Die Wand von Marlen Haushofer (Hörbuch)

„Von allen Seiten kriecht die Angst auf mich zu“

Die Ich-Erzählerin wird von ihrer Cousine und ihrem Mann für ein paar Tage auf deren Jagdhaus in den Bergen eingeladen. Am Abend verabschieden sich die Gastgeber von ihr, um kurz das Dorf zu besuchen, doch sie kommen am Abend und auch in der Nacht nicht zurück.

Am Morgen macht sich die verwunderte und beunruhigte Ich-Erzählerin schließlich zusammen mit dem Hund der Gastgeber auf den Weg ins Dorf, um nach den beiden zu schauen. Da bemerkt sie eine Glaswand, die sie am Weitergehen hindert und die sie von der Außenwelt komplett abschirmt. Die Wand von Marlen Haushofer (Hörbuch) weiterlesen

Am seidenen Faden. K2 und andere Grenzerfahrungen von Hans Kammerlander

„Glück. Ich empfand einen dieser kostbaren Momente des Glücks. Es ist schwer zu beschreiben, was wirklich in mir vorging. Ich spürte die Erleichterung, physisch wie psychisch. Das Brennen in den Muskeln ließ nach, die Atemfrequenz senkte sich, und der Puls wurde wieder normal. Mein Kopf sagte mir: Endlich! Endlich angekommen!“

Hans Kammerlander beschreibt in Am seidenen Faden seinen langen Weg zum Gipfel des K2. Zwischen den Berichten über seine Besteigungsversuche des zweithöchsten Berges der Welt erzählt er von anderen Abenteuern auf den 8000ern sowie von Expeditionen in den Alpen und zum Cerro Torre. Am seidenen Faden. K2 und andere Grenzerfahrungen von Hans Kammerlander weiterlesen

Peaks of Europe. Ein Roadtrip durch das wilde Europa von Johan Lolos

„Ich möchte euch mit diesem Bildband die grandiose Vielfalt der europäischen Landschaften zeigen.“ (Seite 10)

Johan Lolos hat 145 Tage lang Europa bereist und nimmt den Leser mit in den Norden Europas (Schottland, Norwegen, Spitzbergen, Island), auf den Balkan (Griechenland, Kroatien, Albanien, Montenegro) und in die Alpen (Slowenien, Italien, Österreich, Deutschland, Frankreich, Schweiz). Peaks of Europe. Ein Roadtrip durch das wilde Europa von Johan Lolos weiterlesen

Lincoln im Bardo von George Saunders

„Es ist schwer, so schwer, ihn gehen zu lassen!“ (Seite 64)

Willie Lincoln, der dritte Sohn des Präsidenten Abraham Lincoln, starb am 20. Februar 1862 im Alter von 11 Jahren an Typhus.

In der Nacht nach der Beerdigung auf dem Oak Hill Cemetery in Georgetown kehrt der trauernde Präsident zurück auf den Friedhof, betritt die Gruft und öffnet den Sarg, um den geliebten Sohn ein letztes Mal im Arm zu halten.

Willie befindet sich im Bardo, laut tibetanischer Lehre das Reich zwischen Diesseits und Jenseits, und mit dem Besuch des Vaters auf dem Friedhof erwachen die Geister der Toten, der Geschichte und der Literatur und sprechen miteinander über den Vater, den Sohn, die Krankheit, den Tod, das Nicht-Verstehen des tragischen Verlusts eines wichtigen Menschen, die Liebe. Lincoln im Bardo von George Saunders weiterlesen

Der Bergmann von Natsume Sōseki

„Der Leser fühlt sich, als würde er im Dunkeln nach der nächsten Sprosse einer Leiter greifen, und da ist nichts.“ (Vorwort von Haruki Murakami, Seite 16)

Im Februar 1907 kam es in einem Kupferbergwerk in Ashio zu einem Arbeiteraufstand, der das ganze Land bewegte. Zwar erwähnt Natsume Sōseki an keiner Stelle seines Romans, dass sich seine Geschichte an diesem Ort zugetragen hat, aber verschiedene Details wie die Lage und die Größe der Mine, um die sich der Roman dreht, lassen den Schluss zu, dass Sōseki von dem Aufstand beeinflusst wurde, sich aber aus unbekannten Gründen darüber ausschwieg.

Erzählt wird in Der Bergmann die Geschichte eines gebildeten 19-Jährigen, der seine Heimatstadt Tōkyō verlassen hat, weil er zwischen zwei Mädchen stand und sich mit seiner Familie überworfen hat.

Dieser junge Mann, der Ich-Erzähler des Romans, hat vor zu sterben oder zumindest an einen menschenleeren Ort zu gehen, doch dann wird ihm Arbeit in einem Kupferbergwerk angeboten, was sein Interesse weckt: Der Bergmann von Natsume Sōseki weiterlesen

In eisige Höhen. Das Drama am Mount Everest von Jon Krakauer

„Zwischen Qual und Vergnügen bestand ein dermaßen eklatantes Mißverhältnis, wie ich es noch auf keinem anderen Berg erlebt hatte.“

Jon Krakauer wurde 1996 von der Zeitschrift „Outside“ nach Nepal geschickt, um über die Kommerzialisierung des Bergsteigens am Mount Everest zu schreiben. Er schließt sich einer geführten Tour an und steht schließlich selbst auf dem Gipfel. Doch dann geschieht eine Katastrophe: Aufgrund eines Schneesturms sterben mehrere Mitglieder verschiedener Expeditionen. In eisige Höhen. Das Drama am Mount Everest von Jon Krakauer weiterlesen

Diamir. König der Berge von Reinhold Messner

„[…] und ich fühlte, der Nanga Parbat war nun der König der Berge, und ich war der Nanga Parbat.“

Der Bildband Diamir. König der Berge beinhaltet die Erkundungsgeschichte des Nanga Parbat und veranschaulicht die einzelnen Expeditionen anhand von Zitaten, Fotografien, Tagebucheinträgen etc.

Erwähnt werden unter anderem der erste Versuch einer Nanga Parbat-Besteigung durch Albert Frederick Mummery (1895), die Himalaya-Expeditionen unter Leitung von Willy Merkl (1932 und 1934), die Erstbesteigung über die Rakhiot-Seite durch Hermann Buhl (1953), die Besteigung der Rupal-Wand durch Günther und Reinhold Messner und der Tod Günthers beim Abstieg (1970) sowie die erste Alleinbesteigung durch Reinhold Messner (1978). Zudem werden viele Informationen aus Reinhold Messners Leben und zu seinen Projekten (Günther Mountain School, Messner Mountain Foundation, Messner Mountain Museum) geboten. Diamir. König der Berge von Reinhold Messner weiterlesen

Macbeth von Jo Nesbø (Hörbuch)

„Denn Verrat ist menschlich, ewige Treue nicht.“ (Track 38)

Jo Nesbø nimmt den Leser in seiner Adaptation von William Shakespeares Tragödie Macbeth mit ins schottische Fife, einer tristen Stadt, in der Drogen, Korruption und Gewalt an der Tagesordnung sind, seit Chief Commissioner Kenneth das Sagen hatte. Nach dessen Tod wird Duncan sein Nachfolger, ein integrer Polizist und Hoffnungsträger der Bewohner Fifes.

Duncan schätzt den Polizeiinspektor Macbeth, der als unbestechlich gilt, der allerdings von seiner Freundin Lady aufgestachelt wird, Duncan aus dem Weg zu schaffen, um selbst die Macht über die Stadt zu übernehmen. Macbeth von Jo Nesbø (Hörbuch) weiterlesen

Der zerrissene April von Ismail Kadare

„Bis zu dem Tag, an dem er tötete, gab es für ihn kein Leben. Erst wenn er getötet hatte und selbst vom Tod verfolgt war, begann er zu leben.“ (Seite 31 der gebundenen Ausgabe von 2001)

Schon zum zweiten Mal liegt Gjorg Berisha auf der Lauer, um den Mann zu töten, der den Tod seines Bruders auf dem Gewissen hat. Beim ersten Versuch wurde der Mann nur verwundet, aber diesmal ist Gjorg erfolgreich und erschießt Zef Kryeqyqe.

Die Nachricht vom Tod Zefs verbreitet sich in dem kleinen albanischen Bergdorf in Windeseile, und Gjorg und seine Verwandtschaft schließen sich in ihrem Zuhause ein, um der Blutrache der Kryeqyqes vorerst zu entkommen. Dann leistet die Familie des Getöteten das kleine Ehrenwort, wodurch dem Blutvergießen 24 Stunden Einhalt geboten wird, und das Dorf entscheidet sich schließlich zum 30-tägigen großen Ehrenwort, was Gjorg einen ganzen Monat der Sicherheit gibt. Doch Gjorg weiß, dass er nach diesen 30 Tagen von einem Familienmitglied der Kryeqyqes getötet werden wird. Der zerrissene April von Ismail Kadare weiterlesen

Miss Everest von Bonita Norris

„Physisch hatte ich keine Energie mehr, keine Fettreserven oder Kalorien aus der Nahrung, ich hatte nichts getrunken und nicht geschlafen. Ich hatte einzig das Versprechen an mich selbst, dass ich ganz bestimmt dorthin gelangen würde, wo ich schon so lange hin wollte. Dafür musste ich nur weiter die kleinen Schritte machen.“ (Seite 160)

Mit Beginn der Pubertät entwickelt Bonita Norris eine Bulimia nervosa, die sie mehrere Jahre begleitet, bis sich die Britin darauf besinnt, was ihr früher gut getan hat: das Laufen. Sie beginnt wieder mit Langstreckenläufen, lässt die Bulimia nervosa zurück und steigert ihre Leistung immer mehr.

Als Norris einen Vortrag über eine Mount Everest-Besteigung besucht, wächst in ihr die Idee, dass sie selbst zum höchsten Berg der Erde aufbrechen möchte, obwohl sie noch nie auf einem Berg stand. Doch sie hält unbeirrbar an ihrem Traum fest, lernt Klettern und nähert sich so Schritt für Schritt dem Mount Everest.

Im Jahre 2009 bricht die 21-jährige Norris schließlich auf zum Manaslu, dem achthöchsten Berg der Erde. Es ist ihr erster 8000er und eine Art Generalprobe für den Mount Everest, den sie im Jahr darauf besteigt. Miss Everest von Bonita Norris weiterlesen