Therapie-Tools Posttraumatische Belastungsstörung von Kristina Lühr, Christine Zens und Meike Müller-Engelmann

„Die Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung, insbesondere die traumafokussierte Arbeit mit traumatischen Erinnerungen, stellt für viele Psychotherapeuten eine Herausforderung dar. Häufig wird sogar eine so große Hürde erlebt, dass Therapeutinnen und Therapeuten davor zurückschrecken, den Betroffenen eine Behandlung anzubieten. Die Konsequenz ist, dass viele Betroffene trotz eines oft sehr hohen Leidensdrucks keine adäquate Unterstützung erhalten und die Störung weiter chronifiziert.“ (Seite 13)

Kristina Lühr, Christine Zens und Meike Müller-Engelmann setzen sich in ihren Therapie-Tools Posttraumatische Belastungsstörung mit der Diagnostik der PTBS, äußerer Sicherheit (z.B. Täterkontakte, Beziehungsgewalt, Stalking), Psychoedukation (z.B. Störungsmodell, Symptome, Trigger), Stabilisierung (z.B. Achtsamkeit, Anspannungskurve, Umgang mit Dissoziation, Umgang mit selbstschädigendem Verhalten), Traumabearbeitung (z.B. kognitive Techniken, Umgang mit traumabezogenen Gefühlen, Exposition, Imagery Rescripting, Albtraumbehandlung), Integration und Rückfallprophylaxe sowie Psychohygiene für die Behandler auseinander.

Ich habe klinische, aber nur wenig psychotherapeutische Erfahrung mit Betroffenen mit PTBS, so dass ich sehr gespannt auf den hier besprochenen Band war.

Ich kenne schon viele Therapie-Tools-Bände, die mich (fast) immer restlos begeistern, aber hier bin ich besonders beeindruckt von der Fülle an Informationen, die die Autoren bieten, von der Breite des Wissens und der Praxisnähe.

Wie alle Therapie-Tools ist auch der hier besprochene PTBS-Band sehr übersichtlich und durch die Arbeits- und Infoblätter sehr praxisnah, da man diese sofort einsetzen kann, sie selbsterklärend sind und die klinische Arbeit sehr erleichtern.

Besonders gelungen fand ich neben den detaillierten Beschreibungen der Vorbereitung und Durchführung der Exposition auch die Tipps zur Beziehungsgestaltung, den Fokus auf die äußere Sicherheit (z.B. Unterstützungsangebote bei Gewalterfahrungen und Sicherheitsplan bei Beziehungsgewalt) und die hilfreichen Informationen zu Emotionen (Schuld, Scham, Ekel) und Dissoziation, was mir auch für andere Störungsbilder sehr weiterhilft.

Kristina Lühr, Christine Zens und Meike Müller-Engelmann: Therapie-Tools Posttraumatische Belastungsstörung. Beltz, 2021, 371 Seiten; 44,95 Euro.

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