Schlagwortarchiv: Paris

Wachs von Christine Wunnicke

„Plötzlich fühlte sie sich von der Bastille beschützt. Niemand und nichts, dachte Marie, könne ihr etwas anhaben, solange dieses Bauwerk nur immer ihren Lebensweg beschirmte, der gewaltige Klotz mit den gewaltigen Türmen.“ (Seite 23)

November 1733: Marie Biheron, die Tochter des Apothekers, sucht eines Abends die Kaserne der Schwarzen Musketiere auf und möchte eine Leiche „‚“zum Zweck der Anatomie“ (Seite 17) kaufen. An diesem Abend ist Marie nicht erfolgreich, doch wenige Tage nach ihrem 14. Geburtstag bekommt sie ihre erste Leiche, ein etwa dreijähriges Mädchen, das verhungerte. Im Laufe ihres Lebens wird Marie zur besten Anatomin von Paris werden.

April 1734: Madeleine Basseporte, 33 Jahre alt, ist eine Blumenmalerin. Auf der Suche nach Kuhschellen streift sie durch die Stadt. Sie zeichnet Pflanzen, die erst Monsieur Aubriet und dann Intendant Leclerc für ihre eigenen Zeichnungen ausgeben.

Das Schicksal führt die beiden Frauen zusammen, und der Roman begleitet Marie und Madeleine über ihre Lebensspanne hinweg bis nach der Französischen Revolution im Jahre 1789.

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Reise ans Ende der Nacht von Louis-Ferdinand Céline (Hörbuch)

„Unsere Reise hier findet ganz und gar in der Fantasie statt. Das ist ihre Stärke. Sie führt vom Leben zum Tod.“ (CD 1, Track 3)

Der Medizinstudent Ferdinand Bardamu meldet sich 1914 als Freiwilliger für den Kampf im Ersten Weltkrieg. Kurz darauf erlebt er in Flandern die Sinnlosigkeit des Krieges, und seine anfängliche Begeisterung für den Krieg wandelt sich in Schrecken und in den reinen Kampf ums Überleben.

„Wenn man keine Fantasie hat, ist es eine Kleinigkeit zu sterben. Wenn man welche hat, ist zu sterben viel zu viel.“ (CD 1, Track 9)

Nach seiner Verwundung wird er in einem Pariser Lazarett behandelt, und das Schicksal führt ihn schließlich nach Afrika, dann in die USA und zurück nach Frankreich.

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Überleben von Frederika Amalia Finkelstein

„[D]as wirklich Irrationale und tatsächlich Unerklärbare ist nicht das Böse, im Gegenteil: es ist das Gute.“ (Seite 7, Zitat von Imre Kertész)

Seit die 25-Jährige Ava ein Foto von Leichen im Bataclan gesehen hat, spürt sie Hass und hat einen wiederkehrenden Albtraum. Das Foto war teilweise verpixelt, doch Ava will die unzensierte Version des Fotos finden, denn:

„Den Körper eines Toten zu verpixeln bedeutet, ihn noch einmal zu töten.“ (Seite 16)

Ava war am 13. November 2015 nicht im Bataclan und auch nicht in einem der Restaurants oder Cafés, in denen Menschen von Terroristen getötet wurden, sondern sie hat alles vom Bildschirm aus verfolgt.

Doch sie ist regelrecht besessen von dem Thema. Schon länger befasst sie sich mit zwischenmenschlicher Gewalt. Sie schaut sich immer wieder Bilder und Videos an, lernt Opferlisten auswendig und denkt sogar über einen Job bei der Armee nach.

Angst begleitet Ava auf Schritt und Tritt, lauert überall und macht es ihr schwer, den Menschen im öffentlichen Raum nicht zu misstrauen.

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Tödlicher Coup am Montmartre von René Laffite

„Das war jetzt schon sehr… eigenartig“

Zehn Kunstdiebe nehmen an einem Spiel im Darknet teil: Jede:r hat 10 Millionen Euro auf ein Schweizer Konto eingezahlt und soll versuchen, ein Monet-Bild aus dem Grand Palais in Paris zu stehlen, um das Preisgeld von 100 Millionen Euro zu gewinnen und die Anerkennung für den gewagten Coup zu bekommen.

Die Großmutter von Commissaire Geneviève Morel, Mamie, ist nicht dabei. Es steht nun so außer Frage, dass sie die größte Kunstdiebin aller Zeiten ist, und sie hat ein schlechtes Bauchgefühl, holt sich heimlich Infos zu diesem Spiel ein.

Geneviève und ihre Familie sind geladene Gäste bei der Wiedereröffnung des Grand Palais nach fast drei Jahren Renovierungsarbeiten. Bei der Veranstaltung kommt es zu einem Zwischenfall mit einer Farbattacke und einer Explosion. Geneviève nimmt zusammen mit einem Kollegen die Verfolgung von drei Klimaaktivistinnen auf und steigt dabei in die Katakomben von Paris hinab.

Und dann erfährt Geneviève, was man als Leser schon geahnt hat: Im Zuge der Klimaaktivistenaktion und der Explosion wurde ein Monet-Bild gestohlen.

Kurz darauf wird ein Toter gefunden, der offenbar etwas mit dem gestohlenen Bild zu tun hat.

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Mathilde und Marie von Torsten Woywod (Hörbuch)

„Bücher verändern uns. Bücher retten uns. Ich weiß das, weil ich es selbst erlebt habe.“ (Zitat von Elif Shafak, Track 5)

Die 26-jährige Studentin Marie Ledoux muss raus aus Paris, will räumlich und gedanklich Abstand schaffen zu bestimmten Geschehnissen. Sie fährt kurzerhand mit dem TGV nach Brüssel und dann in die belgische Provinz.

Im Zug trifft sie auf die Isländerin Jónína, eine 77‑jährige Buchhändlerin, die in Redu lebt und Marie spontan mit in ihr Dorf nimmt.

Redu ist ein kleiner Ort in den belgischen Ardennen, hat 390 Einwohner, 13 Buchhandlungen, einen Fernseher, einen Internetanschluss und ringsherum wunderschöne Natur. Und dort trifft Marie auch auf die mürrische Mathilde.

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PARIS. Eine Reise in das Herz der schönsten Stadt der Welt von Marin Montagut

„Dies hier ist nun eine Retrospektive: Alle genannten Adressen sind mehr als dreißig Jahre alt, einige sogar Jahrhunderte.“ (Seite 5)

Marin Montagut stellt in seinem Buch ganz besondere Orte in Paris vor. Dabei geht er nach den einzelnen Arrondissements vor und bietet Tipps für Kunst und Kultur, Aktivitäten im Freien, kleine Läden, Lebensmittelgeschäfte und Märkte, Restaurants, Cafés und Bars, Ambiente und Unterhaltung.

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Oroppa von Safae el Khannoussi (Hörbuch)

„In einer Sprache, die leuchtet, kratzt und singt, gleitet dieses schillernde Debüt durch Erinnerung und Identität und schenkt dem Entwurzelten eine poetische Heimat.“ (Klappentext, Zitat von Samira el Ouassil)

Salomé Abergel, eine jüdisch-marokkanische Künstlerin, lebt in Amsterdam.

Doch die Geschichte in Oroppa beginnt damit, dass Salomé nur noch um die 40 Kilogramm wiegt, an einer Lungenentzündung erkrankt ist und im Sterben liegt.

Gegen alle Prognosen erholt sich Salomé wieder, und der Roman erzählt schließlich von Salomé, von ihrem sozialen Umfeld und vom Leben in Städten wie Paris, Tunis und Casablanca.

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Adikou von Raphaëlle Red (Hörbuch)

„Denk daran, dass dieses Bewusstsein sich am Ende niemals auf bloße Herkunft reduzieren lässt.“ (Track 36)

Adikou lebt in Paris, wo sie auch aufgewachsen ist, und möchte das Geburtsland ihres Vaters, den sie kaum kennt, bereisen und kennenlernen. Sie macht sich deshalb auf den Weg nach Lomé in Togo.

Adikou fühlt sich nirgends richtig zugehörig, sucht sich selbst, will verstehen, wer sie ist und wo sie herkommt.

Die Suche nach sich selbst und ihrer Identität führt sie nicht nur nach Togo, sondern über die afrikanische Westküste bis nach New Orleans.

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Das Leben des Vernon Subutex 1 von Virginie Despentes

„Im Angesicht der Katastrophe hält sich Vernon an einen Grundsatz: so tun, als ob nichts wäre.“ (Seite 7)

Vernon Subutex ist Ende 40 und hat 25 Jahre lang als Plattenverkäufer im „Revolver“ in Paris gearbeitet. 2006 musste er seinen Plattenladen schließen, und nun ist ihm das Geld ausgegangen. Er hat keinen Kaffee mehr im Haus, kaum Tabak, kein Essen, und das Wohngeld kommt schon seit Monaten nicht mehr.

In seinem Umfeld sind zudem viele Leute gestorben, und nun muss er auch noch seine Wohnung räumen.

Als er die Wohnung verlässt, nimmt er drei Tapes mit, die Aufnahmen des verstorbenen Alexandre Bleach enthalten. Und er überlegt, bei wem er sich nun einquartieren kann. Zuerst kommt er bei Emilie unter, die darüber alles andere als begeistert ist, und zieht dann von einem (früheren) Freund zum nächsten.

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Der Absturz von Édouard Louis

„Als ich vom Tod meines Bruders erfuhr, empfand ich nichts; weder Traurigkeit noch Verzweiflung noch Erleichterung noch Freude. Ich nahm die Nachricht auf wie den Wetterbericht oder wie man jemandem zuhört, der vom Einkaufen im Supermarkt erzählt. Ich hatte meinen Bruder seit fast zehn Jahren nicht gesehen. Ich wollte ihn nicht sehen.“ (Seite 7)

Obwohl seine Mutter immer wieder insistierte und ihn zu einer Kontaktaufnahme mit seinem Bruder überreden wollte, bleibt Édouard hart.

Jetzt ist der Bruder tot – im Alter von 38 Jahren an multiplem Organversagen aufgrund seiner Alkoholabhängigkeit gestorben.

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