Schlagwort-Archive: Psychotherapie

Stolz. Emotionsarbeit in der Psychotherapie von Gernot Hauke und Christina Lohr

„Wer echten Stolz erleben will, muss Scham riskieren.“ (Seite 69)

Gernot Hauke und Christina Lohr berichten initial von den zwei Gesichtern von Stolz, dem authentischen Stolz und dem überheblichen Stolz. Danach beschreiben sie ein Modell zur Entstehung von Stolz, erklären die Funktion von Stolz und seine Wirkung in der Interaktion.

Im zweiten und ausführlicheren Teil des Buches gehen Hauke und Lohr genauer auf den Umgang mit Stolz in der Psychotherapie ein, erwähnen hilfreiche Konzepte im konkreten Arbeiten mit Emotionen, erklären die Arbeit mit authentischem Stolz und mit überheblichem Stolz sowie stellen Stolzerleben im Beziehungsalltag vor.

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… trotzdem Ja zum Leben sagen. Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager von Viktor E. Frankl

„Er konnte diesen Abend erleben, weil er ihn im Geist vorwegnehmend damals erlebt hatte.“ (Seite 8)

Viktor E. Frankl erzählt in …trotzdem Ja zum Leben sagen von seinen Erfahrungen im Konzentrationslager, aber nicht von „jenen Greueln, die ohnehin schon vielfach geschildert wurden, […] sondern den vielen kleinen Qualen“ (Seite 17).

Frankl trifft in seinem Buch eine grobe Einteilung in drei Phasen des Lagerlebens: die Aufnahme ins Lager, das eigentliche Lagerleben sowie die Zeit nach der Befreiung aus dem Lager. Frankl erzählt von Abstumpfung, Apathie, Hunger, Tod, purer Lebenserhaltung, Kunst, Humor, Leiden, Sinn und Kameradschaft. Dabei zieht er immer wieder Parallelen zu Psychiatrie und Psychologie, was ich als Psychologin natürlich besonders spannend fand.

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Was tut mir gut? Impulse zur Selbstfürsorge von Henriette Ptassek

„Selbstfürsorge kann Stress und Belastungen entgegenwirken und hilft dabei, Überlastungen zu vermeiden und die psychische Gesundheit aufrechtzuerhalten. Sie kann aber auch psychisch oder körperlich kranken Menschen helfen, ihr Wohlbefinden zu verbessern. Selbstfürsorge im eigenen Alltag zu etablieren ist daher ein wichtiger Bestandteil sowohl der Prävention psychischer Erkrankungen als auch ihrer Behandlung.“ (Seite 2)

Das Set enthält 60 Karten mit unterschiedlichsten Ideen für Selbstfürsorge. Es eignet sich für Einzeltherapie und für Gruppensettings. Das Booklet zeigt viele Möglichkeiten eines Einsatzes des Kartensets auf und ist damit eine echte Inspiration.

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Warum Menschen Böses tun. Eine forensische Psychiaterin erzählt von ihren Fällen von Gwen Adshead und Eileen Horne

„[…] wie und warum Zuhören und Mitfühlen einen Unterschied machen können“ (Seite 10)

Seit mehr als drei Jahrzehnten arbeitet Gwen Adshead als forensische Psychiaterin mit straffällig gewordenen Menschen. In Warum Menschen Böses tun erzählt sie von verschiedenen Fällen ihrer Laufbahn, thematisiert dabei unter anderem Serienmord und Psychopathie, Psychose und posttraumatische Belastungsstörung, Othello-Syndrom und narzisstische Persönlichkeitsstörung, Bindungstheorie und Suizidalität, Religion und Seelsorge, Pädophilie und Pädosexualität, Stalking und Erotomanie, Sorgerecht und Münchhausen-Stellvertreter-Syndrom, Gruppentherapie und Sinnfindung.

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Psychoanalyse (griffbereit) von Daina Langner und Sina Hain

„Was geschieht eigentlich in einer Psychoanalyse?“ (Seite 5)

Daina Langner und Sina Hain fassen in ihrem Buch das Wichtigste zum Thema Psychoanalyse zusammen: Trieb-Psychologie, Ich-Psychologie, Objektbeziehungspsychologie, Selbstpsychologie, Mentalisieren, therapeutische Haltung und Störungsmodelle.

Auf mehr als 100 Seiten findet sich im Anschluss ein detaillierter Fallbericht.

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Soziale Angststörung (Fortschritte der Psychotherapie) von Ulrich Stangier, David M. Clark, Denise M. Ginzburg und Anke Ehlers

„Soziale Ängste sind ein verbreitetes menschliches Phänomen. Wenn sie jedoch mit so intensiver Angst vor Peinlichkeit und Blamage verbunden sind, dass starker Leidensdruck und massive Beeinträchtigungen im Beruf und in sozialen Beziehungen entstehen, kann eine Soziale Angststörung vorliegen.“ (Klappentext)

Die Autoren beschreiben initial die Störung, erwähnen dabei Differenzialdiagnosen, Epidemiologie, Risikofaktoren, Verlauf und Prognose, Komorbidität und diagnostische Verfahren.

Danach gehen sie näher auf Störungstheorien und Erklärungsmodelle ein (z.B. Theorie von Beck, Modell von Clark und Wells), thematisieren kurz Diagnostik und Indikation, bevor sie detailliert die Behandlung vorstellen.

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Einsamkeit verstehen. In guter Verbindung mit mir und anderen von Nathalie Schnoor

„Was ist Einsamkeit, was ist sie nicht? Was sind ihre Folgen? Wer fühlt sich einsam? Was führt zu Einsamkeit? Wer oder was kann helfen? Was suchen wir, wenn wir eine „Lösung“ für unsere Einsamkeit suchen? Wenn Einsamkeit bedeutet, dass etwas fehlt, was ist das dann? Ist es immer die Gegenwart anderer Menschen? Gibt es etwas anderes, das die Sehnsucht, die in der Einsamkeit steckt, stillen kann?“ (Seite 8)

Nathalie Schnoor fasst in ihrem Buch die wichtigsten Aspekte von Einsamkeit zusammen. Sie schreibt, was Einsamkeit ist und was das Gegenteil von Einsamkeit ist. Sie legt dar, wie Einsamkeit von Isolation und von Alleinsein abgegrenzt wird, thematisiert das Stigma, das mit Einsamkeit verbunden ist.

Danach geht Schnoor genauer auf psychische und physische Gesundheit ein, erwähnt Ursachen für Einsamkeit und Schutzfaktoren.

Am Ende des Buches stellt die Autorin sowohl Fragebögen und Protokolle zum Thema vor als auch konkrete Hilfestellungen wie Übungen, Selbsthilfegruppen und Ansprechpartner in Krisen.

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Impacttechniken. Kompetenz!Box Therapie und Beratung von Frauke Niehues

„Die große Kunst bei dieser Kompetenz!Box war, oft ungewöhnliche und komplexe Ideen und Vorgehensweisen auf wenig Raum gut verständlich und prägnant zu vermitteln.“ (Seite 10)

Die Box enthält stabile und schöne Karten mit 105 Impacttechniken, die folgendermaßen gegliedert sind:
– Prozessgestaltung (z.B. Karte der Möglichkeiten, Beziehungsband, Chinesische Fingerfalle)
– Themenübergreifende Methoden (z.B. Stuhlaufstellung, Brücke der Veränderung, Buch des Lebens)
– Emotion und Kognition (z.B. Karte der Gefühle, Körper-Gedanken-Pendel, Wutblatt)
– Selbstfürsorge (z.B. Das rohe Ei, Die paradoxe Sanduhr)
– Selbstmanagement (z.B. Konzentrationstrichter, Die schwere Flasche)
– Kommunikation und Interaktion (z.B. Becher der Geduld, Geschenk im Taschentuch)
– Konflikte (z.B. Beziehungswippe, Feuerlauf)
– Selbstwert (z.B. Selbstwertblatt, Menschen nach ihrem Wert sortieren, Die starke Tanne)
– Erziehung (z.B. Sicherheitslinie, Zu süßer Kaffee).

Im Booklet gibt es zudem viele Informationen zur Historie und Definition der Impacttechniken, zur Wirkung und zum therapeutischen Nutzen, zu Metaphern sowie zu Indikationen und Kontraindikationen.

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Suizidale Krisen. Das Manual für Einzel- und Gruppensettings von Björn Vüst und Eva Meisenzahl

„Es ist wichtig, den Patienten und seinen Wunsch, sterben zu wollen, ernst zu nehmen und respektvoll mit ihm umzugehen. Dabei kann es hilfreich sein, sich in seine Lage hineinzuversetzen und den Lösungsversuch (Suizid) nachzuvollziehen. So werden Autonomie und Kontrolle als wesentliche Grundbedürfnisse in der Psychotherapie berücksichtigt […]. Die Behandelnden sollten dazu in der Lage sein, den Patienten in seiner Situation zu verstehen und zu validieren. Dabei ist nicht vorgesehen, dass sie den Lösungsversuch des Patienten gutheißen.“ (Seite 19)

Björn Vüst und Eva Meisenzahl stellen in ihrem Buch ein Manual für Einzel- und Gruppentherapie vor, das sich sehr intensiv dem Thema Suizidalität widmet.

Vor dem Präsentieren des eigentlichen Behandlungsplans mit einer detaillierten Beschreibung der Inhalte der einzelnen Sitzungen bieten die beiden Autoren Informationen zu Behandlungsleitlinien, rechtlichen Aspekten und Anforderungen an den Behandelnden sowie theoretische Grundlagen (z.B. Transtheoretisches Modell der Verhaltensänderung und Modell der Interpersonalen Theorie suizidalen Verhaltens) und Informationen zur Diagnostik von Suizidalität.

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Was wir glauben, wer wir sind. Vom Mut, sich neu zu denken. Geschichten aus der Psychotherapie von Nesibe Özdemir

„Denn Glaubenssätze sind nichts Pathologisches. Sie sind vollkommen normal. Weil sie uns alle betreffen und wir damit die Norm sind.
Auch deine Glaubenssätze können hinderliche Annahmen über dich selbst beinhalten und im Zusammenspiel mit vielen weiteren bio-psychosozialen Faktoren zu einer behandlungsbedürftigen Erkrankung führen. Dennoch haben sie ihre Daseinsberechtigung, denn es gab mal eine Zeit in unserem Leben, in der sie die beste Erklärung für die Informationen waren, die wir von der Welt erhalten haben. Sie haben uns das Leben, die Menschen und die Welt erklärt. Sie wurden zu unserem inneren Kompass. Aber wir wachsen und reifen und das Leben um uns herum verändert sich mit uns. Daher ist es Zeit, den alten Kompass auf seine Richtigkeit zu überprüfen und gegebenenfalls neu auszurichten.“
(Seite 11f)

Nesibe Özdemir ist Psychologische Psychotherapeutin in eigener Praxis und erzählt in ihrem Buch von Glaubenssätzen und Glaubenssystemen. Hierfür stellt sie Fallgeschichten vor, berichtet von den Glaubenssätzen verschiedener Personen, deren Leben und von den Konsequenzen der Glaubenssätze.

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