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Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel (Hörbuch)

„Wir Zoo-Leute sagen gern: Das gefährlichste Tier im Zoo ist der Mensch. Allgemein gesprochen meinen wir damit, dass die Unersättlichkeit des Raubtiers Mensch den ganzen Planeten zu seiner Beute gemacht hat. Im spezielleren Sinne denken wir dabei an jene, die den Ottern Angelhaken zu fressen hinwerfen, den Bären Rasierklingen, den Elefanten Äpfel, in die sie Nägel gesteckt haben.“ (CD 1, Track 5)

Piscine Patel, genannt Pi, wächst im indischen Pondicherry auf. Sein Vater ist Zoodirektor im hiesigen Zoo, Pi selbst ist gläubiger Christ, Muslim und Hindu.

Als Pi 16 Jahre alt ist, beschließt die Familie, nach Kanada auszuwandern. Sie reist auf einem Frachter mit dem halben Zoo übers Meer. Als sie in einen schweren Sturm geraten und schließlich Schiffbruch erleiden, bleiben am Ende nur noch Pi und der Tiger Richard Parker übrig.

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Wir Klimawandler. Wie der Mensch die Natur der Zukunft erschafft von Elizabeth Kolbert

„Die Erwärmung der Atmosphäre und der Ozeane, die Versauerung der Meere, der Anstieg des Meeresspiegels, das Verschwinden der Gletscher, die Wüstenbildung, die Nährstoffanreicherung – das sind nur einige der Begleiterscheinungen, die der Erfolg des Menschen mit sich bringt.“ (Seite 17)

Elizabeth Kolbert erzählt in ihrem Buch von der Umleitung der Fließrichtung des Chicago River und invasiven Arten, Überflutungen und Hurrikans, Devils Hole und Atomwaffentests, Korallenriffen und Weißbrandkrankheit, Gentechnik und Aga-Kröte, Kohlenstoffemissionen und Negativemissionen, dem Vulkanexplosivitätsindex und Solar-Geoengineering.

„Manchmal ist es besser, nichts zu tun, als etwas zu tun. Manchmal ist es umgekehrt.“ (Seite 156, Zitat von Paul Kingsnorth)

Ich habe vor vielen Jahren mit großer Begeisterung Das sechste Sterben von Kolbert gelesen, und Wir Klimawandler stand einige Jahre ungelesen in meinem Regal – manchmal braucht es die richtige Zeit für ein bestimmtes Buch, auch wenn man weiß, dass man den Autor oder die Autorin sehr schätzt.

Dieses Buch hat sich nicht ganz so gut angelesen wie Das sechste Sterben, aber schnell war ich vollkommen im Sog von Kolbert, habe hier sehr gerne dazugelernt und bin gerne ihren Ausführungen gefolgt.

Wir Klimawandler ist in anspruchsvoller Sprache beschrieben und dennoch sehr verständlich. Es ist ein fundiertes, augenöffnendes Buch, das hochrelevant und wichtig ist, sehr lehrreich, aber nicht belehrend, sondern sachlich informierend, dabei aufrüttelnd und sehr spannend geschrieben.

Ich kann dieses Buch allen empfehlen, die sich mehr mit dem Klimawandel und dem Anthropozän auseinandersetzen wollen.

„Wenn wir wollen, dass alles so bleibt, wie es ist, muss alles sich ändern.“ (Seite 192, Zitat von Giuseppe Tomasi di Lampedusa)

Elizabeth Kolbert: Wir Klimawandler. Wie der Mensch die Natur der Zukunft erschafft. Übersetzung von Ulrike Bischoff. Suhrkamp Verlag, 2022, 239 Seiten; 14 Euro.

Popóm von Johanna Sebauer

„Denn ich wusste, dieser Mann, den ich nur kurz von vorne gesehen hatte, als er vor dem Regal mit den Konserven sich zu mir umgedreht hatte, bevor er nach den Dosenpfirsichen gegriffen hatte, dieser Mann, der womöglich doppelt so alt war wie ich, dessen Car-Coat-Rücken ich an die Kasse gefolgt war, wo wir jetzt standen – mein Augenlid zuckte, ich atmete zitternd -, dieser Mann, und darüber gab es keinen einzigen Zweifel: Dieser Mann war ich.“ (Seite 8)

Das Leben von Hendrik Popom, Ende 20, ist nicht gerade auf seinem Höhepunkt: Sein Agenturjob läuft nicht so gut, mit seiner Freundin Anja könnte es auch besser sein, und dann macht er auch noch eine sonderbare Begegnung, die ihn durcheinanderbringt und sein Leben stark beeinflusst: An einem Sommerabend begegnet der Protagonist des Romans sich selbst in einem Kiosk.

Der Mann, bei dem sich Hendrik Popom sicher ist, dass es sich um ihn selbst handelt, auch wenn der Mann, gekleidet in einem saharagelben Car-Coat, mit braunen Lederschuhen und taubengrauem Hut, etwa doppelt so alt ist wie er selbst, stellt sich schließlich als Hendrik Popóm.

Die beiden treffen sich zufällig wieder. Popóm fühlt sich verfolgt und veräppelt von Hendrik, der seinen Namen auf der ersten Silbe betont – Pópom, doch schließlich versteht auch Popóm, dass er sich selbst getroffen hat.

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Zwangsland. Leben mit Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln von Ina Jahn (Hg.)

„Zwangsland ist ein hartes Land, schwarzwolkig, eintönig und kalt. Zermürbend sind die ewigen Schleifen der Gedanken und Handlungen, die ausgeführt werden müssen, wenn man erst einmal dieses Land betreten hat. Trotzdem bietet der Aufenthalt in diesem Land auch Schutz, Sicherheit und Abgrenzung.“ (Seite 16)

Dieses Buch, in dem Frauen und Männer, Erwachsene und Kinder, Betroffene und Angehörige zu Wort kommen, setzt sich mit verschiedenen Facetten von Zwangsstörungen auseinander, zum Beispiel Sammeln, Horten, Kontrollieren, Sortieren, Waschen, Trichotillomanie und Dermatillomanie. Dabei enthält das Buch Prosa-Texte, aber auch Gedichte sowie bildliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Zwang.

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Geteiltes Haus von Alice Horáčková

„Wenn wir doch irgendwann wieder nach Hause könnten, nur dafür leben wir noch.“ (Seite 9)

Alice Horáčková erzählt in ‚Geteiltes Haus‘ von der Geschichte des Sudetenlandes – von der Zeit der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn bis zum Jahre 1948.

Sie geht dabei näher auf die k.u.k.-Monarchie ein und berichtet vom Ersten und Zweiten Weltkrieg, von der Ersten Tschechoslowakischen Republik, der Zweiten und Dritten Republik sowie von der Vertreibung der Sudetendeutschen nach dem Zweiten Weltkrieg ein.

Im Zentrum des Romans steht Zdenka Honců, deren Mutter bei der Geburt stirbt und die in Benetzko im Riesengebirge bei ihrem Vater aufwächst. Sie ist die beste Freundin von Anežka, die auch in Benetzko lebt.

Die Freundschaft der beiden überdauert Krisen, Kriege und Systemwechsel sowie Vertreibung. Und auch die Tatsache, dass Anežka den Mann heiratet, in den Zdenka verliebt ist, kann der Freundschaft langfristig nichts anhaben.

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Schachnovelle. Nach Stefan Zweig von David Sala

„Einen Augenblick herrschte totale Stille. Man hörte plötzlich die Wellen rauschen und das Radio aus dem Salon herüberjazzen, man vernahm jeden Schritt vom Promenadendeck und das leise feine Sausen des Winds, der durch die Fugen der Fenster fuhr.“ (Seite 28)

Auf einem Passierdampfer von New York nach Buenos Aires befindet sich der Schachweltmeister Mirko Czentovic, der seit seiner Jugend durch herausragende Fähigkeiten beim Schachspiel besticht.

Auch der wohlhabende Tiefbauingenieur McConnor ist Passagier auf dem Schiff, und ihm ist eine Partie mit dem Schachweltmeisters einiges wert.

Nach einer ersten Partie, in der Czentovic gegen alle Anwesenden spielt und gewinnt, mischt sich beim zweiten Spiel ein Fremder ein, der McConnor gute Ratschläge gibt, so dass die bereits verloren geglaubte Partie in Remis endet.

Ein weiteres Spiel lehnt Dr. B., wie sich der Fremde nennt, rigoros ab, was das Interesse des Ich-Erzählers weckt. Und schließlich erzählt Dr. B. dem Ich-Erzähler seine Geschichte.

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Mein psychedelisches Erbe von Zach Leary

„Denke selbst und hinterfrage Autoritäten.“ (Seite 141, Zitat von Timothy Leary)

Zach Leary, der Sohn des berühmt-berüchtigten Timothy Leary, erzählt in seinem Buch Mein psychedelisches Erbe zunächst die Geschichte von Psychedelika und vom Krieg gegen Drogen.

Im weiteren Verlauf des Buches setzt er sich mit psychedelischen Erfahrungen, einzelnen Substanzen, Drogenmedizin, geistiger Selbstbestimmung, Magie und Mystik, psychischen Störungen und dem Einsatz von Psychedelika, mit Sucht, mit Verlust und Trauer sowie mit Set, Setting und Nachhaltigkeit auseinander.

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Überleben von Frederika Amalia Finkelstein

„[D]as wirklich Irrationale und tatsächlich Unerklärbare ist nicht das Böse, im Gegenteil: es ist das Gute.“ (Seite 7, Zitat von Imre Kertész)

Seit die 25-Jährige Ava ein Foto von Leichen im Bataclan gesehen hat, spürt sie Hass und hat einen wiederkehrenden Albtraum. Das Foto war teilweise verpixelt, doch Ava will die unzensierte Version des Fotos finden, denn:

„Den Körper eines Toten zu verpixeln bedeutet, ihn noch einmal zu töten.“ (Seite 16)

Ava war am 13. November 2015 nicht im Bataclan und auch nicht in einem der Restaurants oder Cafés, in denen Menschen von Terroristen getötet wurden, sondern sie hat alles vom Bildschirm aus verfolgt.

Doch sie ist regelrecht besessen von dem Thema. Schon länger befasst sie sich mit zwischenmenschlicher Gewalt. Sie schaut sich immer wieder Bilder und Videos an, lernt Opferlisten auswendig und denkt sogar über einen Job bei der Armee nach.

Angst begleitet Ava auf Schritt und Tritt, lauert überall und macht es ihr schwer, den Menschen im öffentlichen Raum nicht zu misstrauen.

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Stark durch krisenhafte Zeiten von Johanna Gerngroß

„Krisen gehören zum Leben und können jeden treffen. Dennoch kommen sie häufig überraschend und werden als bedrohlich erlebt. Sie sind typischerweise vorübergehend und bergen eine Chance zur Entwicklung und zum Wachstum. Dennoch sind sie meist mit Verlusten oder Kränkungen verbunden, stellen die bisherigen Werte und (Lebens-)Ziele infrage, erzeugen Angst und Hilflosigkeit und erfordern rasche Entscheidungen. Der betroffene Mensch erlebt sich als orientierungslos, ohnmächtig, hilflos, ohne Kontrolle, unter Druck.“ (Seite 11)

Johanna Gerngroß setzt sich in ihrem Buch initial mit Wissen über Krisen auseinander, erklärt, was psychosoziale Krisen überhaupt sind, welche Arten von psychosozialen Krisen es gibt, wie Dynamik und Verlauf von Krisen aussehen, wie es Menschen in Krisen geht, was Krisen von Traumata unterscheidet und beschreibt die Möglichkeit von persönlichem Wachstum nach Krisen.

In den nächsten Kapiteln setzt sie sich mit acht Wegen aus der Krise auseinander, mit Gesprächsführung in Krisen, mit dem, was Helfer beachten sollten, und geht schließlich auch auf das Thema Suizidalität und Suizid ein.

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Yesteryear von Caro Claire Burke (Hörbuch)

„Heute ist der letzte Tag des Lebens, wie ich es mir immer vorgestellt habe.“ (Track 2)

Natalie ist mit ihrem sechsten Kind schwanger, lebt mit ihrem Mann Caleb und ihren Kindern auf einer Farm in Idaho.

Natalie ist eine Tradwife: Sie filmt ihr ebenso traditionelles wie scheinbar rundum perfektes Leben, das geprägt ist von schwerer Arbeit, tiefem Glauben und augenscheinlich großem Glück und Leichtigkeit, und stellt den Content ihrer heilen Welt unter dem Instagram-Account „Yesterday Ranch“ ins Netz.

Doch eines Tages erwacht Natalie im 19. Jahrhundert, also im echten Yesteryear.

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