Schlagwortarchiv: Hörbuch

Die Auster von Yael Inokai (Hörbuch)

„Sie sehnte sich danach, ein Ding zu sein, ein Möbelstück, ein langweiliges Buch, dieser Wäscheständer, behangen mit Unterhosen, Unterhemden und Socken, frei von Mord und Totschlag, Steuererklärungen, verwöhnten Töchtern, die nicht mehr in ihre winzigen Kleider passten.“ (Track 15)

Seit 45 Jahren arbeitet die 73-jährige Leonora Bloch als Reinigungskraft bei Dr. Bronstett und hält sowohl seinen Privatbereich als auch das Kaufhaus, wo er Geschäftsführer ist, in Ordnung.

Eines Tages findet sie ihn tot in seiner Villa, mit abgetrennten Händen. Da überall Blut ist und Leonora Ordnung und Sauberkeit wichtig sind, putzt sie erst einmal alles auf und vernichtet so lauter Spuren, was die Polizei selbstverständlich äußerst verdächtig findet.

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Schiffbruch mit Tiger von Yann Martel (Hörbuch)

„Wir Zoo-Leute sagen gern: Das gefährlichste Tier im Zoo ist der Mensch. Allgemein gesprochen meinen wir damit, dass die Unersättlichkeit des Raubtiers Mensch den ganzen Planeten zu seiner Beute gemacht hat. Im spezielleren Sinne denken wir dabei an jene, die den Ottern Angelhaken zu fressen hinwerfen, den Bären Rasierklingen, den Elefanten Äpfel, in die sie Nägel gesteckt haben.“ (CD 1, Track 5)

Piscine Patel, genannt Pi, wächst im indischen Pondicherry auf. Sein Vater ist Zoodirektor im hiesigen Zoo, Pi selbst ist gläubiger Christ, Muslim und Hindu.

Als Pi 16 Jahre alt ist, beschließt die Familie, nach Kanada auszuwandern. Sie reist auf einem Frachter mit dem halben Zoo übers Meer. Als sie in einen schweren Sturm geraten und schließlich Schiffbruch erleiden, bleiben am Ende nur noch Pi und der Tiger Richard Parker übrig.

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Yesteryear von Caro Claire Burke (Hörbuch)

„Heute ist der letzte Tag des Lebens, wie ich es mir immer vorgestellt habe.“ (Track 2)

Natalie ist mit ihrem sechsten Kind schwanger, lebt mit ihrem Mann Caleb und ihren Kindern auf einer Farm in Idaho.

Natalie ist eine Tradwife: Sie filmt ihr ebenso traditionelles wie scheinbar rundum perfektes Leben, das geprägt ist von schwerer Arbeit, tiefem Glauben und augenscheinlich großem Glück und Leichtigkeit, und stellt den Content ihrer heilen Welt unter dem Instagram-Account „Yesterday Ranch“ ins Netz.

Doch eines Tages erwacht Natalie im 19. Jahrhundert, also im echten Yesteryear.

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Die Therapeutin und ihre Mörder. Dr. Pat Philipps und der tote Klient von Philippa Perry (Hörbuch)

Westlinke in Südengland: Hier, ganz in der Nähe der berühmten Seven Sisters, arbeitet Pat Phillips als Psychotherapeutin und bekommt eines Tages Besuch von der Polizei.

Einer ihrer Patienten, Henry Clayton, hat sich mutmaßlich suizidiert, doch Pat kann das nicht glauben. Sie findet es viel wahrscheinlicher, dass ihn jemand die Klippen hinuntergestürzt hat. Da die Polizei weiterhin an einen Suizid glaubt, ermittelt Pat letztlich selbst.

Von Philippa Perry habe ich bereits Wie geht es Ihnen jetzt? gelesen, das mir gut gefallen hat, so dass ich neugierig auf ihren ersten Krimi war. Dieser Kriminalroman hat mir insgesamt gut gefallen, was bestimmt auch daran liegt, dass ich selbst Psychotherapeutin bin.

Die Geschichte um Pat und ihren toten Patienten ist unterhaltsam geschrieben und wurde sehr angenehm von Sonngard Dressler eingelesen. Dressler liest unaufgeregt und irgendwie mondän, was perfekt zu dieser Geschichte passt.

Alles in allem fand ich den Roman auch sehr cozy – er ist sehr atmosphärisch, vor allem dann, wenn man England bereits von Reisen kennt. Im Verlauf gibt es hier ein paar Längen, und ich bin immer mal mit meinen Gedanken abgeschweift, aber unterm Strich hat mir dieses Buch gut gefallen.

Philippa Perry: Die Therapeutin und ihre Mörder. Dr. Pat Philipps und der tote Klient. Übersetzung von Elke Link. Ungekürzte Lesung von Sonngard Dressler. Hörbuch Hamburg, 2026; 20,99 Euro.

Sommer 24 von Navid Kermani (Hörbuch)

„Wie soll man sich orientieren in einem Leben, dessen Koordinaten nicht mehr zu stimmen scheinen?“ (Klappentext)

Navid Kermani erzählt in Sommer 24 unter anderem die Geschichte von seinem Freund Rudolf, einem Juden, dessen Eltern die Shoah überlebt haben und der schließlich mit der AfD sympathisiert, rechte Parolen vertritt und durch assistierten Suizid stirbt.

Kermani berichtet auch von einer Frau, die er vor langer Zeit in einer Kneipe getroffen hat, die ihm von ihrer Vergewaltigung erzählt hat, über die er schließlich ohne ihr Einverständnis schreibt, was sie als zweite Vergewaltigung empfindet.

Kermani thematisiert zudem den Ukraine-Krieg, Antisemitismus und Gaza-Krieg und erzählt von anderen Konflikten auf der Welt.

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Mirabellentage von Martina Bogdahn (Hörbuch)

„Und ich frage mich mit einem Mal, warum man jemanden erst vermissen kann, wenn er nicht mehr da ist. Unbeirrt lebt man sein Leben weiter. Es kommt Neues hinzu. Und immer seltener erinnert man sich an den Verlust, auch wenn der einst mit solcher Wucht kam, dass man dachte, er bleibe für immer.“ (Track 104)

Blumfeld, ein fiktives Dorf in Franken: Die Ich-Erzählerin Anna stammt von hier und hat drei Jahrzehnte lang für den Dorfpfarrer Josef als Haushälterin gearbeitet.

Anna und Josef kannten sich schon aus Kindheitstagen, und nun ist sie Anfang 50, Josef ist überraschend gestorben, und Anna steht vor einem großen Wendepunkt in ihrem Leben, ihre Zukunft ist vollkommen ungewiss.

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Serial Killer Support Group – Diese Selbsthilfegruppe ist tödlich von Saratoga Schaefer (Hörbuch)

„Hier, in diesem Raum, war sie nicht Cyra. Sie war Mistletoe. Und Mistletoe kannte keine Furcht.“ (Track 31)

Cyras Schwester Mira wurde von einem Serienmörder umgebracht, und Cyra erfährt, dass es im Großraum New York eine geheime Selbsthilfegruppe für Serienmörder gibt.

Cyra schleust sich in die Gruppe ein, um herauszufinden, was mit Mira passiert ist. Und dabei trifft sie nicht nur auf Männer, die einem ein großes Gefühl von Bedrohung und Gefahr vermitteln, sondern sie verändert sich auch selbst.

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Der Patient, der mit der Stille sprach von Pablo Hagemeyer (Hörbuch)

„Neue Erfahrungen wirken tiefer als rationale Einsicht.“ (Track 16)

Der Psychiater Pablo Hagemeyer erzählt in seinem Buch unter anderem von einem Mann mit saisonaler Depression, von einem Paar mit Krankheitsängsten (die Frau) und mit Corona-Verleugnung (der Mann).

Als Leser bzw. Hörer kann man hier einiges über Depressionen, Suizidalität, Psychopharmaka, Wahn, Psychedelika und (immer wieder) über C. G. Jung lernen.

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Eine Maus namens Merlin von Simon Van Booy (Hörbuch)

„Und dann wird ihr etwas noch sehr viel Verstörenderes klar: Sie darf nicht mehr sterben. Was sie seit so langer Zeit herbeigewünscht und wovor sie sich gleichzeitig gefürchtet hat, ist jetzt unmöglich geworden.“ (Track 45)

Die 83-jährige Helen Cartwright ist Witwe und kauft nach 60 Jahren in Australien ein Haus in einem kleinen Ort bei Oxford, wo sie geboren wurde.

Sie erwartet nicht mehr viel vom Leben, zieht sich zurück, wartet auf den Tod.

Im Sperrmüll ihres Nachbarn entdeckt sie eines Tages ein Aquarium, das sie in ihr Haus trägt, da es Spielfiguren enthält, die sie an ihren Sohn erinnern.

Kurz darauf bemerkt sie, dass mit den Sachen eine Maus ins Haus gekommen ist, und sie versucht, diese loszuwerden.

Doch dann beginnt sie plötzlich, sich um die Maus zu kümmern. Sie nennt den Kleinen „Merlin“, und Merlin wird schließlich zu einem neuen Sinn ihres Lebens und der Grund dafür, nicht mehr sterben zu wollen.

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