Vati von Monika Helfer (Hörbuch)

„Wir sagten Vati. Er wollte es so. Er meinte, es klinge modern. Er wollte vor uns und durch uns einen Mann erfinden, der in die neue Zeit hineinpasste. An dem eine andere Vergangenheit abzulesen wäre.“ (CD 1, Track 2)

In Vati erzählt Monika Helfer von ihrem Vater, von ihrer Kindheit und Jugend, vom Leben im Kriegsopfer-Erholungsheim, von der Bibliothek des Vaters, vom Tod ihrer Mutter und dem Leben bei ihrer Tante sowie vom Rest der Familie – der „Bagage“, der sie im gleichnamigen Roman ein Denkmal gesetzt hat.

Ich habe vor wenigen Wochen Die Bagage gehört, und ich wollte gerne noch mehr über Helfers Familie erfahren. Insgesamt hat mir auch Vati gut gefallen, doch zu Die Bagage habe ich leichter Zugang gefunden, und ich konnte Helfers Ausführungen in Die Bagage besser folgen.

Ich empfand Vati als sehr episodenhaft und oft zu unzusammenhängend, weshalb mir bisweilen der rote Faden gefehlt hat, obwohl der gemeinsame Nenner aller Schilderungen natürlich Helfers Vater ist.

Helfer hat ihren Roman selbst eingelesen, und da ich bereits Die Bagage angehört habe, konnte ich mich sehr schnell einhöre. Helfer liest oft stockend und recht langsam, was ich bei Die Bagage anfangs sehr anstrengend und gewöhnungsbedürftig fand. Gefallen hat mir an der Autorinnenlesung, dass das Hörbuch dadurch sehr authentisch ist und der Roman genauso gelesen wird, wie es von der Autorin intendiert ist.

Monika Helfer: Vati. Ungekürzte Lesung mit Monika Helfer. der Hörverlag, 2021; 20 Euro.

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