Das Flüstern der Bienen von Sofía Segovia (Hörbuch)

„Es wäre einem Wunder gleichgekommen, wenn diese aufgeblasenen Schnösel, in deren Händen das Schicksal des Landes lag, rechtzeitig auf die Experten gehört hätten. Jetzt war es zu spät.“ (Track 35)

In der mexikanischen Stadt Linares fand Nana Reja eines Tages ein Baby „unter einem Teppich aus wimmelnden Bienen“, das Simonopio genannt wird.

Simonopio wird von den Gutsbesitzern Francisco und Beatriz Morales aufgenommen, die ihn wie ihr eigenes Kind aufziehen und lieben.

Der Junge, den die meisten Bewohner der Stadt unheimlich finden, da er stets von einem Bienenschwarm umringt ist und ein Kind des Teufels zu sein scheint, kann aufgrund einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte nicht sprechen, entwickelt sich aber zu einem exzellenten Beobachter und hat Talente und Gaben, von denen die Bewohner Linares‘ nichts ahnen.

Als die Spanische Grippe die Stadt heimsucht, ist Simonopio die große Hoffnung für die Anwohner von Linares.

Sofía Segovia erzählt ihre magisch-realistische Geschichte anhand mehrerer Erzählstränge, die verschiedene Perspektiven und unterschiedliche Zeitebenen miteinander verweben.

Mir hat dieser Stil im Allgemeinen gefallen, aber im Verlauf habe ich bemerkt, dass ich beim Hören immer wieder mit meinen Gedanken abgeschweift bin, dass mir die Erzählweise teilweise zu opulent war. Es gibt im Roman durchaus packende Passagen, aber alles in allem war mir Das Flüstern der Bienen etwas zu langatmig und zu blumig, und ich habe mich nicht wirklich in die Geschichte einfühlen können.

Die Lesung des Romans ist allerdings sehr gelungen. Uve Teschner und Reinhard Kuhnert lesen die Geschichte mit viel Gefühl, aber auch unaufgeregt. Sie nehmen den Hörer mit nach Linares, lesen lebendig und ansprechend.

Sofía Segovia: Das Flüstern der Bienen. Aus dem mexikanischen Spanisch von Kirsten Brandt. Ungekürzte Lesung von Uve Teschner und Reinhard Kuhnert. Hörbuch Hamburg, 2021; 22 Euro.

Dieser Post ist Teil meines Mexiko-Monatsthemas im Juli 2021.

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