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Mama & Sam von Sarah Kuttner (Hörbuch)

„Aber um das Ausmaß der Sache zu verstehen, muss ich lesen, und zwar der Reihe nach. Also höre ich dieses Mal nicht auf, sondern will zumindest den ersten offiziellen Tag in diesem elendigen Chat zu Ende lesen.“ (Track 35)

Die Mutter der Ich-Erzählerin ist tot. Sie lag allein in ihrer Wohnung, bis Nachbarn sich über das durchgehend angeschaltete Licht und den zunehmenden Geruch wunderten.

Die Ich-Erzählerin hatte den Kontakt abgebrochen, nachdem ihre Mutter in Kontakt mit einem Love‑Scammer getreten war und vollkommen beratungsresistent weiter Kontakt hielt und dem Mann immer wieder Geld zukommen ließ.

Nach ihrem Tod zeigt sich, dass die Mutter Unsummen in diesen Mann investiert hat.

Die Ich-Erzählerin, die das Erbe ausschlägt, liest sich durch den Chatverlauf ihrer Mutter mit dem Mann, in den ihre Mutter sich verliebt hat und der letztendlich ihr Leben zerstörte.

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Rebellische Frauen – Women in Battle von Marta Breen und Jenny Jordahl

„Die drei wichtigsten Anliegen der Frauenbewegung waren: das Recht auf Bildung, Arbeit und ein eigenes Einkommen, das Recht, an politischen Wahlen teilzunehmen, das Recht, über den eigenen Körper zu verfügen.“ (Seite 23)

Rebellische Frauen erzählt von Sklaverei und Sklavenbefreiung, Sojourner Truth und Frauenrechten, Jean-Jacques Rousseau und der Französischen Revolution, Frauenwahlrecht und Suffragetten, Sozialismus und Clara Zetkin, Abtreibung und Verhütung, Regierungschefinnen und Präsidentinnen, Homosexualität und Pride‑Bewegung, Malala und Friedensnobelpreis.

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Knochenkälte. David Hunter, Band 7 von Simon Beckett (Hörbuch)

„Die Toten machten mir keine Angst. Es waren die Lebenden, die mir Albträume bereiteten.“

David Hunter soll an einem Auftrag in den Cumbrian Mountains im Norden Englands arbeiten und fährt mit dem Auto nach Carlisle. Doch auf der Fahrt mit dem Auto bleibt er in einem Dorf liegen, denn nach einem Unwetter ist die Straße gesperrt, und es geht weder vor noch zurück.

Auf der Suche nach einem Handysignal, um den Leuten in Carlisle zumindest Bescheid geben zu können, warum er noch nicht aufgetaucht ist und dass er auf unbestimmte Zeit in einem Dorf feststeckt, begibt sich Hunter auf Empfehlung einer Dorfbewohnerin in eine Fichtenplantage. Dort läuft er durchs Gelände und findet schließlich ein menschliches Skelett.

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Warten auf Susy. Mein afrikanisches Leben von Cristina Karrer

„Soll ich also meine Zelte hier abbrechen und in die Schweiz zurückkehren? Auf keinen Fall. […] Wieder in einem Land zu leben, in dem Armut kaum sichtbar ist, obwohl sie existiert? Kommt nicht infrage. Ich habe gerade erst angefangen, Afrika kennenzulernen. Und mir ist vor allem die schaurige Seite begegnet.“ (Seite 54)

Cristina Karrer verlässt Zürich und zieht nach Johannesburg in Südafrika, wo sie als Afrika‑Korrespondentin fürs Schweizer Fernsehen arbeitet und die nächsten 25 Jahre verbringt.

Zusammen mit ihrem Gärtner Nelson wartet sie auf seine Freundin Susy, die anscheinend in Swasiland ist und seit Monaten verspricht, am Samstagnachmittag wieder zu ihm zurückzukommen. Das Warten auf Susy wird schließlich auch etwas sein, was Cristinas Leben in Südafrika prägen wird.

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Gefährliches Ego. Wenn Narzissmus tödlich endet von Maximilian Pollux

„Dieses Buch wird eine Reise in mein Innerstes, und mit jeder Seite wird mir bewusster, wie wichtig es ist, diesen Weg zu gehen.“ (Seite 24)

Maximilian Pollux erzählt aus der Sicht eines ehemaligen Täters. Er hat Gefängniserfahrung, war im kriminellen Milieu unterwegs, wechselt für seine Frau jedoch die Seite und gründet den gemeinnützigen Verein SichtWaisen, um mit gefährdeten und bereits kriminellen Jugendlichen zu arbeiten.

In seinem Buch Gefährliches Ego möchte er über Täter mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung schreiben. Seine Frau schlägt ihm kurzerhand vor, auch eine Geschichte über sich selbst ins Buch aufzunehmen, denn er sei ja ganz eindeutig ein Narzisst.

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Felix Blom – Mord an der Spree (Felix Blom, Band 3) von Alex Beer (Hörbuch)

„Ein besonders verrufener Ort im alten Berlin war der sogenannte Krögel, ein düsterer, verwinkelter Gebäudekomplex, der den selben Namen trug wie die Gasse, in der er sich befand.“ (Track 113)

Am Ostersonntag des Jahres 1870 machen vier Freundinnen einen Ausflug zur Spandauer Spitze und kehren dort im Biergarten Spandauer Bock ein. Eine der vier, Agnes, verlässt kurz darauf plötzlich den Biergarten und kehrt nie wieder zurück.

Neun Jahre später führt eine der vier Freundinnen, die frühere Prostituierte Mathilde Voss, zusammen mit dem Ex‑Häftling Felix Blom eine Privatdetektei. Die Detektei ist in Geldnöten, doch da kommen zwei Aufträge rein: Ein Hündchen wird vermisst, und die Detektei soll dieses aufspüren, und ein Mann beklagt den Diebstahl von Schmuck, den Mathilde für ihn finden soll.

Doch dann kommt es zu zwei Todesfällen, und Mathilde steht plötzlich im Fokus der Polizei und ist die Hauptverdächtige.

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Die Sache mit der Angst. Und wie ich lernte, damit zu leben von Daan Heerma van Voss

„Es gibt keinen noch so kleinen Organismus, der nicht über eine Angstreaktion verfügt, und kein Wesen ist so groß, dass es der Angst entgeht.“ (Seite 16)

Die Partnerin des Autors schlägt eine räumliche Trennung vor und möchte, dass er sich mit seinen zahlreichen Ängsten intensiv auseinandersetzt. Daraufhin begibt sich der Autor auf eine Art Reise, eine „Reise zu der Antwort auf die Frage, was Angst genau ist, wo dieses Phänomen herkommt, was wir von ihr lernen können und wie wir mit ihr umgehen müssen.“ (Seite 16)

Daan Heerma van Voss erzählt in seinem Buch initial von der Epidemiologie von Angststörungen und von verschiedenen Denkstilen. Er setzt sich schließlich mit der Geschichte seiner Familie auseinander und bettet diese in historische Begebenheiten und in seine eigene Geschichte ein. Van Voss berichtet zudem u.a. von Epigenetik, von Bindungstheorie, von der Geschichte der Lernpsychologie, der Psychotherapie und der Behandlung mit Antidepressiva.

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Der Bücherfreund. Erzählung von Monika Helfer und Kat Menschik

„Wenn er allein wäre, nur mit uns, dann würde es in seinem Leben nur noch einen Trost geben, nämlich die Bücher. Was aber, wenn er beide verlöre, seine Frau und seine Bücher?“ (Seite 43)

Monika Helfers Vater ist ein Bücherfreund: „Er liebte seine Bücher mehr als die Menschen, denn die konnten ihm Böses antun. Die Bücher niemals und nie.“ (Seite 7)

Helfer erzählt in ihrer Geschichte von ihrem Vater, der als 17-Jähriger im Krieg ein Bein verliert, dann seine Ehefrau kennenlernt und heiratet und schließlich ein Kriegsopfererholungsheim in den Bergen leitet. Dort richtet er mit Hilfe eines dankbaren Professors, der seinen kriegsbeschädigten Sohn ins Heim geschickt hat, eine große Bibliothek ein.

Doch eines Tages kommt ein Brief, dass sich das Heim nicht mehr rentiere, geschlossen werden müsse und dass die Bücher abgeholt werden.

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Über Suizidalität sprechen. Erfahrungen aus der Angehörigenberatung von DIE ARCHE – Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e.V. (Herausgeber)

„Suizid ist in unserer Gesellschaft noch immer mit einem Stigma belegt.“ (Seite 11)

Das Buch vermittelt viel Wissen darüber, wie wichtig es ist und warum es wichtig ist, über Suizidalität zu sprechen. Es werden Warnsignale erwähnt und Informationen gegeben, wie man in Kontakt mit professionellen Helfern kommen kann. Es wird beschrieben, was man konkret tun kann, wenn Angehörige suizidal sind, wie man mit der eigenen Angst umgeht und was man bezüglich Selbstfürsorge und Grenzsetzung tun sollte. Außerdem wird dargestellt, was die Wissenschaft über Suizidalität weiß und was sie nicht weiß.

Wichtig zu erwähnen finde ich, dass im Buch nur Geschichten von Bewältigungen einer suizidalen Krise erzählt werden.

„Wissen über Suizidalität vermittelt zu bekommen oder sich anzueignen, kann Orientierung geben und den Umgang erleichtern.“ (Seite 44)

Über Suizidalität sprechen. Erfahrungen aus der Angehörigenberatung von DIE ARCHE – Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e.V. (Herausgeber) weiterlesen

Mafia. 100 Seiten von Petra Reski

„Das ist die Theorie der Zwischenwelt. Oben sind die Lebenden und unten sind die Toten, und wir sind dazwischen. Wir sind dazwischen, weil auch die Personen, die sich in der oberen Welt befinden, ein Interesse daran haben, dass jemand aus der unteren Welt Sachen erledigt, die niemand anderes machen kann. Das ist es: Alles vermischt sich miteinander.“ (Seite 21)

Petra Reski erzählt in ihrem Buch von Familie und Blutrache, von der Entstehung und Entwicklung der italienischen Mafia, von Cosa Nostra, ‚Ndrangheta, Camorra und Sacra Corona Unita, von der Arbeit von und den Attentaten auf Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, vom Einfluss der Mafia auf und in Deutschland, vom Literaturbetrieb und der Filmindustrie. Am Ende räumt Reski mit zehn Mafia-Mythen auf.

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