Schlagwort-Archive: Basiswissen

Umgang mit traumatisierten Patienten von Jens Gräbener

„Traumatisierte Patientinnen und Patienten unterscheiden sich in einem Punkt deutlich von anderen Patientengruppen: Sie haben etwas erlebt, was sie dauerhaft verändert hat, und zwar in einer Umwelt, die sich oft wenig oder gar nicht vom Lebensumfeld anderer Menschen unterscheidet. Ihre Symptome lassen sich nicht auf neurophysiologische Funktionsstörungen oder genetische Dispositionen reduzieren. Das, was diesen Menschen zugestoßen ist, könnte auch anderen, und damit auch professionellen Helfern zustoßen. Wie würden wir selbst reagieren? Könnten wir lernen, damit umzugehen? Was würde sich für uns und in uns verändern? Wie würde unser soziales Umfeld reagieren?“ (Seite 9)

Jens Gräbener fasst in seinem Basiswissen-Titel das Wichtigste zum Thema Trauma und Traumatisierung zusammen. Er berichtet u.a. von Typ-I-Trauma (einmalig, kurzfristig einwirkend) und Typ-II-Trauma (mehrfach, langfristig einwirkend), akzidentiellen und interpersonellen („man-made“) Traumata, traumatischer Zange und Dissoziation, Hippocampus und Amygdala, Folgen von traumatischen Erlebnissen, Traumabewältigung, professionellen Hilfsangeboten sowie der professionellen Interaktion mit traumatisierten Menschen.

Umgang mit traumatisierten Patienten von Jens Gräbener weiterlesen

Umgang mit Menschen im Maßregelvollzug von Andrea Trost und Stefan Rogge

„Mitarbeitende des Maßregelvollzugs treffen in der täglichen Arbeit auf Untergebrachte, die neben einer schweren psychischen Erkrankung auch noch ein – vielfach schwerwiegendes – Delikt begangen haben. Das Leben dieser Personengruppe weist zumeist tragische Erlebnisse und Ereignisse auf. So finden sich in den Biografien eigene Missbrauchs- und Gewalterfahrungen, mitunter aus dem familiären Umfeld stammend.

Aus diesen biografischen Erlebnissen entwickelte sich dann vielfach der Wandel in die Täterrolle, vollzogen in innerpsychischen Prozessen, die für Außenstehende nur schwer bis gar nicht nachvollziehbar sind.“ (Seite 7)

Andrea Trost und Stefan Rogge fassen in ihrem „Basiswissen“-Titel zusammen, was bei der Arbeit im Maßregelvollzug und beim Umgang mit Menschen im Maßregelvollzug wichtig ist. Sie erzählen von juristischen Grundlagen, von der Milieugestaltung, von der Haltung und der Beziehungsgestaltung, von Sexualität, Gewalt und Aggression, von der Behandlung, Gruppenarbeit und Einbezug von Angehörigen.

Umgang mit Menschen im Maßregelvollzug von Andrea Trost und Stefan Rogge weiterlesen

Umgang mit psychotischen Patienten von Thomas Bock

„Schon vor langer Zeit habe ich entdeckt, dass ich lieber und vermutlich auch besser mit psychoseerfahrenen Menschen arbeite als mit anderen Patientinnen und Patienten. Ich glaube, es hat damit zu tun, dass Menschen in Psychosen vor allem mit sich selbst beschäftigt und in sich selbst verunsichert sind. […] Es berührt mich in eigenen ungefähren Ahnungen, Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten. Und es lässt mich in der Rolle als Gegenüber auf eine gewisse Weise ‚in Ruhe‘. Ich werde nicht sofort in vordergründige Beziehungsscharmützel verwickelt, muss mich nicht automatisch gegen Manipulationen wehren, egal, ob die vom Patienten oder von mir selbst ausgehen. So verrückt es klingen mag: Ich habe mehr Zeit und kann gelassener bei mir selbst bleiben. Der psychotische Mensch wirkt, als sei er in einer eigenen anderen Welt. Und ich kann in Ruhe versuchen, Brücken zu bauen, um ihn in seiner Welt zu besuchen, um unsere Welten wieder zu verbinden und unsere Wahrnehmungen wieder anzunähern.“ (Seite 7)

Thomas Bock erzählt in Umgang mit psychotischen Patienten von seiner eigenen Faszination für Psychosentherapie, von Besonderheiten im Denken, Fühlen und Handeln bei Psychosen, von Entstehung und Aufrechterhaltung von Psychosen, von Kontakt und Gesprächsführung sowie von Psychosentherapie. Zudem setzt er sich mit Fragen wie dem Umgang mit Wahnerleben, Negativsymptomatik, depressiven Denkmustern und manischem Erleben auseinander und verdeutlicht seine Ausführungen an Fallbeispielen.

Umgang mit psychotischen Patienten von Thomas Bock weiterlesen

Umgang mit alkoholabhängigen Patienten von Martin Reker

„Wer das Wagnis riskiert, mit einer Haltung interessierter Neugier verstehen zu wollen, warum sich Menschen mit Alkoholproblemen so verhalten, wie sie es tun, muss die Welt durch die Brille der Betroffenen sehen. Das gelingt am ehesten in einer vorübergehenden Identifikation mit ihnen, indem man sich konkrete Ereignisse schildern lässt, die charakteristisch für das Problemverhalten sind.“ (Seite 8)

Martin Reker berichtet in Umgang mit alkoholabhängigen Patienten von Belohnungs-, Vermeidungs- und Gewohnheitstrinkern, Suchtdruck, Ich-Syntonie versus Ich-Dystonie, Geschlechter- und kulturellen Unterschieden, schädlichem Gebrauch versus Abhängigkeit, körperlichen Veränderungen, Komorbidität, der Geschichte des Alkoholkonsums, Behandlung, Entzug, den Einflüssen von Alkoholkonsum auf Arbeit und Wohnen, rechtlichen und forensischen Aspekten.

Umgang mit alkoholabhängigen Patienten von Martin Reker weiterlesen

Umgang mit depressiven Patienten von Angela Mahnkopf

„Dass fast jeder Mensch glaubt, Depressionen zu kennen, hat Vor- und Nachteile: Das Einfühlen in einen depressiven Menschen scheint zunächst leichter als bei manchen anderen Erkrankungen, weil man eine Ahnung von einzelnen Symptomen des Betroffenen hat. Da viele Menschen aber das Gefühl der Niedergeschlagenheit, Antriebsstörung und Lustlosigkeit nur als kurzzeitigen und vorübergehenden Zustand kennen, meinen sie, dies müsse beim depressiv Kranken ebenso sein. Dieser Schluss ist falsch. Dass sich die depressive Erkrankung qualitativ deutlich vom „normalen Bedrücktsein“ unterscheidet und sich nicht durch ein bloßes „Zusammenreißen“ beheben lässt, wird von Laien oft nicht verstanden.“ (Seite 14)

Angela Mahnkopf, Diplom-Psychologin und psychologische Psychotherapeutin, fasst in ihrem Buch knapp zusammen, was man über den Umgang mit Menschen mit einer depressiven Störung wissen sollte. Sie erzählt von den Unterschieden zwischen normalen Stimmungsschwankungen und einer Depression, von Symptomatik und Diagnostik, Epidemiologie, Etikettierung und Stigmatisierung, einer helfenden Grundhaltung, Depressionsspirale, Suizidalität, der Behandlung und dem Einbezug von Angehörigen.

Umgang mit depressiven Patienten von Angela Mahnkopf weiterlesen

Motivierende Gesprächsführung in der Psychiatrie von Georg Kremer und Michael Schulz

„Manch einer sagt, es sei besser, keine ‚schlafenden Hunde zu wecken‘, sprich: Patienten nicht zu ermutigen, Widerspruch gegen das vorgeschlagene Procedere zu äußern. In der Motivierenden Gesprächsführung möchten wir schlafende Hunde wecken, denn die Erfahrung zeigt: Sie werden sowieso wach.“ (Seite 35)

Motivierende Gesprächsführung basiert auf Grundsätzen der Gesprächspsychotherapie, der kognitiven Verhaltenstherapie und der Kommunikationspsychologie, ist vor allem in der Suchtbehandlung fest etabliert, wird mittlerweile aber auch bei anderen psychische Störungen wie Depression, Posttraumatische Belastungsstörung, Schizophrenie und Angststörungen eingesetzt. Motivierende Gesprächsführung geht davon aus, dass „Menschen in der Regel gegenüber einer Verhaltensänderung nicht motiviert oder unmotiviert sind, sondern ambivalent“ (Seite 10).

Georg Kremer und Michael Schulz bietet in ihrem Basiswissen-Titel einen ebenso knappen wie verständlichen und fundierten Überblick über das Konzept der Motivierenden Gesprächsführung. Der Fokus des Buches liegt dabei auf der akutpsychiatrischen Behandlung und auf der Arbeit mit schwer psychisch erkrankten Menschen.

Motivierende Gesprächsführung in der Psychiatrie von Georg Kremer und Michael Schulz weiterlesen

Cannabiskonsum und psychische Störungen von Michael Büge

„Wie in der Gesamtbevölkerung, so gibt es auch bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung viele, die Cannabis nur gelegentlich und damit gesundheitlich eher unproblematisch konsumieren. Ein vermehrter Konsum von Cannabis kann allerdings bei Menschen mit einer psychischen Erkrankung besondere und auch schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.“ (Seite 7)

Michael Büge fasst in seinem Basiswissen-Buch die wichtigsten Punkte zum Thema Cannabiskonsum zusammen. So bietet er initial basale Informationen zu Begriffen und zur Wirkweise, beantwortet Fragen aus dem Arbeitsalltag mit cannabiskonsumierenden Klienten und erklärt, wie Sucht entsteht, bevor er auf Wechselwirkungen mit psychischen Erkrankungen bzw. Medikamenten eingeht, die Rolle der Helfer beschreibt und Vorschläge zum Umgang mit cannabiskonsumierenden Klienten macht.

Cannabiskonsum und psychische Störungen von Michael Büge weiterlesen

Umgang mit wahnkranken Menschen von Petra Garlipp und Horst Haltenhof

„Es sind also am ehesten das „Nichteinschätzbare“, das „Unheimliche“, das „Nicht- oder Schwernachvollziehbare“ und der Aspekt des „Unvorhersehbaren“, das uns im Kontakt mit wahnkranken Menschen verunsichert und ängstigt, gleichzeitig aber auch neugierig macht und nicht zuletzt fasziniert.“ (Seite 12)

Petra Garlipp und Horst Haltenhof erklären in Umgang mit wahnkranken Menschen zum Einstieg, was ein Wahn ist, bevor sie auf die Terminologie im Zusammenhang mit Wahn eingehen und Begriffe wie Wahneinfall, Wahnwahrnehmung, Wahnstimmung, Wahnerinnerung, Wahnsystem und Wahndynamik näher erklären.

Umgang mit wahnkranken Menschen von Petra Garlipp und Horst Haltenhof weiterlesen

Geschichte der Psychiatrie von Burkhart Brückner

„Geschichtliches Wissen ist ein wichtiges Orientierungsmittel für psychiatrisch Tätige.“ (Seite 7)

Ich bin schon seit vielen Jahren – erst als Krankenschwester, dann als Psychologin – im Psychiatriebereich tätig, und natürlich habe ich dadurch und durch Schul- und Allgemeinwissen einige Einblicke in historische Aspekte der Psychiatrie erhalten, aber explizit mit der Geschichte der Psychiatrie hatte ich mich bis dato noch nicht beschäftigt. Ich fand aber, dass es allmählich Zeit wurde, so dass ich Burkhart Brückners Buch gelesen habe.

Brückner, u.a. Professor für Sozialpsychologie, erzählt in seinem Buch eine knappe Geschichte der Psychiatrie von der Antike bis zur Gegenwart. Sein Fokus liegt dabei auf europäischen Traditionen und dem Umgang mit schweren psychischen Erkrankungen. Geschichte der Psychiatrie von Burkhart Brückner weiterlesen

Umgang mit suizidgefährdeten Menschen von Michael Eink und Horst Haltenhof

„Der Tod geht uns nichts an. Solange wir existieren, ist der Tod nicht da, und wenn der Tod da ist, existieren wir nicht mehr.“ (Seite 10, Zitat von Lukrez)

Ich bin Psychologin und komme deshalb immer wieder mit Suizidalität in Kontakt, doch ich finde das Thema Suizid nicht nur aus beruflicher Sicht relevant, sondern auch aus persönlichen Gründen, da ich weiß, in welchen Abgrund man durch den Suizid eines nahestehenden Menschen gerissen wird.

Ich finde, dass man über Selbsttötung offener sprechen muss, um Menschen in Extremsituationen kompetente Hilfe anbieten, mit Vorurteilen und falschen Überzeugungen aufräumen und Menschen, die jemanden durch Suizid verloren haben, eine emotionale Stütze geben zu können, denn der Verlust durch Suizid ist meiner Meinung nach anders als ein Verlust durch schwere körperliche Krankheit oder einen Unfall und hinterlässt bei den Angehörigen oft eine tiefe Schuld, eine ausgeprägte Wut und/oder ein völliges Unverständnis. Umgang mit suizidgefährdeten Menschen von Michael Eink und Horst Haltenhof weiterlesen