Alle Beiträge von Infraredhead

Im Licht des neuen Tages von Jarka Kubsova (Hörbuch)

„Wie seltsam, dass etwas zu wollen und etwas zu fürchten manchmal das Gleiche ist.“ (Track 10)

Klara, die Tochter von Elli Hajek, ist gerade aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen. Eigentlich war geplant, dass Elli nun mit ihrem Partner Jan zusammenzieht, doch panische Angst drängt sie weg von ihm und von der Stadt und von der Trauer um ihr einziges Kind, das nun ihr eigenes Leben in einer anderen Stadt lebt.

Vor Jahrzehnten hat Elli von ihrer tschechischen Großmutter Märchen erzählt bekommen, und oft ging es um Viktorka, eine junge Frau, die für wahnsinnig erklärt wurde und schließlich allein im böhmischen Wald lebte.

Nun ist Elli selbst in eine Hütte im Wald gezogen, um dort in Ruhe an ihrem Roman zu schreiben. Und plötzlich tauchen nicht nur Erinnerungen an ihre Großmutter und Viktorka auf, sondern sie sieht Viktorka auch zwischen den Baumstämmen – als ob diese noch am Leben wäre.

Schließlich versteht Elli, dass die Geschichte um Viktorka nicht nur eine fiktive Erzählung ist, sondern dass es Viktorka tatsächlich gab, und Elli reist – auf der Suche nach Viktorka – in das Land, aus dem sie in ihrer Kindheit mit ihren Eltern geflohen ist.

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Sexuelle Störungen von Peter Fiedler

„Ganz zweifelsohne hängt die Definition von sexueller Abweichung beziehungsweise Störung im Unterschied zu anderen psychischen Störungen enger mit den Normen der Gesellschaft zusammen, in der entsprechende Verhaltensmuster gezeigt werden, als mit festen diagnostischen Kriterien.“ (Seite 120)

Peter Fiedler beschreibt im ersten Kapitel seines Buches, wie die sexuelle Entwicklung abläuft und erklärt wichtige Aspekte der sexuellen Orientierung. Im zweiten Kapitel setzt er sich mit psychischen Störungen in Verbindung mit der sexuellen Entwicklung und Orientierung auseinander.

Danach geht er auf Geschlechtsdysphorie und die Störungen der Geschlechtsidentität ein, beschreibt die wichtigsten Facetten und Behandlungsmöglichkeiten sexueller Funktionsstörungen, widmet sich sexueller Deviation und Paraphilien und befasst sich im letzten Kapitel mit Sexualität und sexuelle Störungen im Wandel der Zeiten.

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Isidor. Ein jüdisches Leben von Shelly Kupferberg

„Ich beginne, diese Briefe zu lesen, versuche zu rekonstruieren, was für ein Leben meine Vorfahren gelebt haben, was für rasante persönliche und gesellschaftliche Entwicklungen sie durchgemacht haben – und wie schmerzlich alles, was sie sich mühselig und kühn erarbeitet hatten, von einer Sekunde auf die andere zunichtegemacht wurde. Bevor dann sie zunichtegemacht werden sollten.“ (Seite 9)

Isidor – oder Innozenz oder Ignaz oder Israel – ist der Wiener Urgroßonkel von Shelly Kupferberg. Einst war Isidor ein herrischer Mann, doch nach einer Verhaftung durch die Nazis am Tag des Anschlusses Österreichs ans Deutsche Reich im Jahre 1938 hatte Isidor Angst und war nur noch ein Schatten seiner selbst.

Bis dahin war Isidor ein sogenannter gemachter Mann, wurde von vielen (aber nicht von allen) „bewundert für das, was er geschafft hatte“ (Seite 13)

Aufgewachsen ist Isidor mit vier Geschwistern im Schtetl im ostgalizischen Tłumacz, später hat er in Lemberg und Wien studiert und ist zu großem Reichtum gekommen – und hat diesen durch die Nazis wieder verloren.

„Die Nazis hatten ihn binnen kürzester Zeit zu dem gemacht, was sie in ihm sehen wollten: eine Elendsfigur.“ (Seite 209)

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Orca. Majestät der Tiefe von Elena Gossmann

„Wir schützen, was wir lieben, und wir lieben, was wir verstehen.“ (Seite 5, Zitat von Jacques-Yves Cousteau)

Elena Gossmann erzählt in ihrem Buch unter anderem über die Anatomie von Orcas, kulturelle Einheiten, akustische Kommunikation, Echoortung, Gehirn und Intelligenz, Bewusstsein, Emotionen und soziale Bindungen, Verhalten und Körpersprache, globale Verbreitung, Ökotypen, Jagdstrategien, die Beziehung zwischen Orcas und Menschen.

„Orcas faszinieren. Ihre Kraft, ihre Eleganz und ihr tiefer familiärer Zusammenhalt berühren etwas in uns, das sehr weit über bloße Bewunderung hinausgeht.“ (Seite 8)

Ich mag Orcas, wusste aber bis zur Lektüre dieses Buches nicht allzu viel über sie. Das hat sich jetzt geändert!

Dieses Buch enthält ganz wundervolle Illustrationen, die Texte sind sehr lebendig geschrieben, wissenschaftlich fundiert, enthalten viele Infos und sind zudem sehr stimmungsvoll. Ich empfand die Gestaltung des Buches als sehr liebevoll, und hier gibt es sehr viel zu entdecken, zu lernen und zu bestaunen. Hier erfährt man wirklich alles über die faszinierenden Tiere. Dazu liest sich das Buch durchweg spannend wie ein Krimi.

Die Texte über die Gefangenschaft von Orcas haben mich unfassbar traurig gemacht, und ich wünsche mir sehr, dass viele Menschen dieses Buch lesen und verstehen, wie faszinierend diese Tiere sind und warum wir sie schützen müssen.

„Die neuronale Architektur der Orcas vereint kognitive Brillanz, emotionale Tiefe und ausgeprägte soziale Kompetenz in einem Ausmaß, das sie zu einer der komplexesten und zugleich empfindsamsten Spezies der Erde macht – mit weitreichenden ethischen Konsequenzen, insbesondere im Hinblick auf Gefangenschaft. Dies zwingt uns, unsere Beziehung zu ihnen grundlegend zu überdenken.“ (Seite 41)

Elena Gossmann: Orca. Majestät der Tiefe. Kosmos, 2026, 144 Seiten; 38 Euro.

Diagnose ADHS – Was nun? von Jan Kiesewetter

„Nach Jahren der Selbstzweifel, des inneren Drucks oder des Scheiterns an scheinbar einfachen Aufgaben kann es befreiend sein, endlich zu verstehen: Es gibt einen Grund, warum ich so bin, wie ich bin.“ (Seite 10)

Jan Kiesewetter beschreibt in seinem Buch initial unter anderem, was ADHS ist, was dabei im Gehirn passiert, wie eine ADHS-Diagnostik abläuft, welche Mythen und Missverständnisse über ADHS bestehen und wie ADHS das Erwachsenenleben beeinflusst. Danach geht er auf therapeutische Maßnahmen und Selbsthilfe ein, zum Beispiel Psychoedukation, Verhaltenstherapie und Neurofeedback.

Weitere Kapitel befassen sich mit dem Thema ADHS bei Frauen und mit Masking und Unmasking von ADHS-Symptomen.

Im Anschluss daran stellt Kiesewetter zahlreiche Übungen vor, die sich um Struktur und Organisation, Emotionsregulation, Fokussierung und Aufmerksamkeit, Selbstwert, Achtsamkeit und Selbstregulation sowie Kommunikation und soziale Beziehungen drehen.

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Fettnäpfchenführer Sachsen von Kristina vom Dorf

„Wo die Hosen ‚Husen‘ und die Hasen ‚Hosen‘ heißen.“ (Seite 57)

Anhand der Sächsin Jenny und ihres neuen Partners Tobias, der aus Frankfurt stammt und der Jenny in Sachsen besucht, werden im Buch allerlei Fettnäpfchen vorgestellt, in die man in Sachsen tappen kann. Des Weiteren erfährt man, was überhaupt schiefgelaufen ist und wie man es besser machen kann.

Kristina vom Dorf setzt sich unter anderem mit der Mentalität der Sachsen, Sächsisch, Musik und Kaffeetrinken, sächsischem Humor und Vorurteilen gegenüber Sachsen, der Uhrzeit, Powerfrauen, sächsischen Erfindungen, Sporthelden, Weihnachten und Politik auseinander.

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Das Geheimnis des Jüdischen Krankenhauses. Nach den Erinnerungen von Klaus Zwilsky. Graphic Novel von Charlotte Schallié (Hg.) und Gilad Seliktar

„Es ist komisch – fast immer wenn ich die Geschichte meines Überlebens erzähle, sage ich als Erstes, dass die Jahre im Jüdischen Krankenhaus in Berlin der Teil meines Lebens sind, an den ich mich am wenigsten erinnere.“ (Seite 35)

2023: Der israelische Zeichner und Autor Gilad Seliktar befragt Klaus Zwilsky bezüglich dessen Kindheit in Berlin: Zwilsky wurde 1932 in Berlin geboren, sein Vater war Apotheker, und auch seine Mutter arbeitete in einer Apotheke, allerdings nicht als Apothekerin, denn als Jüdin durfte sie nach Hitlers Machtergreifung keine Pharmazie studieren.

Um die Zeit der Kristallnacht im Jahr 1938 herum bemerkt auch das Kind Klaus, dass sich in der Stadt und im Land etwas verändert hat. Im Laufe der Zeit wird die Mutter zur Zwangsarbeit eingezogen, Klaus wird als jüdisches Kind vom Schulbesuch ausgeschlossen, sein Vater verliert sein Arbeit und bekommt schließlich eine Stelle als Apotheker imJüdischen Krankenhaus, Verwandte werden deportiert.

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Mehr Essen essen (Illustrierte Lieblingsbücher, Band 22) von Kat Menschik

„Man staunt immer wieder, wie köstlich Gemüse ist. Und wie reichhaltig und abwechslungsreich man sich ernähren kann.“ (Seite 8)

Kat Menschik stellt in ihrem wundervoll illustrierten Buch Mehr Essen essen zahlreiche Rezepte vor, wobei die meisten davon vegetarisch sind.

Mit dabei sind zum Beispiel ein Rotkrautsalat, ein winterlicher Eintopf, Spargel mit Estragonbutter, Zitronentarte, Sommergalette, kalte Rote-Bete-Suppe, gefüllte Paprikaschoten, gebratener Chicorée, eine Gemüsesuppe mit Graupen und Safran sowie ein Schokoladenkuchen.

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Der Name der Rose. Graphic Novel von Umberto Eco und Milo Manara

„Ich suchte den Frieden überall und fand ihn nirgends außer in einer Ecke mit einem Buch.“ (Seite 3, Zitat von Thomas von Kempen)

Ende November 1327: Der Franziskaner William von Baskerville und sein Schüler Adson von Melk reisen in eine abgelegene Benediktinerabtei in den italienischen Alpen. William soll hier in einem Glaubensstreit vermitteln.

Der Abt des Klosters bittet den scharfsinnigen William um Hilfe bei der Aufklärung eines geheimnisvollen Todesfalls: Adelmo, ein junger Mönch, der bereits als Meister der Buchmalerei berühmt war, wurde eines Morgens von einem Ziegenhirten am Fuße des Steilhangs gefunden.

Während William an dem Fall arbeitet, sterben vier weitere Mönche.

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Freunde von früher von Micha Lewinsky

„Jede Katastrophe beginnt mit einer schönen Idee.“ (Seite 143)

Während seiner Studentenzeit wohnte Béla mit Serdar, Simone und Kim in einer WG bester Lage: in der Zederstraße, in unmittelbarer Nähe zur Zürcher Uni.

Diese aufregende und besondere Zeit, die geprägt ist von Freiheit und tiefen Freundschaften, ist fast 30 Jahre her. Nun lädt Serdar, der immer noch im Haus in der Zederstraße lebt, seine alten Freunde zu sich ein und erzählt, dass ihnen die Wohnung gekündigt wurde. Serdar schlägt vor, das Haus gemeinsam zu kaufen, um so alte Zeiten wieder aufleben zu lassen.

Doch passt das Ganze überhaupt zu den Menschen, wie sie einmal waren, und zu den Werten, für die sie einstanden?

„Weil wir die werden, vor denen wir uns immer gefürchtet haben.“ (Seite 27)

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