Psycho-Tisch. Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar von Heinrich Berger, Peter Bechmann, Véronique Dehimi, Karolina De Valerio und Josef Bäuml

„Psychosen sind anders als die meisten Menschen glauben. Psychosen sind vielfältig und rätselhaft zugleich wie das Menschsein überhaupt. Menschen mit Psychosen sind einzigartig und manchmal auch eigenartig.“ (Seite 1)

Ich habe selbst eine Weile an Psychoseseminaren teilgenommen und empfand das als sehr bereichernd. Ich bin insgesamt sehr begeistert von trialogischer Sicht und finde, dieses Konzept soll und muss dringend ausgebaut werden.

Ich empfand das Buch bisweilen als recht kryptisch und kaum verstehbar, aber genau das ist manchmal der Blick von außen auf eine Psychose, so dass ich die Sammlung von Texten und Bildern insgesamt sehr spannend, sehr aussagekräftig und sehr anschaulich fand.

Die Prosa, die Gedichte, die Fotos und die Zeichnungen bieten allesamt Einblicke in die Gefühls-, Gedanken- und Erlebniswelt von Menschen mit Psychose bzw. den Blick von außen durch Angehörige und Behandler.

Wenn einem das Thema Psychose noch eher fremd ist, fällt einem der Einstieg ins Buch möglicherweise nicht ganz leicht, und man muss sich erst einlesen und vor allem auf die Texte und Bilder einlassen. Wenn man das schafft, bietet sich dem Leser eine unglaubliche Bandbreite an Erfahrungen und Sichtweisen, die sehr bereichernd und beeindruckend sind und ein wenig an Symptomen und Symptombewältigung teilhaben lassen.

Heinrich Berger, Peter Bechmann, Véronique Dehimi, Karolina De Valerio und Josef Bäuml (Herausgeber): Psycho-Tisch. Geschichten und Bilder aus dem Münchner Psychose-Seminar. Papst Science Publishers, 2020, 336 Seiten; 30 Euro.

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