Baumhaus mit Faultier von Ina Knobloch

„Die Costa Ricaner gehören zu den glücklichsten und freundlichsten Menschen der Erde.“ (Seite 110)

Ina Knobloch hat schon als Kind von einem Baumhaus im Urwald geträumt, und als sie 1987 zum ersten Mal nach Costa Rica reist, rückt sie ihrem Traum Stück für Stück näher.

Drei Jahrzehnte lang kommt sie immer wieder nach Costa Rica, wo sie sich schließlich ein Grundstück kauft und eines Tages tatsächlich hoch in den Gipfeln der Urwaldbäume wohnt. Baumhaus mit Faultier von Ina Knobloch weiterlesen

Mit der Faust in die Welt schlagen von Lukas Rietzschel (Buch und Hörbuch)

„Deshalb ist man doch kein Nazi.“ (Track 105)

Philipp und sein jüngerer Bruder Tobias wachsen in der sächsischen Provinz auf. Nach dem Fall der Mauer sind die hier lebenden Menschen unzufrieden, fühlen sich von der Regierung vergessen und sind überzeugt, dass Versprechen nicht eingelöst wurden.

Lukas Rietzschel erzählt in seinem Debütroman Mit der Faust in die Welt schlagen von einer Kindheit und Jugend in der Nähe von Bautzen, von Arbeitslosigkeit und Umschulung, von Alkoholismus und fehlenden Zukunftsperspektiven, von einer weit verbreiteten Xenophobie und der Angst, noch mehr zu verlieren. Mit der Faust in die Welt schlagen von Lukas Rietzschel (Buch und Hörbuch) weiterlesen

Tage ohne Hunger von Delphine de Vigan

„Und dann hatte sich die Kälte in ihr ausgebreitet, eine unglaubliche Kälte. Diese Kälte, die ihr sagte, dass sie am Ende angelangt war, dass sie zwischen Leben und Sterben wählen musste.“

Laure, die Hauptprotagonistin in Delphine de Vigans neuestem Roman Tage ohne Hunger, leidet an Anorexia nervosa und hungert sich buchstäblich zu Tode, kann kaum noch aus dem Haus gehen, zieht sich von Freunden zurück.

Erst als sich eine schier unerträgliche Kälte in ihrem Körper ausbreitet, sie deshalb unzählige Lagen an Kleidung tragen und Stunden am Heizkörper verbringen muss, sucht sie sich Hilfe und lässt sich auf einen Termin mit einem Spezialisten für Essstörungen ein. Einen Krankenhausaufenthalt schließt sie jedoch nach wie vor aus:

„Es war noch zu früh, obwohl ihr eigentlich keine Zeit mehr blieb.“ Tage ohne Hunger von Delphine de Vigan weiterlesen

Polarlichter von Bernd Römmelt und Felicitas Mokler

„Jedes Polarlicht ist anders, einzigartig, und auch jede Landschaft wirkt anders unter diesem besonderen Lichtphänomen.“ (Seite 7)

Bernd Römmelt ist zum Polarlichtsüchtigen geworden, seit er 1997 sein erstes Polarlicht gesehen und fotografiert hat. Polarlichter von Bernd Römmelt und Felicitas Mokler weiterlesen

Und du bist nicht zurückgekommen von Marceline Loridan-Ivens

„Es ist, als wäre ich schon nicht mehr da.“

Marceline Loridan-Ivens wird 1928 als Marceline Rozenberg geboren und im März 1944 zusammen mit ihrem Vater nach Polen deportiert. Sie selbst kommt nach Birkenau, er nach Auschwitz. Obwohl sie nur wenige Kilometer voneinander getrennt sind, plagt sie „die unerträgliche Ungewissheit, was aus dem anderen wurde“. Doch eines Tages gelingt es Marcelines Vater, ihr einen Zettel überbringen zu lassen. Dies wird die letzte Nachricht von ihrem Vater sein, und Zeit ihres Lebens wird sie versuchen, diese Nachricht zu rekonstruieren, deren Inhalt sie sofort nach dem Lesen vergessen hat. Und du bist nicht zurückgekommen von Marceline Loridan-Ivens weiterlesen

Weil wir Essen lieben von Daniel Anthes und Katharina Schulenburg

„Das Essen, das wir weltweit wegwerfen, würde dreimal reichen, um alle Hungernden der Welt zu ernähren.“ (Valentin Thurn)

Daniel Anthes und Katharina Schulenburg haben in ihrem Buch Weil wir Essen lieben zusammengetragen, was man über Essensverschwendung wissen sollte: die schockierenden Zahlen, wie viel Essen tagtäglich im Müll landet, welche Konsequenzen dies hat und welche Lösungen es gibt. Sie erwähnen Websites, Geschäfte, Restaurants, die sich des Themas angenommen haben, und stellen dabei tolle Projekte vor, die ich mir gleich markiert habe, z.B. „Knödelkult“, „Dörrwerk“ und das Restaurant „Restlos Glücklich“. Weil wir Essen lieben von Daniel Anthes und Katharina Schulenburg weiterlesen

Und doch ist es Heimat von Jochen Metzger

„Die Feinde sind da. Mitten in Sandheim.“

Sandheim, ein badisches Dorf zwischen Bruchsal und Karlsruhe, ist vom Zweiten Weltkrieg weitestgehend verschont geblieben, doch kurz vor Ende des Krieges fallen auch hier Bomben. Die Dorfbewohner warten auf den Einzug der Amerikaner, doch auch die französische Armee rückt immer näher. Und doch ist es Heimat von Jochen Metzger weiterlesen

Loyalitäten von Delphine de Vigan

„Er schließt die Augen, alles ist weggewaschen, ja, und alles kann beginnen.“ (Seite 12)

Théo Lubin, ein schweigsamer, 12-jähriger Junge, wächst nach der Trennung seiner Eltern in wechselnder Obhut auf. Théo wird von seinen Eltern hin- und hergerissen, die den Konflikt miteinander über ihren Sohn austragen, er „ist die Geisel eines Konfliktes, der ihn verstummen lässt“ (Interview mit Delphine de Vigan vom 18. Februar 2018 in Marie-Claire).

Während Théos Mutter versucht, Kontrolle über die Situation und ihren Sohn zu behalten, verwahrlost Théos Vater, der arbeitslos geworden ist, das Haus nicht mehr verlässt und kaum noch am Leben teilnimmt, immer mehr, wird jedoch von Théo gedeckt, der sich ihm gegenüber bedingungslos loyal zeigt und allen anderen verheimlicht, wie schlecht es seinem Vater geht.

In der Schule und in den Wochen, in denen Théo bei seiner Mutter wohnt, verbringt Théo die meiste Zeit mit seinem Freund Mathis Guillaume, mit dem er heimlich Alkohol trinkt, wobei er die Dosis so lange steigern will, bis er endlich nichts mehr spürt. Loyalitäten von Delphine de Vigan weiterlesen

Geisterhäuser. Verlassene Orte in den Alpen von Stefan Hefele und Eugen E. Hüsler

„Nichts ist ewig, nicht einmal die Ewigkeit.“ (Seite 16)

Stefan Hefele (Fotograf) und Eugen E. Hüsler (Autor) erzählen in ihrem Buch in Bild und Text von Vergänglichkeit und Ewigkeit, von Geschichte und von den Alpen.

Dabei stellen sie in ihrem Buch Straßen und Wege im Gebirge vor (Kapitel „Lebensadern“), berichten vom harten Leben in der Viehwirtschaft, Landwirtschaft etc. (Kapitel „Bauernwelt“), bieten Einblicke in die Festungen in den Alpen (Kapitel „Eingebunkert“), zeigen die Industrie in den Alpen (Kapitel „Arbeitswelten“), erzählen von Sport- und Vergnügungsstätten (Kapitel „Spielwelten“) und präsentieren verlassene Villen und Ansitze (Kapitel „Verblichener Glanz“). Geisterhäuser. Verlassene Orte in den Alpen von Stefan Hefele und Eugen E. Hüsler weiterlesen

Manhattan Beach von Jennifer Egan (Hörbuch und Buch)

„Die Mädchen haben unsere Erwartungen weit übertroffen. Sie wären überrascht – ich war es jedenfalls -, wenn Sie wüssten, dass sie ihre Vorzüge haben. Sie sind kleiner und wendiger. Sie kommen in jeden Winkel. Und die Hausarbeit sorgt für Fingerfertigkeit, all das Stricken und Nähen, Sockenstopfen, Gemüseschnippeln …“ (Track 96)

Anna Kerrigan lebt zusammen mit ihrer Mutter Agnes, ihrem Vater Eddie und ihrer behinderten Schwester Lydia in den 1930er Jahren in New York. Als ihr Vater, der vom Waisenkind zum wohlhabenden Mann aufgestiegen, im Zuge des Börsenkrachs sozial und finanziell wieder abgestürzt ist und sich aus Not möglicherweise mit den falschen Leuten eingelassen hat, eines Tages spurlos verschwindet, wird die 19-jährige Anna zur Alleinversorgerin für sich, ihre Mutter und Lydia. Sie arbeitet in einer Werkstatt in der Marinewerft, der Brooklyn Naval Yard, prüft dort Teile für Schlachtschiffe. Doch sie träumt von einem Leben als Taucherin, einem Beruf, der normalerweise nur Männern vorbehalten ist. Manhattan Beach von Jennifer Egan (Hörbuch und Buch) weiterlesen