Schlagwort-Archive: Hörbuch

Eine kurze Geschichte der Trunkenheit von Mark Forsyth (Hörbuch)

„Trunkenheit ist eine Anhäufung von Widersprüchen, weil sie zu allem Ja sagt. […] Sie ist die Freude der Könige und gleichermaßen ihr Untergang. Sie ist der Trost der Armen und auch der Grund ihrer Armut. Für Regierungen ist sie Auslöser von Revolten und Garant von Steuereinnahmen. Sie ist der Beweis von Männlichkeit, ein Vernichter von Männlichkeit, ein Mittel der Verführung und einer willigen Weiblichkeit. Trunkenheit ist eine Seuche und todbringend, ein Geschenk der Götter. Sie ist ein Muss für den Mönch und das Blut des Messias. Trunkenheit ist eine Möglichkeit, Gott zu erfahren, und letzten Endes ist sie ein Gott.“ (CD 5, Track 17)

Mark Forsyth erzählt Eine kurze Geschichte der Trunkenheit von Tierreich, Jägern und Sammlern, Mesopotamien, Ägypten, Griechenland, vom Alten China, vom Alten und Neuen Testament, vom Römischen Reich, von Quran und Hadith, von Wikingern, Mittelalter, Azteken, Australien, London, Wildem Westen, Russland und der Prohibition in den USA. Dabei berichtet er von Getränken wie Bier, Wein, Met, Rum, Gin, Whiskey und Wodka.

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Und auf einmal diese Stille. Die Oral History des 11. September von Garrett M. Graff (Hörbuch)

„Ich kann mich an keine Geräusche erinnern. Meine Erinnerungen sind geräuschlos und in Zeitlupe, aber ich weiß, dass alles mit einer unglaublichen Geschwindigkeit und einer enormen Lautstärke abgelaufen ist.“ (CD1, Track 24)

Garrett M. Graff hat die Worte derer zusammengetragen, die den 11. September 2001 hautnah und vor Ort erlebt haben. Das Hörbuch zu Und auf einmal diese Stille enthält mehr als 17 Stunden Augenzeugenberichte und Beschreibungen von verschiedensten Personen. Zu Wort kommen nicht nur die Überlebenden der Anschläge, sondern auch die Verstorbenen, die vor ihrem Tod noch Nachrichten an ihre Familien, Freunde usw. geschickt haben, die Angehörigen, die Attentäter selbst, die Besatzung der Flugzeuge, die Feuerwehrleute, andere Helfer und Beteiligte, Politiker, Prominente etc.

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Erste Person Singular von Haruki Murakami (Buch und Hörbuch)

„Kaum dass man die Augen schließt und sie wieder öffnet, stellt man fest, wie viel mit diesem einen Wimpernschlag verschwunden ist, alles – ob es nun einen Namen hatte oder nicht – davongeweht von einem nächtlichen Sturm, ohne die geringste Spur zu hinterlassen. Alles, was bleibt, ist eine schwache Erinnerung. Und Erinnerungen sind nicht sonderlich zuverlässig. Wer vermag mit Sicherheit zu sagen, was in der Vergangenheit wirklich passiert ist.“ (Seite 23)

Erste Person Singular enthält acht Erzählungen Haruki Murakamis, die sich um die Themen Identität, Lebensveränderungen, bestimmte Begegnungen, Scheitern und Erfolg drehen.

Auch Musik (Jazz, Klassik, The Beatles), Schriftstellerei und Suizid spielen eine Rolle in den meisterhaften Erzählungen, die mal sachlich, mal geheimnisvoll, mal phantastisch sind.

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Gott wohnt im Wedding von Regina Scheer (Hörbuch)

„Die meisten denken, ein Haus sei nichts als Stein und Mörtel, totes Material. Aber sie vergessen, dass in meinen Wänden der Atem von all denen hängt, die hier gewohnt haben. Ihre Tränen, ihr Blut habe ich aufgesogen, ich habe ihre Schreie gehört, ihr Flüstern, ihr endloses Gemurmel in den Nächten. All ihre Leben habe ich in mich aufgenommen, durch sie lebe ich selbst, auf meine Weise.“ (Track 2)

In der Utrechter Straße im Berliner Wedding steht ein altes Haus, das um 1890 gebaut wurde, in das seit 115 Jahren die unterschiedlichsten Menschen ein- und ausgehen, und das nun aufgrund der Gentrifizierung dem Untergang geweiht ist.

Zu diesem Haus kehrt im Jahre 2015 Leo Lehmann in Begleitung seiner Enkelin Nira zurück, um Erbangelegenheiten zu klären. Leo, ein Jude, ist damals als sogenanntes „U-Boot“ bei Gertrud Romberg untergekommen, die nach wie vor im gleichen Haus lebt. Leo verbindet zahlreiche Erinnerungen mit dem Haus, u.a. wurde sein Freund Manfred hier vor mehr als 70 Jahren von der Gestapo abgeholt, und Leo fragt sich seitdem, ob Gertrud ihn verraten hat.

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Fräulein Gold. Scheunenkinder von Anne Stern (Hörbuch)

„Die Mulackstraße schien ihr wie eine Kulisse im Theater, wie ein Überbleibsel aus dem Berlin des letzten Jahrhunderts. Drüben an der Börse, wo sie gerade herkam, glitzerte die Stadt mit ihren modernen Kaufhäusern, den prachtvollen Plätzen und erlesenen Restaurants. Dort lag die neue Mitte Berlins. Doch nur wenige Meter entfernt hatte man das Gefühl, durch ein Schtetl im tiefsten Russland zu wandern.“ (Track 9)

Berlin im Jahre 1923: Die Hebamme Hilda Gold betreut eine junge Frau im Scheunenviertel, die in eine jüdische Familie eingeheiratet hat und nun zum ersten Mal schwanger ist.

Kurz nach der Geburt verschwindet der Neugeborene spurlos. Teilt der Junge ein ähnliches Schicksal wie die vielen entführten Kinder, die zum Arbeiten oder an kinderlose Familien weiterverkauft werden? Oder steckt die Schwiegermutter der jungen Frau dahinter, die die Nicht-Jüdin ablehnt und sich für ihren Sohn eine andere Frau wünscht?

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Dr. Sex von T.C. Boyle (Hörbuch)

„Wir waren Wissenschaftler, keine Moralisten. Unsere Pflicht war es, zu beobachten und aufzuzeichnen, ohne ein Urteil zu fällen.“ (CD 3, Track 12)

Alfred Kinsey war ein US-amerikanischer Sexualforscher, der umfängliche Erhebungen und Untersuchungen über das menschliche Sexualverhalten durchführte. Diese Datensammlung floss in die sogenannten Kinsey-Reports, die 1948 („Sexual Behavior in the Human Male“) und 1953 („Sexual Behavior in the Human Female“) im englischen Original erschienen und als ein Auslöser der Sexuellen Revolution gelten.

Diesem Thema widmet sich T.C. Boyle in seinem zehnten Roman, der bereits 2005 im englischen Original (The Inner Circle) und im gleichen Jahr in deutscher Übersetzung erschien.

Wie vom Autor gewohnt, vermischt Boyle hier eine wahre Geschichte mit einem fiktionalen Anteil. Erzählt wird die Geschichte von John Milk, der 1939 in sogenannten Ehekursen auf den charismatischen Professor Kinsey trifft, schließlich für ihn arbeitet und so in den inneren Kreis des Wissenschaftlers aufgenommen wird.

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All das zu verlieren von Leïla Slimani (Hörbuch)

„Sie ist euphorisch, wie Betrüger es sind, die man noch nicht entlarvt hat. Voller Dankbarkeit, geliebt zu werden, und starr vor Angst bei der Vorstellung, all das zu verlieren.“ (Track 22)

Adèle lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn im 18. Arrondissement in Paris, arbeitet in einer Redaktion, hat anscheinend alles, was man sich wünschen kann.

Doch Adèle fühlt nichts als Leere, und sie versucht, diese Leere durch wahllosen Sex mit unzähligen Männern zu füllen. Sie führt ein Doppelleben zwischen ihrem gesellschaftlich akzeptiertem Leben als Ehefrau, Mutter und Journalistin und dem Leben, in dem sie immer wieder (sexuelle) Grenzen überschreiten muss. Sie ist getrieben, die Suche nach etwas, das die Leere füllt, hat Suchtcharakter und bringt sie dazu, alles zu riskieren und alles in Frage zu stellen.

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GOTT. Ein Theaterstück von Ferdinand von Schirach

„Ich will als ordentlicher Mensch sterben, so, wie ich gelebt habe.“ (Track 3)

Eine öffentliche Sitzung des Ethikrates tagt, besprochen wird der Fall des 78-jährigen Richard Gärtner, der drei Jahre nach dem Tod seiner Ehefrau nur noch einen einzigen Wunsch hat: auch sterben zu dürfen.

Gärtner ist körperlich und psychisch gesund, hat keine chronischen, schier unerträglichen Schmerzen, doch er möchte selbstbestimmt und in Würde sterben, nicht in einem Krankenhaus, nicht durch lebensverlängernde Maßnahmen, nicht eines Tages dahinsiechen.

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Olympia von Volker Kutscher (Buch und Hörbuch)

„Wahrscheinlich sah er bereits Gespenster. Die SS drang einfach immer mehr in seine Welt ein, ins Berufsleben sowieso und nun auch noch in sein Privatleben.“

Berlin steht im Sommer 1936 ganz im Zeichen der Olympischen Spiele, und da kommt es ausgerechnet im Olympischen Dorf zu einem Zwischenfall: In der Kantine stirbt ein Mann beim Essen. Initial sieht es nach einer natürlichen Todesursache aus, aber dann wird deutlich, dass er mit Digitalis getötet wurde.

Auf diese Geschichte wird Gereon Rath von seinem ehemaligen Freund und Kollegen Reinhold Gräf angesetzt, denn bei dem Toten handelt es sich um einen amerikanischen Staatsbürger, und die nationalsozialistischen Machthaber vermuten, dass hinter der Sache ein Verbrechen steht, um die Olympischen Spiele (und damit die Machthaber) zu diskreditieren.

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Sterben im Sommer von Zsuzsa Bánk (Hörbuch)

„weil man nie weiß, was schlimmer ist, das Warten oder aber das Ende des Wartens.“ (CD 2, Track 17)

Die Autorin fährt mit ihrem kranken Vater in seine alte Heimat Ungarn, damit er ein letztes Mal am Balaton sein, den Sommer spüren, alten Gewohnheiten nachgehen kann. Doch kaum sind sie in Ungarn, geht es ihm schlechter, er bekommt Fieber, muss ins Krankenhaus.

Sie spielt ihm Zuversicht vor, doch ihre Hoffnung auf Besserung schwindet von Tag zu Tag.

In Sterben im Sommer erzählt Zsuzsa Bánk vom Leben ihres Vaters, von den Stationen seiner Krankheit, vom Sterbeprozess, vom Abschiednehmen, von der Trauer und ihrem Leben ohne ihren Vater.

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