Alle Beiträge von Infraredhead

Dark Mountains von Bernd Ritschel und Tom Dauer

„Die Berge sind schön, aber auch genauso oft geheimnisvoll, mystisch, dramatisch und wild“

Lange Zeit lag Bernd Ritschels Fokus darauf, diejenigen Fotos von Bergen zu schießen, die „so viele Menschen glücklich machen. Bilder, die Herzen öffnen. Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge, großartige Landschaften in wunderschönem Licht.“. Doch beim Anhören von Pink Floyds The Dark Side of the Moon wurde die Idee zu einer neuen Art der Fotografie geboren: die dunkle Seite der Berge auf Bildern festzuhalten, die „starke Schönheit entdecken, die in der Bedrohung liegt“.   Dark Mountains von Bernd Ritschel und Tom Dauer weiterlesen

„Heute dreimal ins Polarmeer gefallen“. Tagebuch einer arktischen Reise von Arthur Conan Doyle

„Ich hasse das gewöhnliche Treiben der Menschen und wäre lieber wieder auf einer Eisscholle.“

Im Jahre 1880 unterbricht Arthur Conan Doyle sein Medizinstudium und heuert als Schiffsarzt auf dem Walfänger Hope an. Für 5 1/2 Monate reist er durch die Arktis, lernt den Alltag auf dem Schiff kennen, erlegt Robben und Möwen, ist Zeuge des Walfangs und verfasst ein Logbuch mit den Beschreibungen der alltäglichen Routine auf der Hope und den wichtigsten Vorkommnissen. „Heute dreimal ins Polarmeer gefallen“. Tagebuch einer arktischen Reise von Arthur Conan Doyle weiterlesen

Die neue Odyssee von Patrick Kingsley

„Weil es keine andere Wahl gibt.“

Patrick Kingsley erzählt in Die neue Odysee von der aktuellen Flüchtlingskrise: vom Arabischen Frühling, vom Beginn des Konflikts und vom Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien, von Armut und Elend in Afrika, von Perspektivlosigkeit und Verzweiflung, von Menschenschmugglern und Korruption, von freiwilligen Helfern und von Zukunftsszenarien. Die neue Odyssee von Patrick Kingsley weiterlesen

Die Schuld des Tages an die Nacht von Yasmina Khadra

Yasmina Khadra erzählt von der Kindheit und Jugend des Arabers Younes/Jonas im Algerien des 20. Jahrhunderts, von den französischen Kolonialisten, die das Land und seine muslimischen Bewohner unterjochen, vom Kampf um Unabhängigkeit, von politischen Unruhen und der algerischen Nationalbewegung. Der Leser erfährt von den Verlockungen der Städte, die die arme Landbevölkerung anziehen, weil ein besseres Leben erhofft wird, und von zerplatzten Träumen und enttäuschten Hoffnungen. Der Autor berichtet von der Rechtlosigkeit der Araber, die in ihrem eigenen Land nur noch Menschen zweiter Klasse sind und die von den Franzosen politisch und kulturell unterdrückt und klein gehalten werden. Die Schuld des Tages an die Nacht von Yasmina Khadra weiterlesen

Am Himmel kein Licht von Gulwali Passarlay

„Damals, kurz nach meinem Aufbruch aus Afghanistan, war ich noch ein ängstlicher kleiner Junge gewesen. Das war lange her.“

Im Alter von 12 Jahren wird Gulwali Passarlay von seiner Mutter aus Afghanistan weggeschickt und macht sich zusammen mit seinem Bruder auf die lange und beschwerliche Reise nach Europa. Schon bald wird er von seinem Bruder getrennt und schlägt sich allein durch – immer mit der Hoffnung, in Sicherheit leben zu können und seinen Bruder wiederzufinden. Nach mehr als einem Jahr voller Gefahren und Entbehrungen kommt Passarlay schließlich in Großbritannien an, wo er sich ein neues Leben aufbauen möchte. Am Himmel kein Licht von Gulwali Passarlay weiterlesen

Der Lärm der Zeit von Julian Barnes (Hörbuch)

„Er steht da und wartet darauf, dass sie ihn abholen.“

Seit Josef Stalin die Opernaufführung von Lady Macbeth von Mzensk vorzeitig verlassen hat, scheint die Karriere von Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch beendet zu sein, und der Komponist wartet tagtäglich auf seine Verhaftung. Der Lärm der Zeit von Julian Barnes (Hörbuch) weiterlesen

Doktor Schiwago von Boris Leonidowitsch Pasternak (Hörbuch)

„Was bleibt von einem Manne, der sein Leben verloren hat?“

Im Jahre 1958 sollte Boris Leonidowitsch Pasternak der Nobelpreis für Literatur verliehen werden, doch aufgrund des enormen Drucks der sowjetischen Regierung auf und einer Hetzkampagne gegen den Schriftsteller lehnte Pasternak den Preis ab. Dennoch wurde er aus dem sowjetischen Schriftstellerverband ausgeschlossen und bis zu seinem Tod im Jahre 1960 isoliert. Der Roman Doktor Schiwago erschien in der Sowjetunion erst im Jahre 1988, also 28 Jahre nach Pasternaks Tod.

Im Zentrum des Romans stehen Juri Andrejewitsch Schiwago und seine Geliebte Lara Guichard. Juri wächst nach dem Tod seiner Mutter und dem Suizid seines Vaters zuerst bei seinem Onkel, dann bei einer Pflegefamilie auf. In späteren Jahren studiert er Medizin, obwohl seine Leidenschaft die Lyrik ist, und heiratet Tonja, die Tochter seiner Pflegeeltern. Doktor Schiwago von Boris Leonidowitsch Pasternak (Hörbuch) weiterlesen

Beyond Survival von Kilian Kleinschmidt und Jenny Schuckardt

„Flüchtlinge sind keine Zahlen, sie sind Personen: Sie sind Gesichter, Namen, Geschichten – und als solche müssen sie behandelt werden.“ (Papst Franziskus)

Beyond Survival thematisiert die zahlreichen Kinder und Jugendlichen, die den beschwerlichen Weg nach Europa hinter sich gebracht haben und hier auf ein besseres Leben hoffen. Beyond Survival von Kilian Kleinschmidt und Jenny Schuckardt weiterlesen

Die niedrigen Himmel von Anthony Marra

„weil das Gute in mir dort gestorben ist, und all das, alles seitdem war ein Leben nach dem Tod, dem ich entfliehen wollte“

Tschetschenien im Jahre 2004: Hawahs Vater Dokka wird in der Nacht von Föderalen abgeholt, ihr Haus wird niedergebrannt, doch der 8-jährigen Hawah gelingt die Flucht. Achmad, ein Nachbar und Freund, bringt Hawah in eine nahegelegene Stadt und bittet die Ärztin Sonja um Hilfe, bis er für Hawah ein neues Zuhause gefunden hat.

Nach und nach erzählt Anthony Marra vom Leben seiner Protagonisten über 10 Jahre hinweg sowie die Geschichte des kriegsgebeutelten Tschetschenien und entwirft so ein umfassendes Bild vom Leben in Kriegszeiten. Die niedrigen Himmel von Anthony Marra weiterlesen

Einbruch der Wirklichkeit von Navid Kermani

„Was glauben Sie denn, warum ich hier bin? Ich hatte dort alles, […] ich war jemand. Jetzt bin ich niemand.“

Im Herbst 2015 war Navid Kermani zusammen mit dem Magnum-Fotografen Moises Saman auf der Balkanroute unterwegs.

In Einbruch der Wirklichkeit dokumentiert Kermani, was Menschen für die Hoffnung auf ein besseres Leben in Frieden und Sicherheit, ohne Bomben und tagtägliche Gefahr riskieren, was sie auf ihrer gefährlichen Flucht erleben und welchem Risiko sie wochen- und monatelang ausgesetzt sind. Dabei erzählt der Autor exemplarisch Lebensgeschichten von unterwegs getroffenen Flüchtlingen, bettet seine Schilderungen in aktuelle Geschehnisse ein, beschreibt die Situation, den Rassismus und die erlebte Unterstützung in den verschiedenen Ländern der Balkanroute. Einbruch der Wirklichkeit von Navid Kermani weiterlesen