Schlagwort-Archive: Erfahrungen

Meine Schizophrenie von Klaus Gauger

„Viele Schizophreniebetroffene erleben die erste Zwangseinweisung und -behandlung als tiefen Bruch in ihrem Leben – eine Wunde, die nur schwer verheilt. Auch bei ihnen teilt sich das Leben seit diesem Ereignis in ein normales und oft erfolgreiches Leben vor der Psychose und ein problematisches und von beruflichen, sozialen und persönlichen Defiziten geprägtes Leben danach.“ (Seite 45)

Klaus Gauger erzählt in Meine Schizophrenie von seiner Kindheit und Jugend, von seiner Schulzeit und seinem Studium, von der Zäsur im jungen Erwachsenenalter, als er nach einer mehrjährigen Prodromalphase seine erste psychotische Episode erlebt, von Drogen und Vulnerabilitäts-Stress-Modell, von Psychopharmakotherapie und Psychotherapie, von Wahn und seinem rastlosen Reisen durch mehrere Länder.

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Der Araber von morgen, Band 5. Eine Kindheit im Nahen Osten (1992-1994) von Riad Sattouf

„Zu meinem Ärger war mir klar geworden, dass ich mich vor Menschen arabischer Abstammung fürchtete.“ (Seite 102)

Im Jahre 1992 ist Riad Sattouf 14 Jahre alt, also mitten in der Pubertät. Er lebt mit seiner Mutter und seinem kleinen Bruder in Frankreich, während sein Vater den jüngsten Sohn mit nach Syrien genommen hat.

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Du darfst nicht alles glauben, was du denkst. Meine Depression von Kurt Krömer (Hörbuch)

„Die Depression verändert eben auch dein Wesen. Du wirst fremdbestimmt, irgendetwas macht dich zu einem komplett anderen Menschen, der nicht mehr lacht, der keine Emotionen mehr hat, dem alles zu viel ist.“ (Track 23)

Alexander Bojcan, der auf der Bühne und im Fernsehen Kurt Krömer spielt, erzählt in Du darfst nicht alles glauben, was du denkst von seinen depressiven Episoden. Er thematisiert dabei u.a. Alkoholabhängigkeit und Entzug, Panikattacken und Hypochondrie, Scham und Erektionsstörungen, Melancholie und Grübeln, ambulante Psychotherapie und Klinikaufenthalt sowie den Weg zur Genesung.

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Psycho-Tisch. Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar von Heinrich Berger, Peter Bechmann, Véronique Dehimi, Karolina De Valerio und Josef Bäuml

„Psychosen sind anders als die meisten Menschen glauben. Psychosen sind vielfältig und rätselhaft zugleich wie das Menschsein überhaupt. Menschen mit Psychosen sind einzigartig und manchmal auch eigenartig.“ (Seite 1)

Ich habe selbst eine Weile an Psychoseseminaren teilgenommen und empfand das als sehr bereichernd. Ich bin insgesamt sehr begeistert von trialogischer Sicht und finde, dieses Konzept soll und muss dringend ausgebaut werden.

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Drecksarbeit. Geschichten aus dem Maschinenraum unseres bequemen Lebens von Jan Stremmel

„In dieser Welt der Sub-Sub-Subunternehmer, der Kleinlieferanten und Hinterhof-Fabriken, ist Arbeits- oder Umweltschutz immer noch kein Thema. Und genau hier wollten wir hin: in den toten Winkel der Globalisierung.“ (Seite 10)

Jan Stremmel arbeitet Seite an Seite mit Einheimischen und macht dabei echte Drecksarbeit. Er ist dort tätig, wo wir Mitteleuropäer lieber nicht hinsehen, wo wir lieber konsumieren, ohne zu wissen, wie unsere Produkte hergestellt und verarbeitet werden.

Stremmel gewährt dem Leser Einblicke in eine indische Färberei, in Sandraub auf den Kapverden, in Regenwaldabholzung in Paraguay, in eine Rosenfarm in Kenia, in Baumwollproduktion am Aralsee, in Gewächshäuser in Andalusien, in Kaffeeplantagen in Kolumbien etc.

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Macht.Wahn.Sinn. Der rätselhaften Krankheit Schizophrenie auf der Spur von Lara Jänsch

„Durch das Aufschreiben meiner Gedanken in einer akuten Psychose werden diese ungefiltert in diesem Buch übermittelt, und Leserinnen und Leser können sich ein genaues Bild von der Erkrankung machen.“ (Seite 7)

Lara Jänsch hat während ihrer psychotischen Episoden ihre Gedanken, Gefühle und Symptome niedergeschrieben, so dass sie mit ihrem Buch Macht. Wahn. Sinn sehr seltene, wertvolle und hilfreiche Einblicke in akute Krankheitsphasen der Schizophrenie bietet.

In Macht. Wahn. Sinn erzählt Jänsch u.a. von Beziehungsideen und Beeinträchtigungs-/Verfolgungswahn, Angst und Gedankenkreisen, Psychiatrieaufenthalten und richterlicher Unterbringung, Stigmatisierung und Ausgrenzung, Auslösern und Rückfällen, Gedankeneingebung und Minussymptomatik, sozialer Unterstützung und Arbeitsleben, Psychopharmaka und Rebound-Psychosen, Eigengefährdung und freiem Willen.

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Die Notaufnahmeschwester. Ein Alltag zwischen Leben, Tod und Wahnsinn von Ingeborg Wollschläger

„Und trotz der mannigfaltigen Schwierigkeiten im Gesundheitswesen habe ich meinen Job geliebt. Denn der Zauber dieses Berufs liegt nach wie vor in der Begegnung mit unserem ‚Nächsten‘.“ (Seite 10)

Ingebord Wollschläger erzählt in Die Notaufnahmeschwester initial von ihrem eigenen Werdegang und damit auch vom Wandel in der Krankenpflege, von der Geschichte der Pflege.

Im Verlauf berichtet Wollschläger von Regeln für den Besuch einer Notaufnahme, vom Wartezimmer, von Placebo und Nocebo, verschiedenen Erfahrungen mit Patienten und Kollegen, Alkohol- und Drogenintoxikationen, Drehtürpatienten, Tod und Sterben.

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Eine für alle. Als Notärztin zwischen Hoffnung und Wirklichkeit von Carola Holzner (Hörbuch)

„Es ist und bleibt der schönste Job der Welt.“ (Track 2)

Carola Holzner ist Fachärztin für Anästhesiologie und arbeitet u.a. als Notärztin. In ihrem Buch Eine für alle möchte sie reale Einblicke in den Arztberuf bieten und erzählt von Notaufnahme, Intensivstation, Schockraum, Notarzteinsatzfahrzeug, posttraumatischer Belastungsstörung, Trauerphasen, Suizid etc. Sie berichtet von Notfällen, von Humor, Kollegialität, traumatischen Erfahrungen, schönen und traurigen Momenten.

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Von Füchsen und Menschen von Sophia Kimmig

„Ich trage eine Fuchsbrille. Eine Brille, die mich eine verborgene Welt sehen lässt, die ich ohne nicht bemerkt habe. Wenn ich mich durch die Stadt bewege, sehe ich sie. Überall.“ (Seite 11)

Die Biologin Sophia Kimmig ist fasziniert von Füchsen und erzählt in ihrem (wunderbaren!) Buch von Fachterminologie und Medienwirksamkeit, Verbreitung und Flexibilität von Füchsen, Paarungszeit und Monogamie, Tollwut und Jagd, siedlungsnutzenden und siedlungsabhängigen Arten, Mythen und Fabeln, Neozoen und Landflucht, Schnüren und Stadtfüchsen, Feldforschung und Fuchsfallen.

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Machen Sie mal zügig die Mitteltüren frei. Eine Berliner Busfahrerin erzählt von Susanne Schmidt

„diese Stadt, die so viel Toleranz übt für so viele Seiten des Lebens, die Begegnungen ermöglicht, Abenteurer anlockt. Mein neuer Beruf schenkt mir Einblicke und Berührungen, die voller zwischenmenschlicher Überraschungen stecken.“ (Seite 31)

Als die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) explizit Frauen zur Bewerbung animieren, zögert Susanne Schmidt nicht lange, bewirbt sich und wird eingestellt. Sie geht euphorisch in ihren neuen Lebensabschnitt, freut sich, ist stolz und gespannt. Die Ernüchterung kommt leider schneller als gedacht.

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