initial von der Epidemiologie von Angststörungen und von verschiedenen Denkstilen. Er setzt sich schließlich mit der Geschichte seiner Familie auseinander und bettet diese in historische Begebenheiten und in seine eigene Geschichte ein. Van Voss berichtet zudem u.a. von Epigenetik, von Bindungstheorie, von der Geschichte der Lernpsychologie, der Psychotherapie und der Behandlung mit Antidepressiva.

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Über Suizidalität sprechen. Erfahrungen aus der Angehörigenberatung von DIE ARCHE – Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e.V. (Herausgeber)

„Suizid ist in unserer Gesellschaft noch immer mit einem Stigma belegt.“ (Seite 11)

Das Buch vermittelt viel Wissen darüber, wie wichtig es ist und warum es wichtig ist, über Suizidalität zu sprechen. Es werden Warnsignale erwähnt und Informationen gegeben, wie man in Kontakt mit professionellen Helfern kommen kann. Es wird beschrieben, was man konkret tun kann, wenn Angehörige suizidal sind, wie man mit der eigenen Angst umgeht und was man bezüglich Selbstfürsorge und Grenzsetzung tun sollte. Außerdem wird dargestellt, was die Wissenschaft über Suizidalität weiß und was sie nicht weiß.

Wichtig zu erwähnen finde ich, dass im Buch nur Geschichten von Bewältigungen einer suizidalen Krise erzählt werden.

„Wissen über Suizidalität vermittelt zu bekommen oder sich anzueignen, kann Orientierung geben und den Umgang erleichtern.“ (Seite 44)

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Konfrontieren in der Psychotherapie. 75 Therapiekarten von Ruth Kohlhas und Gitta Jacob

„Konfrontative Strategien bezeichnen ein Vorgehen, mit dem klar, direktiv und deutlich angesprochen wird, wenn eine Patientin bestimmte dysfunktionale Verhaltensweisen oder Muster aufweist. Meist handelt es sich dabei um Verhaltensweisen in der therapeutischen Sitzung, die eine konstruktive Arbeit erschweren, etwa sehr dominantes und destruktives Gesprächsverhalten. […] Es geht hier also nicht um Konfrontation im Sinne einer Expositionsbehandlung, sondern um ein Konfrontieren im Sinne eines ‚Sagen, was auffällt‘.“ (Seite 4)

Diese Therapiekartenbox enthält 75 Karten, die in fünf Module aufgeteilt sind:
Modul 1: Konfrontation – Praktisches Vorgehen.
Modul 2: Typische Situationen und Patient:innen für Konfrontationen
Modul 3: Konfrontation – Formate
Modul 4: Die therapeutische Beziehung
Modul 5: Selbsterfahrung

Dabei betonen die Autorinnen, dass die Karten – im Gegensatz zu den üblichen Therapiekartensets von Beltz – nicht dafür gedacht sind, sie zusammen mit Patient:innen zu besprechen, sondern sich lediglich an Therapeut:innen richten.

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Narzissmus. Grundlagen – Formen – Interventionen von Marc Walter und Oliver Bilke-Hentsch

„Wir haben es mit einem Begriff zu tun, der von einem normalen Narzissmus bis zu einem pathologischen Narzissmus reicht, wo aber ist diese Grenze genau anzusiedeln?“ (Seite 19)

Marc Walter und Oliver Bilke-Hentsch befassen sich in der Einleitung ihres Buches mit Fragen danach, wie sich die psychiatrische Klassifikation narzisstischer Störungen entwickelt hat, wann eine Person narzisstisch ist und wann dies zu einem psychischen Problem wird, wie sich pathologischer Narzissmus in der Gesellschaft zeigt, wie eine narzisstische Störung entsteht und wie häufig sie auftritt, wie man eine narzisstische Störung feststellt und sie diagnostiziert, wie sich die narzisstische Problematik über die Lebensspanne verändert etc.

Danach setzen sich die beiden Autoren ausführlicher mit Konzeptionen des Narzissmus auseinander, beschreiben die gesellschaftliche Relevanz des Narzissmus, gehen näher auf Ätiologie und Epidemiologie ein, stellen klinische Phänomene des Narzissmus dar, befassen sich mit Narzissmus in den Lebensphasen Kindheit, Jugend, junges Erwachsenenalter usw. sowie beschreiben letztendlich die Therapie des Narzissmus.

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Psychosen und Spiritualität. Erfahrungen an den Grenzen des Bewusstseins von Jo Becker

„In über 40 Jahren meiner Tätigkeit als Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie sind mir viele Menschen begegnet, die in ihrer Psychose auch spirituelle Erfahrungen gemacht haben. Die meisten waren davon tief beeindruckt und haben es als eine überwältigend positive Erfahrung beschrieben, in den Worten von Dorothea Buck als ‚Zentralerleben‘ […]. Diese Erfahrung hilft häufig, später der Psychose einen Sinn zu geben, sie biografisch einzuordnen oder auch Spiritualität im weiteren Leben als eine wichtige Kraftquelle zu erleben und zu nutzen.“ (Seite 7f)

Der Psychiater Jo Becker hat Berichte von Psychoseerfahrenen gesammelt, in denen von existenziellen Erfahrungen die Rede ist.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit Grenzbereichen menschlichen Bewusstseins: Schlaf, Trance, Nahtoderfahrungen und Rauschzustände, mystisches Erleben in religiöser Praxis und während der Psychose.

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Trocken von Daniel Wagner

„[…] das Wesen einer Sucht. Sich selbst zu opfern, um sich lebendig zu fühlen.“

Daniel Wagner erzählt in seinem Buch Trocken von der Geschichte seines Lebens, seiner Sucht und seiner Abstinenz. Er erwähnt dabei den ersten Kontakt mit Alkohol, die Vermeidung bestimmter Gefühle, das Herbeiführen anderer Gefühle, berichtet von Einsamkeit und von Scham, vom Teufelskreis der Sucht, von Suchtgedächtnis und Craving, von den Versuchen, die Sucht zu kontrollieren, von psychischen und körperlichen Konsequenzen der Sucht.

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