Schlagwort-Archive: Hörbuch

Der Trafikant von Robert Seethaler (Hörbuch)

„Entschuldigen Sie vielmals, Herr Professor, aber wenn alle Ihre Ratschläge sind wie dieser, verstehe ich nicht, warum die Leute so viel Geld bezahlen, um sich auf Ihre Couch legen zu dürfen!“ (CD 2, Track 3)

Im Jahre 1937 verlässt der 17-jährige Franz Huchel sein Heimatdorf in Oberösterreich – Nußdorf am Attersee – und geht nach Wien, um dort in einer Trafik, einem kleinen Tabak- und Zeitungsgeschäft, zu arbeiten.

In Wien begegnet er nicht nur Sigmund Freud, mit dem er sich schließlich anfreundet, sondern verliebt sich auch in das böhmische Mädchen Anezka, während sich die Stadt und das gesamte Land im Zuge von Hitlers Machtergreifung und dem zunehmend offener ausgelebten Antisemitismus immer mehr verändern.

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Das geheime Band von Peter Wohlleben (Hörbuch)

„Die Natur ist dem modernen Mensch nur scheinbar fremd geworden“

In Das geheime Band erzählt Peter Wohlleben von Farbwahrnehmung und Hörsinn, Riechen und Schmecken, Tastsinn und Wetterfühligkeit, Unterbewusstsein und Wildtieren, Waldspaziergang und Waldbaden, Küstentanne und Klimawandel, Papier und Plastik, Wisenten und Białowieża, Feuer und elektrischen Feldern, Anpassungen und Veränderungen, Kommunikation und Sprache, Ozon und Eskapismus, Land und Stadt, Nadel- und Laubbäumen, Hambacher Forst und Urwäldern.

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Die Nickel Boys von Colson Whitehead (Hörbuch)

„Hier drin ist es genauso wie draußen, nur muss hier keiner mehr so tun als ob.“ (CD 2, Track 21

Florida in den 1960er Jahren: Der 16-jährige Elwood lebt mir seiner Großmutter im schwarzen Ghetto von Tallahassee. Er bewundert Martin Luther King und erlebt hautnah, wie sich die Rassentrennung langsam ändert.

Als Elwood einen Platz am College bekommt, scheint ihm die Welt offen zu stehen, doch dann wird er in einem gestohlenen Auto aufgegriffen und ohne gerechtes Verfahren in die Besserungsanstalt Nickel Academy gebracht.

Dort erlebt er körperliche Züchtigung, brutale Bestrafungen, Entwürdigung, Ungerechtigkeit und einen tief verwurzelten Rassismus, der ihm Tag für Tag das Leben zur Hölle macht.

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Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod von Gerhard Jäger (Hörbuch)

„[…] und in diesem Augenblick hörte ich es: ein dumpfes Grollen, das mich zuerst an einen entfernten Donner denken ließ, aber mich im nächsten Moment traf wie eine Faust.“ (CD 1, Track 6)

Der 80-jährige John Miller macht sich auf zu einer letzten großen Reise: Er kehrt zurück in seine Heimat und sichtet im Innsbrucker Landesarchiv die Akten über den Fall eines gewissen Max Schreiber, der im Herbst 1950 in ein kleines Tiroler Bergdorf gekommen und im Jahr darauf spurlos verschwunden ist. Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod von Gerhard Jäger (Hörbuch) weiterlesen

Langsame Jahre von Fernando Aramburu (Buch und Hörbuch)

„Don Victoriano sagt, Baske ist nur der, der Euskera spricht. Alle anderen sind bloß halbe Basken oder gleich Koreaner.“ (Seite 38)

Ein achtjähriger Junge wird zu Verwandten nach San Sebastían gebracht, da seine alleinerziehende Mutter in Armut lebt, ihn und seine Geschwister nicht mehr versorgen kann. Der Junge teilt sich ein Zimmer mit seinem Cousin Julen, der ihn anfangs piesackt, jedoch bald mit ihm spielt, ihm immer mehr vertraut und ihm schließlich den baskischen Patriotismus nahebringt.

Langsame Jahre wird aus zwei Perspektiven erzählt: Der Junge erzählt einem Autor von seinem Leben, da dieser die Erinnerungen in einem Roman verarbeiten möchte. Der Autor (Fernando Aramburu) macht sich Notizen, die für das Schreiben des Romans essentiell sind, merkt z.B. an, wo er mehr recherchieren muss, wie Orte und Situationen beschrieben werden sollen.

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All das zu verlieren von Leïla Slimani (Hörbuch)

„Sie ist euphorisch, wie Betrüger es sind, die man noch nicht entlarvt hat. Voller Dankbarkeit, geliebt zu werden, und starr vor Angst bei der Vorstellung, all das zu verlieren.“ (Track 22)

Adèle lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn im 18. Arrondissement in Paris, arbeitet in einer Redaktion, hat anscheinend alles, was man sich wünschen kann.

Doch Adèle fühlt nichts als Leere, und sie versucht, diese Leere durch wahllosen Sex mit unzähligen Männern zu füllen. Sie führt ein Doppelleben zwischen ihrem gesellschaftlich akzeptiertem Leben als Ehefrau, Mutter und Journalistin und dem Leben, in dem sie immer wieder (sexuelle) Grenzen überschreiten muss. Sie ist getrieben, die Suche nach etwas, das die Leere füllt, hat Suchtcharakter und bringt sie dazu, alles zu riskieren und alles in Frage zu stellen.

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Gert Westphal liest Franz Kafka. Der Prozess, Erzählungen und Betrachtungen von Franz Kafka (Hörbuch)

„[…] andererseits aber kann die Sache auch nicht viel Wichtigkeit haben. Ich folgere das daraus, daß ich angeklagt bin, aber nicht die geringste Schuld auffinden kann, wegen deren man mich anklagen könnte.“ (Track 8)

Am Morgen seines 30. Geburtstags wird Josef K. in seiner Wohnung von zwei Männern verhaftet, ohne den Grund hierfür zu erfahren und ohne sich einer Schuld bewusst zu sein. Er darf jedoch weiterhin seiner Tätigkeit als erster Prokurist einer großen Bank nachgehen und sich frei bewegen. Gert Westphal liest Franz Kafka. Der Prozess, Erzählungen und Betrachtungen von Franz Kafka (Hörbuch) weiterlesen

Sechs Koffer von Maxim Biller

„Es gibt schlechten und es gibt guten Verrat.“ (Bertolt Brecht: Flüchtlingsgespräche)

Schmil Grigorewitsch wurde vom KGB verhaftet und hingerichtet. Wurde er von seiner eigenen Familie verraten? Möglich wäre das, denn einige der Familienmitglieder verhalten sich durchaus auffällig, z.B. Schmils Sohn Dima, der fünf Jahre im berühmt-berüchtigten Prager Gefängnis Pankrác einsaß – wo übrigens auch der Regimekritiker und spätere Staatspräsident Václav Havel seine Gefängnisstrafe abbüßte – und sich dort mit dem Geheimdienst einließ. Sechs Koffer von Maxim Biller weiterlesen

Der lange Weg zur Freiheit von Nelson Mandela (Hörbuch)

„Wir sind Sklaven in unserem eigenen Land. Wir sind Pächter auf unserer eigenen Erde. Wir haben keine Kraft, keine Macht, keine Kontrolle über unser eigenes Geschick im Land unserer Geburt.“ (Track 12)

Nelson Mandela schrieb während seiner Haft auf Robben Island heimlich das Manuskript seiner Autobiografie Der lange Weg zur Freiheit. Im Jahre 1976 wurde das Manuskript aus dem Gefängnis geschmuggelt und durch Interviews, die der US-amerikanische Journalist Richard Stengel ab 1992 mit Mandela führte, ergänzt.

Die englische Fassung der Autobiografie erschien erstmals 1994 unter dem Titel Long walk to freedom in den USA und Großbritannien und im gleichen Jahr in deutscher Übersetzung.

Nun ist im Hörverlag das ungekürzte Hörbuch erschienen, das von Thomas Balou Martin gelesen wird, und da Der lange Weg zur Freiheit schon lange ungelesen in meinem Regal stand, habe ich die Gelegenheit ergriffen, mir das Buch vorlesen zu lassen. Der lange Weg zur Freiheit von Nelson Mandela (Hörbuch) weiterlesen

Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Joël Dicker (Hörbuch)

„Verschwinden. Frieden finden.‘ (CD 2, Track 126)

1994 in der Kleinstadt Orphea: An einem warmen Sommerabend werden vier Menschen erschossen – der Bürgermeister des Ortes, seine Frau und sein Sohn im eigenen Haus sowie eine Joggerin auf der Straße. Zwei junge Polizisten, Jesse Rosenberg und Derek Scott, ermitteln in dem Fall und finden bald den Täter.

Zwanzig Jahre später behauptet die Journalistin Stephanie Mailer, dass damals der falsche Mann verurteilt wurde und dass Scott und Rosenberg damals etwas Entscheidendes übersehen haben. Das Verschwinden der Stephanie Mailer von Joël Dicker (Hörbuch) weiterlesen