Schlagwort-Archiv: psychische Störungen

Die Sache mit der Angst. Und wie ich lernte, damit zu leben von Daan Heerma van Voss

„Es gibt keinen noch so kleinen Organismus, der nicht über eine Angstreaktion verfügt, und kein Wesen ist so groß, dass es der Angst entgeht.“ (Seite 16)

Die Partnerin des Autors schlägt eine räumliche Trennung vor und möchte, dass er sich mit seinen zahlreichen Ängsten intensiv auseinandersetzt. Daraufhin begibt sich der Autor auf eine Art Reise, eine „Reise zu der Antwort auf die Frage, was Angst genau ist, wo dieses Phänomen herkommt, was wir von ihr lernen können und wie wir mit ihr umgehen müssen.“ (Seite 16)

Daan Heerma van Voss erzählt in seinem Buch initial von der Epidemiologie von Angststörungen und von verschiedenen Denkstilen. Er setzt sich schließlich mit der Geschichte seiner Familie auseinander und bettet diese in historische Begebenheiten und in seine eigene Geschichte ein. Van Voss berichtet zudem u.a. von Epigenetik, von Bindungstheorie, von der Geschichte der Lernpsychologie, der Psychotherapie und der Behandlung mit Antidepressiva.

Die Sache mit der Angst. Und wie ich lernte, damit zu leben von Daan Heerma van Voss weiterlesen

Über Suizidalität sprechen. Erfahrungen aus der Angehörigenberatung von DIE ARCHE – Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e.V. (Herausgeber)

„Suizid ist in unserer Gesellschaft noch immer mit einem Stigma belegt.“ (Seite 11)

Das Buch vermittelt viel Wissen darüber, wie wichtig es ist und warum es wichtig ist, über Suizidalität zu sprechen. Es werden Warnsignale erwähnt und Informationen gegeben, wie man in Kontakt mit professionellen Helfern kommen kann. Es wird beschrieben, was man konkret tun kann, wenn Angehörige suizidal sind, wie man mit der eigenen Angst umgeht und was man bezüglich Selbstfürsorge und Grenzsetzung tun sollte. Außerdem wird dargestellt, was die Wissenschaft über Suizidalität weiß und was sie nicht weiß.

Wichtig zu erwähnen finde ich, dass im Buch nur Geschichten von Bewältigungen einer suizidalen Krise erzählt werden.

„Wissen über Suizidalität vermittelt zu bekommen oder sich anzueignen, kann Orientierung geben und den Umgang erleichtern.“ (Seite 44)

Über Suizidalität sprechen. Erfahrungen aus der Angehörigenberatung von DIE ARCHE – Suizidprävention und Hilfe in Lebenskrisen e.V. (Herausgeber) weiterlesen

Konfrontieren in der Psychotherapie. 75 Therapiekarten von Ruth Kohlhas und Gitta Jacob

„Konfrontative Strategien bezeichnen ein Vorgehen, mit dem klar, direktiv und deutlich angesprochen wird, wenn eine Patientin bestimmte dysfunktionale Verhaltensweisen oder Muster aufweist. Meist handelt es sich dabei um Verhaltensweisen in der therapeutischen Sitzung, die eine konstruktive Arbeit erschweren, etwa sehr dominantes und destruktives Gesprächsverhalten. […] Es geht hier also nicht um Konfrontation im Sinne einer Expositionsbehandlung, sondern um ein Konfrontieren im Sinne eines ‚Sagen, was auffällt‘.“ (Seite 4)

Diese Therapiekartenbox enthält 75 Karten, die in fünf Module aufgeteilt sind:
Modul 1: Konfrontation – Praktisches Vorgehen.
Modul 2: Typische Situationen und Patient:innen für Konfrontationen
Modul 3: Konfrontation – Formate
Modul 4: Die therapeutische Beziehung
Modul 5: Selbsterfahrung

Dabei betonen die Autorinnen, dass die Karten – im Gegensatz zu den üblichen Therapiekartensets von Beltz – nicht dafür gedacht sind, sie zusammen mit Patient:innen zu besprechen, sondern sich lediglich an Therapeut:innen richten.

Konfrontieren in der Psychotherapie. 75 Therapiekarten von Ruth Kohlhas und Gitta Jacob weiterlesen

Narzissmus. Grundlagen – Formen – Interventionen von Marc Walter und Oliver Bilke-Hentsch

„Wir haben es mit einem Begriff zu tun, der von einem normalen Narzissmus bis zu einem pathologischen Narzissmus reicht, wo aber ist diese Grenze genau anzusiedeln?“ (Seite 19)

Marc Walter und Oliver Bilke-Hentsch befassen sich in der Einleitung ihres Buches mit Fragen danach, wie sich die psychiatrische Klassifikation narzisstischer Störungen entwickelt hat, wann eine Person narzisstisch ist und wann dies zu einem psychischen Problem wird, wie sich pathologischer Narzissmus in der Gesellschaft zeigt, wie eine narzisstische Störung entsteht und wie häufig sie auftritt, wie man eine narzisstische Störung feststellt und sie diagnostiziert, wie sich die narzisstische Problematik über die Lebensspanne verändert etc.

Danach setzen sich die beiden Autoren ausführlicher mit Konzeptionen des Narzissmus auseinander, beschreiben die gesellschaftliche Relevanz des Narzissmus, gehen näher auf Ätiologie und Epidemiologie ein, stellen klinische Phänomene des Narzissmus dar, befassen sich mit Narzissmus in den Lebensphasen Kindheit, Jugend, junges Erwachsenenalter usw. sowie beschreiben letztendlich die Therapie des Narzissmus.

Narzissmus. Grundlagen – Formen – Interventionen von Marc Walter und Oliver Bilke-Hentsch weiterlesen

Psychosen und Spiritualität. Erfahrungen an den Grenzen des Bewusstseins von Jo Becker

„In über 40 Jahren meiner Tätigkeit als Arzt für Psychiatrie und Psychotherapie sind mir viele Menschen begegnet, die in ihrer Psychose auch spirituelle Erfahrungen gemacht haben. Die meisten waren davon tief beeindruckt und haben es als eine überwältigend positive Erfahrung beschrieben, in den Worten von Dorothea Buck als ‚Zentralerleben‘ […]. Diese Erfahrung hilft häufig, später der Psychose einen Sinn zu geben, sie biografisch einzuordnen oder auch Spiritualität im weiteren Leben als eine wichtige Kraftquelle zu erleben und zu nutzen.“ (Seite 7f)

Der Psychiater Jo Becker hat Berichte von Psychoseerfahrenen gesammelt, in denen von existenziellen Erfahrungen die Rede ist.

Der zweite Teil des Buches befasst sich mit Grenzbereichen menschlichen Bewusstseins: Schlaf, Trance, Nahtoderfahrungen und Rauschzustände, mystisches Erleben in religiöser Praxis und während der Psychose.

Psychosen und Spiritualität. Erfahrungen an den Grenzen des Bewusstseins von Jo Becker weiterlesen

Trocken von Daniel Wagner

„[…] das Wesen einer Sucht. Sich selbst zu opfern, um sich lebendig zu fühlen.“

Daniel Wagner erzählt in seinem Buch Trocken von der Geschichte seines Lebens, seiner Sucht und seiner Abstinenz. Er erwähnt dabei den ersten Kontakt mit Alkohol, die Vermeidung bestimmter Gefühle, das Herbeiführen anderer Gefühle, berichtet von Einsamkeit und von Scham, vom Teufelskreis der Sucht, von Suchtgedächtnis und Craving, von den Versuchen, die Sucht zu kontrollieren, von psychischen und körperlichen Konsequenzen der Sucht.

Trocken von Daniel Wagner weiterlesen

Der Psycho-Comic. Die Klassiker der Psychologie von Christine Goerigk und Franziska Schmithüsen

„Dies ist eine rasante bebilderte Reise durch die ‚Klassiker‘ der Psychologie: Begegnen Sie berühmten Psychologen und Philosophen, erleben Sie bahnbrechende Experimente und Theorien der Psychologiegeschichte und entdecken Sie verblüffende Eigenarten des menschlichen Denkens, Fühlens und Handelns.“ (Klappentext)

Christine Goerigk und Franziska Schmithüsen erzählen in ihrem Comic von der Geschichte der Psychologie, von Experimenten der Sozialpsychologie, zum Beispiel Milgram-Experiment, Rosenthal-Experimente und Stanford Prison Experiment. Sie berichten zudem von Inhalten der Allgemeinen Psychologie wie Konditionierung, Lernen, Gedächtnis und Emotionen, und gehen schließlich auch auf Entwicklungspsychologie, zum Beispiel Piaget und Bindungsverhalten, sowie Persönlichkeitspsychologie ein. Das letzte Kapitel befasst sich schließlich mit Psychotherapie.

Der Psycho-Comic. Die Klassiker der Psychologie von Christine Goerigk und Franziska Schmithüsen weiterlesen

Praxishandbuch Traumatherapie von Rolf Keller, Ulrich Frommberger und Joachim Graul (Herausgeber)

„Dieses Praxisbuch gibt einen umfassenden therapieschulenübergreifenden Überblick über Psychotherapie, Psychopharmakotherapie und adjuvante Verfahren im Rahmen der ambulanten und stationären Behandlung psychischer Traumafolgestörungen, in erster Linie der posttraumatischen Belastungsstörungen.“ (Klappentext)

Das Praxishandbuch Traumatherapie bietet nach einer kurzen Einführung ins Thema Grundlagen zur Traumatherapie. Im Folgenden gehen die Autor:innen näher auf Praxisempfehlungen zu Diagnostik und Therapie ein, stellen besondere Aspekte der Traumatherapie vor, setzen sich mit Psychopharmakotherapie auseinander und bieten einen Überblick über traumafokussierte psychotherapeutische Behandlungsmethoden wie Prolonged Exposure (PE), Cognitive Processing Therapy (CPT), Dialektisch-behaviorale Therapie bei PTBS (DBT-PTBS), Imagery Rescripting and Reprocessing Therapy (IRRT), Eye Movement Desensitization and Reprocessing (EMDR), Narrative Expositionstherapie (NET) und Psychodynamisch Imaginative Therapie (PITT).

Praxishandbuch Traumatherapie von Rolf Keller, Ulrich Frommberger und Joachim Graul (Herausgeber) weiterlesen

Recovery und psychische Gesundheit. Grundlagen und Praxisprojekte von Gianfranco Zuaboni, Christian Burr, Andréa Winter und Michael Schulz (Herausgeber)

„There‘s a crack in everything, that’s how the light gets in.“ (Seite 8, Zitat von Leonard Cohen)

Das Buch stellt verschiedene Facetten von Recovery und psychischer Gesundheit vor, zum Beispiel die Kintsugi-Methode, die Recovery-Förderung durch Psychotherapie, Wellbeing-Konzepte, Empowerment-College, wie man Recovery-Orientierung in Institutionen verankert, sowie verschiedene Praxisprojekte, zum Beispiel die Implementierung der Recovery-Orientierung in einer psychiatrischen Klinik, die Textwerkstatt Wisly, Recovery in der forensischen Psychiatrie und Recovery Colleges.

Recovery und psychische Gesundheit. Grundlagen und Praxisprojekte von Gianfranco Zuaboni, Christian Burr, Andréa Winter und Michael Schulz (Herausgeber) weiterlesen

Alpträume. Ein Therapiemanual von Johanna Thünker und Reinhard Pietrowsky

„Alpträume sind vermutlich den meisten Menschen aus eigenen Erfahrungen bekannt. Jedoch sind vereinzelt auftretende Alpträume keine klinische Störung, so wie auch das Erleben von Angst oder Trauer per se keine klinische Störung ist. Erst das gehäufte Auftreten einzelner Symptome, vor allem aber das damit verbundene Leiden (beim Betroffenen selbst oder seiner Umwelt) und die Unausweichlichkeit der Symptome machen diese zu einer klinisch relevanten Störung.“ (Seite 11)

Johanna Thünker und Reinhard Pietrowsky stellen in ihrem Buch initial den theoretischen Hintergrund von Alpträumen dar, beschreiben dabei die Störung und bieten Störungstheorien sowie Ätiologiemodelle, Informationen zu Diagnostik und Indikationen. Danach gehen sie näher auf den Stand der Therapieforschung ein.

Im Abschnitt Therapie finden sich allgemeine Informationen zum therapeutischen Vorgehen, eine Einführung in die Alptraumtherapie, Entspannungsverfahren, Imagination und die eigentliche Alptraum-Modifikation, basierend auf der Imagery Rehearsal Therapy (IRT).

Schließlich gehen die beiden Autor:innen auf Besonderheiten bei der Behandlung traumatisierter Patient:innen und auf Alptraumtherapie bei Kindern und Jugendlichen ein.

Alpträume. Ein Therapiemanual von Johanna Thünker und Reinhard Pietrowsky weiterlesen