Herausforderung Pädophilie. Beratung, Selbsthilfe, Prävention von Claudia Schwarze und Gernot Hahn

„Pädophilie ist eines der emotional am stärksten aufgeheizten Themen in unserer Gesellschaft und wird gleichzeitig tabuisiert.“ (Seite 14)

Claudia Schwarze und Gernot Hahn sprechen in ihrem Buch zahlreiche Aspekte und Facetten im Zusammengang mit Pädophilie an. So bieten sie initial eine Begriffsklärung und eine Begriffsabgrenzung, gehen auf Ursachen pädophiler Neigungen sowie Strafverfolgung ein, erklären, wie man mit Pädophilie leben lernen kann, schreiben über Gefühle und die Unterstützung von Angehörigen, vom Einfluss des Internets, von Risiko- und Schutzfaktoren, d.h. wie und wodurch aus pädophil Veranlagten Täter werden oder eben keine Täter werden. Des Weiteren setzen sich die Autoren mit den Folgen von sexuellem Missbrauch, mit Möglichkeiten der Selbsthilfe sowie mit professioneller Hilfe und Therapie auseinander, bevor sie das Therapieangebot „Kein Täter werden“ vorstellen.

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Der Cellist von Sarajevo von Steven Galloway

„Man kann nicht mehr sagen, welche Version der Lüge die Wahrheit ist. Ist das wahre Sarajevo die Stadt, in der Menschen glücklich waren, einander gut behandelt, ohne Hass miteinander gelebt haben? Oder ist das wahre Sarajevo die Stadt, wie er sie heute sieht, in der die Menschen einander töten, wo Kugeln und Granaten von den Bergen herabfliegen und die Häuser einstürzen?“ (Seite 227)

Ein Cellist beobachtet eines Nachmittags aus dem Fenster eine Menschenschlange, die nach Brot ansteht. Sekunden später sind 22 dieser Menschen in Folge eines Mörsergranateneinschlags tot: Freunde, Nachbarn, Fremde.

Vierundzwanzig Stunden nach dem Anschlag setzt sich der Cellist, der in Friedenszeiten der erste Cellist des Philharmonischen Orchesters von Sarajevo war, in den Krater der Granate und spielt Albinonis Adagio – 22 Tage lang, täglich um 16 Uhr, um der Toten zu gedenken. Der Cellist von Sarajevo von Steven Galloway weiterlesen

Richard Wagner. Sein Leben, sein Werk, sein Jahrhundert von Martin Gregor-Dellin (Hörbuch)

„Was für ein Leben! Prall, grotesk, absurd zuweilen, turbulent, nie langweilig, oft auf der Kippe, ein fast ununterbrochener Tanz auf dem Vulkan und mehr als nur einmal dem Sturz in den Abgrund nahe. Spannend auch für den, der mit der Musik Wagners nichts anfangen kann oder seine Werke noch nie gehört hat. Was für eine Zeit, deren einzigartiger Zeuge Richard Wagner ist.“ (Zitat aus dem Booklet)

Martin Gregor-Dellin erzählt in seiner Biografie fast romanhaft vom Leben und Schaffen Richard Wagners. Er berichtet von seiner Kindheit, die von Kriegswirren und dem frühen Verlust des Vaters geprägt wurde, von Jugend und Erwachsenenalter, von frühen Kontakten zur Kunst, von den Einflüssen auf sein Werk, von Rivalitäten und Schicksalsschlägen, vom Wirken in verschiedenen Städten, von der Entstehung seiner Werke, der Unterstützung durch König Ludwig II. von Bayern, vom Kontakt mit Friedrich Nietzsche und Franz Liszt, von Frauen, Schulden, Krankheit, Erfolgen, vom Bau des Bayreuther Festspielhauses und von Wagners Tod.

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Letzte Lieder. Sterbende erzählen von der Musik ihres Lebens von Stefan Weiller

„Mein Liederwunsch ist ganz schlicht und zum Sterben schön. Es sagt nur eins: Wir müssen es nehmen, wie es kommt.“

Stefan Weiller hat Sterbende in Hospizen besucht und sie gebeten, „aus ihrem Leben zu erzählen und eine Musik zu nennen, die für ihr Leben von besonderer Bedeutung ist“. Diese Interviews hat er in ganz Deutschland geführt, dabei Menschen von Anfang 20 bis Mitte 90 kennengelernt und ihre persönliche Geschichte angehört.

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Je tiefer das Wasser von Katya Apekina

„Bei einer Mutter wie unserer entwickelt man einen Instinkt für bestimmte Situationen. Wenn man sie zu sehr behelligt, geht sie weg.“ (Seite 67)

Vor 12 Jahren hat der erfolgreiche Schriftsteller Dennis Lomack seine deutlich jüngere Frau und Muse Marianne verlassen und seither den Kontakt zu seinen beiden Töchtern verloren. Nach einem Suizidversuch Mariannes holt er die mittlerweile 16-jährige Edie und die zwei Jahre jüngere Mae zu sich nach New York, während die Mutter in eine psychiatrische Klinik in Louisiana eingewiesen wird.

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Sind wir nicht Menschen. Stories von T.C. Boyle

„Er musste diese neue Information verarbeiten, was, wie er zugeben musste, nicht leicht war und immer schwerer wurde. Nichts war, wie es schien.“ (Seite 345)

Laut Klappentext nimmt uns T.C. Boyle in seinem neuen Band mit Stories mit „in unsere unheimliche Zukunft“, doch dies trifft lediglich auf einen Teil der Geschichten zu. Der Großteil der Stories könnte sich genauso gut vor unserer Haustür bzw. in der Gegenwart ereignen, obwohl die Stories bisweilen eine recht bizarre Note aufweisen, so wie man das von Boyles Geschichten gewohnt ist.

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Glücksspielsucht von Sascha Lutz

„Die definierten Elemente der Freiwilligkeit, der festgesetzten Grenzen, der bindenden Regeln, das Gefühl der Spannung und (Vor-) Freude oder das Bewusstsein des Andersseins als das gewöhnliche Leben lassen sich sicherlich auch auf das Glücksspielen übertragen. Aus der Erfahrung mit der Arbeit mit Menschen, die Probleme durch Glücksspiel bekamen, lässt sich sagen, dass sich diese Elemente über die Zeit des Spielens verändern. Beschrieben wird dann ein nicht mehr freiwilliges, sondern zwanghaftes Glücksspielen. Das Glücksempfinden dauert nur noch eine kurze Zeit an und wird ersetzt durch ein Gefühl der Notwendigkeit und des Getriebenseins.“ (Seite 14)

Sascha Lutz, Diplom-Sozialpädagoge und Sozialtherapeut, befasst sich in seinem Basiswissen-Titel mit den wichtigsten Aspekten der Glücksspielsucht: Definition, historische Entwicklung bestimmter Glücksspielformen, Rechtsprechung, Epidemiologie, Diagnostik, therapeutischer Beziehung, Suizidalität, Spielertypen, Beratungsmethoden und Hilfsangebote.

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Uhrwerk Orange von Anthony Burgess (Hörbuch)

„Wenn ein Mensch nicht mehr entscheiden kann, hört er auf, ein Mensch zu sein.“ (Track 3)

Alex hat Spaß an Ausschweifungen und Gewalt. Mit seinen drei Droogs konsumiert er Alkohol und Drogen, schlägt wehrlose Menschen brutal zusammen, raubt sie aus, vergewaltigt Frauen.

Als Alex‘ Freunde mit seiner Führungsrolle in der Gruppe mehr und mehr unzufrieden sind, lassen sie ihn an einem Tatort im Stich, so dass Alex von der Polizei festgenommen wird. Da das Opfer des Raubzugs an den Misshandlungen stirbt, wird Alex wegen Mordes angeklagt und zu 14 Jahren Gefängnis verurteilt.

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Und was, wenn alle merken, dass ich gar nichts kann? von Sabine Magnet

„Doch Ihnen ist es gelungen.

Ich weiß, was Sie jetzt sagen wollen: Das war reiner Zufall. Sie hatten eben Glück. Waren zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Sind nur durch Beziehungen hier gelandet. Oder weil die Sie halt sympathisch finden. Sie denken bestimmt, dass die alle keine Ahnung haben, dass in Wirklichkeit Sie keine Ahnung haben. Dass Sie nur bluffen und die ganze Zeit bloß so tun als ob – und hoffen, dass Ihr Schwindel nicht auffliegt und alle merken, dass Sie gar nichts können …“ (Seite 9)

Sabine Magnet klärt in den ersten Abschnitten ihres Buches, was das Impostor-Phänomen ist und was es nicht ist, wie es sich bemerkbar macht, wie verbreitet es ist etc. Sie untermauert ihre Ausführungen dabei mit Wissen aus der Persönlichkeitspsychologie und den Ergebnissen verschiedener Studien zum Thema.

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Shotgun Lovesongs von Nickolas Butler

„Wie hatten sich unsere Wege getrennt und warum gab es zwischen ihnen überhaupt noch eine Verbindung?“

Little Wing, Wisconsin: Die fünf Freunde Leland, Kip, Ronny, Henry und Beth kennen sich schon eine Ewigkeit und teilen viele gemeinsame Erinnerungen, doch als Erwachsene gehen sie völlig unterschiedliche Wege. Leland wird ein erfolgreicher Musiker und reist um die Welt, Kip verbringt einige Jahre in Chicago und macht dort Karriere als Rohstoffmakler, Ronny war lange Jahre Alkoholiker und ein berühmter Rodeoreiter, doch ist nach einer Hirnblutung kognitiv leicht beeinträchtigt, Henry und Beth waren schon in der Schule ein Paar, sind nun verheiratet, haben zwei Kinder und kämpfen um ihre Farm. Shotgun Lovesongs von Nickolas Butler weiterlesen