Archiv der Kategorie: Frankreich

Der Araber von morgen, Band 3. Eine Kindheit im Nahen Osten (1985 – 1987) von Riad Sattouf

„[…] es gibt nichts Wichtigeres als die Familie.“ (Seite 140)

Im Jahre 1985 ist Riad Sattouf 7 Jahre alt und lebt mit seinen Eltern und seinem kleinen Bruder im syrischen Ter Maela. Seine Mutter fühlt sich auf dem Land immer weniger wohl, ist es leid, dass permanent der Strom ausfällt und dass sie so viele Dinge entbehren muss, die sie aus Frankreich kennt. Sie möchte zurück nach Frankreich oder wünscht sich wenigstens einen Umzug nach Damaskus. Doch Riads Vater setzt viel Hoffnung in seine Obsternte und beschwichtigt seine Frau immer wieder, in Ter Maela auszuharren.

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Der Duft der Blumen bei Nacht von Leïla Slimani (Hörbuch)

„Das, was wir nicht sagen, gehört uns für immer.“ (Track 7)

Leïla Slimani befindet sich 2019 in einer Schreibblockade, als sie das Angebot erhält, sich eine Nacht im Museo Punta Della Dogana in Venedig einschließen zu lassen. Auch dort klappt es nicht mit dem Schreiben an dem geplanten Roman, stattdessen denkt Slimani über ihr Leben nach, erzählt von ihrer Kindheit in Marokko, ihrem Leben in Frankreich, vom Verhältnis zu ihrem Vater und von ihrer Zerrissenheit zwischen den Kulturen.

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Der Araber von morgen, Band 2. Eine Kindheit im Nahen Osten (1984 – 1985) von Riad Sattouf

„Die Jugenderinnerungen von Riad Sattouf klingen wie Märchenstoff, sind aber weltpolitisch hochaktuell.“ (Klappentext)

Band 2 der Reihe Der Araber von morgen ist in den Jahren 1984 und 1985 angesiedelt und spielt größtenteils in Syrien.

Riad Sattouf ist sechs Jahre alt, lebt nach der Rückkehr der Familie nach Syrien im Dorf Ter Maela bei Homs und besucht die Grundschule. Sattouf erzählt von Indoktrination, körperlicher Züchtigung in der Schule, Religion, Antisemitismus, Arabisch und Französisch.

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Der Araber von morgen, Band 1. Eine Kindheit im Nahen Osten (1978-1984) von Riad Sattouf

„‘Der Araber von morgen’ hat das fast Unmögliche vollbracht: in der stark polarisierenden Debatte wird das Buch von allen Seiten als Meisterwerk gefeiert.“ (Klappentext; Zitat von Adam Shatz, The New Yorker)

Riad Sattouf erzählt im ersten Band von Der Araber von morgen von seinen Eltern und seiner Kindheit in Frankreich, Libyen und Syrien.

Er berichtet von dem Gefühl, fremd und anders zu sein, von den Diktaturen Muammar al-Gaddafis und Hafiz al-Assads, von Korruption, Propaganda, Hinrichtungen, Zensur, Mangelwirtschaft, Gewalt, aber auch von Familienzusammenhalt und Unterstützung.

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Dreimal im Leben von Arturo Pérez-Reverte

„Natürlich hat alles ein Ende […]. Nur weiß ich nicht, wo meines ist.“

November 1929: Armando de Troeye reist zusammen mit seiner Ehefrau Mecha Inzunza nach Buenos Aires. Auf dem Ozeandampfer lernen die beiden den Eintänzer, Dieb, Hochstapler und Lebenskünstler Max Costa kennen. Diese Begegnung beeinflusst das Leben der drei Personen nachhaltig: Mecha und Max tanzen miteinander und sind sofort voneinander angetan; Armando komponiert einen weltberühmten Tango, nachdem Max ihm und Mecha die verruchtesten Tango-Bars in Buenos Aires zeigt.

Nach fast zehn Jahren sehen sich Max und Mecha in Nizza wieder, und dann soll es beinahe 30 Jahre dauern, bis sich die beiden in Sorrent wieder begegnen. Max geht inzwischen einer ehrlichen Tätigkeit nach, Mecha begleitet ihren Sohn, der ein erfolgreicher Schachspieler ist und in Sorrent gegen den Schachweltmeister antreten wird. Dreimal im Leben von Arturo Pérez-Reverte weiterlesen

Die Freiheit einer Frau von Édouard Louis

„Ich wollte nicht, dass du wusstest, wer ich bin.“ (Seite 10)

Nach dem Buch über seinen Vater (Wer hat meinen Vater umgebracht), das ich sehr geliebt habe und das extrem sehr bewegt hat, hat Édouard Louis nun ein Buch über seine Mutter geschrieben.

In Die Freiheit einer Frau erzählt er von ihrer Herkunft, ihren Partnern, ihren Kindern, ihren geplatzten Träumen, ihren ungelebten Sehnsüchten – und vom Ausbruch aus ihrem beengten Leben und von neu errungener Freiheit.

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Trüffelgold von Julie Dubois

„Wer viel redet, glaubt am Ende, was er sagt.“

Marie Mercier arbeitet eigentlich als Kommissarin bei der Pariser Brigade Criminelle, doch nach dem Tod ihrer geliebten Mamie nimmt sie sich ein Sabbatical, reist nach Saint-André-du-Périgord und möchte das Haus, dass sie von Mamie geerbt hat, renovieren.

Als sie eines Morgens Steinpilze sammelt, trifft sie auf Girard, den Lebensgefährten ihrer Kindheitsfreundin Hélène. Kurz darauf fallen zwei Schüsse.

Was erst wie ein tragischer Jagdunfall aussieht, stellt sich als kaltblütiger Mord heraus: Girard wurde aus nächster Nähe erschossen.

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Rückkehr nach Reims von Didier Eribon (Hörbuch)

„Die Spuren dessen, was man in der Kindheit gewesen ist, wie man sozialisiert wurde, wirken im Erwachsenenalter fort, selbst wenn die Lebensumstände nun ganz andere sind und man glaubt, mit der Vergangenheit abgeschlossen zu haben. Deshalb bedeutet die Rückkehr in ein Herkunftsmilieu, aus dem man hervor- und von dem man fortgegangen ist, immer auch eine Umkehr, eine Rückbesinnung, ein Wiedersehen mit einem ebenso konservierten wie negierten Selbst. Es tritt dann etwas ins Bewusstsein, wovon man sich gerne befreit geglaubt hätte, das aber unverkennbar die eigene Persönlichkeit strukturiert: das Unbehagen, zwei verschiedenen Welten anzugehören, die schier unvereinbar weit auseinanderliegen und doch in allem, was man ist, koexistieren.“ (Track 1)

Jahrzehntelang hat Didier Eribon Abstand gesucht: Abstand vom verhassten Vater. Abstand von der Gegend, in der er aufgewachsen ist. Abstand von der sozialen Schicht, aus der er ursprünglich stammt.

Nach der Krankheit und dem Tod seines Vaters kehrt Eribon zurück nach Reims, und mit der Rückkehr in die alte Heimat kommen die Erinnerungen an seine Kindheit und Jugend, an seinen Vater und seine Mutter, an seine regelrechte Flucht nach Paris, an sein Coming-out, an die Scham, die ihn oft begleitete, wenn er an seine Familie, seine Herkunft, das Milieu seiner frühen Sozialisierung dachte.

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Bretonische Idylle. Kommissar Dupins zehnter Fall von Jean-Luc Bannalec (Buch und Hörbuch)

„Wer Böses tun will, findet immer eine Ausrede.“ (Bretonisches Sprichwort)

George Dupin ist eben noch ganz entspannt mit einer Robbe im Meer geschwommen, da erwartet ihn sein Kollege Riwal an der Uferpromenade und erzählt ihm, dass im Hafen von Doëlan eine Männerleiche gefunden wurde.

Der Tote zeigt Zeichen einer Strangulation, ist also kein Opfer eines tragischen Unfalls, sondern wurde ermordet.

Bald ist die Identität des Toten geklärt, es handelt sich um Patric Provost, einen Bellilois, der zu den alteingesessenen Familien auf der Insel Belle-Île gehörte und eigentlich bei jedem verhasst war.

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Provenzalischer Sturm. Ein Fall für Pierre Durand, Band 8 von Sophie Bonnet

„Von hier aus konnte man das gesamte Tal überblicken. Die Rhône-Ebene auf der einen Seite und auf der anderen sanft geschwungene Hügel, die von einzelnen Häusern überzogen waren, mit typischen rostroten Dächern.“ (Seite 292)

Im fiktiven Sainte-Valérie feiert Pierre seinen 45. Geburtstag und plant, Charlotte am Wochenende darauf einen Heiratsantrag zu machen. Hierfür hat er nicht nur einen Ring besorgt, sondern auch ein Zimmer im Château des Vignes in der Nähe von Châteauneuf-du-Pape gebucht.

Im Château laufen gerade die Dreharbeiten für eine Kochshow, so dass das Wochenende weniger geruhsam als gedacht zu werden scheint. Zudem erfährt Pierre, dass ein lokaler Winzer kürzlich bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist.

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