Schlagwort-Archiv: Roman

Forschungen einer Katze von Katja Kettu

„Der Mensch will immer selbst entscheiden und glaubt, er kann alles schaffen, obwohl ihm fast nichts von dem gelingt, was er anfängt. Seht doch nur, was gerade mit der Erde los ist!“ (Seite 10)

Ein Geistführer vom Amt für himmlische Forschung wird zur Hilfe auf die Erde geschickt. Er reist – eigentlich – ins Jahr 2020 nach Helsinki, soll dort eine Schriftstellerin treffen. Die Schriftstellerin hatte eine Fehlgeburt und verliert in der Folge ihre Fähigkeit zu sprechen und zu schreiben.

Doch etwas geht schief: Der Geistführer landet in der falschen Zeit und am falschen Ort und hat zudem die Gestalt einer Katze angenommen.

Er befindet sich statt im Jahre 2020 nun im Jahr 1917, im russischen Gouvernement Finnland, wird in seiner Katzengestalt fast ertränkt, doch im letzten Moment von Eeva gerettet, bei der es sich um die Urgroßmutter der Schriftstellerin handelt.

In Forschungen einer Katze wird parallel zur Geschichte von Eeva und Mahte, die sich 1917 auf einem Markt treffen, sich verloben und schließlich ihr Leben miteinander verbringen, die Geschichte der Schriftstellerin erzählt, wegen der der Geistführer eigentlich zur Erde geschickt wurde.

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Von hier aus weiter von Susann Pásztor (Hörbuch)

„Der Moment, in dem Marlene begriff, dass sie die Toilettenkabine nicht auf dem üblichen Weg verlassen konnte, war der erste seit Wochen, in dem Rolfs Tod keine Rolle spielte.“ (Track 1)

Marlenes Ehemann Rolf hat sich suizidiert, und Marlene hält die Tage nur noch mit Alkohol und Benzodiazepinen durch. Nach 30 Jahren Ehe ist Marlene einsam, rat- und perspektivlos, und sie plant ihren eigenen Tod.

Marlenes Umfeld sorgt sich und bietet ihr immer wieder Hilfe an. Doch keiner scheint zu Marlene durchzudringen.

Eines Tages kommt ein Handwerker zu Marlene – es handelt sich um ihren ehemaligen Schüler Jack. Er bleibt über Nacht im Gästezimmer, weil er gerade wohnungslos ist. Und von da an verbringen er und Marlene öfter Zeit miteinander.

Schließlich zieht Jack bei ihr ein, päppelt sie auf und gibt ihr eine gewisse Lebensfreude zurück.

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Der Hauptmann und sein Frauenbataillon von Mario Vargas Llosa

„Also, wer nicht mal richtig auf die Putz haut, der dreht durch.“ (Seite 15)

Der Hauptmann Pantaléon Pantoja ist ein vorbildlicher Mitarbeiter – loyal, frei von Lastern, pflichtbewusst. Er hat hervorragende Referenzen, weshalb er einen ganz besonderen Auftrag erhält: Da die Truppe in der Selva „am laufenden Band“ (Seite 10) Frauen vergewaltigt, soll Pantoja dieser Sache ein Ende bereiten. Er wird in die Selva geschickt, und dort wird er auch ganz hitzig.

Pantoja befindet sich auf einer geheimen Mission, über die auch seine Ehefrau und seine Mutter nichts erfahren dürfen: Er baut ein Prostituiertengeschäft auf und plant dieses dezidiert.

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Pearly Everlasting von Tammy Armstrong

„Die Dinge sind entweder so, wie sie sind, oder nicht. Die Farbe des Tages. Das Gefühl, ein Kind zu sein. Das Gefühl von Salzwasser auf den sonnenverbrannten Beinen. Manchmal ist das Wasser gelb, manchmal auch rot. Aber die Farbe, die es in der Erinnerung hat, hängt immer vom jeweiligen Tag ab. Ich will dir die Geschichte nicht so erzählen, wie sie sich zugetragen hat, sondern, wie sie mir in Erinnerung geblieben ist.“ (Seite 5, Zitat von Charles Dickens)

Kanada im Jahre 1934: Die 15-jährige Pearly Everlasting wächst in einem Holzfällercamp mitten im Wald auf. Schon seitdem sie ein Kleinkind war, lebt sie mit dem Bären Bruno zusammen, der für sie wie ein Bruder und der ein Teil der Familie geworden ist.

Doch dann wird Bruno beschuldigt, einen Mann getötet zu haben. Er wird weggebracht, und Pearly macht sich verzweifelt auf die Suche, um ihren Bruder zu finden und wieder nach Hause zu bringen.

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Wer hat Palomino Molero umgebracht? von Mario Vargas Llosa

Eine fürchterlich zugerichtete Leiche wird von einem Hirtenjungen gefunden. Bald stellt sich heraus, dass es sich bei dem Toten um einen Soldaten handelt, der ein gefragter Bolerosänger war.

Wer ist zu solch unbegreiflicher Grausamkeit fähig? Aus welchem Grund wurde Palomino getötet und derart misshandelt?

Leutnant Silva und Lituma ermitteln.

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Haus Waldesruh von David Krems

„Ein wahrer Freund ersticht dich von vorne.“ (Seite 7, Zitat von Oscar Wilde)

Fast 15 Jahre nach der Matura kommen alte Freunde in einem alten Forsthaus wieder zusammen. Marco hat die alten Schulfreunde – Anna, Lea und Ferdinand – ins Haus seines Onkels eingeladen, und ein Fremder, der Lea zum Forsthaus gefahren hat, kommt auch dazu.

Marco stellt die Regeln für die folgenden Tage auf: Sie alle sollen nur über ihre gemeinsame Vergangenheit sprechen, wenn alle dabei sind, und alle sollen immer die Wahrheit sagen.

Schnell brechen zwischen den alten Schulfreunden alte Wunden auf und Konflikte aus. Und schließlich sprechen sie alle über den Tod von Max, einen gemeinsamen Freund, der sich vor fast 15 Jahren suizidiert hat.

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Bis die Sonne scheint von Christian Schünemann

„Das Bankkonto war gesperrt, wir hatten zu Hause keinen Pfennig mehr, und meine Eltern mussten sich dringend etwas einfallen lassen.“ (Seite 70)

Der 14-jährige Daniel Hormann lebt 1983 zusammen mit seinen Eltern und drei Geschwistern in einem Bungalow in Norddeutschland. Das Dach ist undicht, es regnet rein, überall stehen Eimer, Töpfe, Schüsseln und Auflaufformen, in denen Regenwasser aufgefangen wird.

Die Eltern sind pleite und können das Dach nicht reparieren lassen, leben aber so, als gäbe es keine finanziellen Probleme, wahren den Schein nach außen und denken nicht viel über Konsequenzen ihres Verhaltens nach.

Daniel wünscht sich mit großer Leidenschaft einen ganz bestimmten Konfirmationsanzug: ein nachtblaues Jackett, eine weinrote Fliege und eine steingraue Flanellhose. Dieser Traum droht zu platzen, denn Geld für den Anzug ist (natürlich) keins da.

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Hinter verschlossenen Türen von Sacha Naspini

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“ (Zitat von Dschalāl ad-Dīn Rūmī, Seite 5)

Le Case ist ein Bergdorf in der italienischen Region Maremma. Hier leben zahlreiche wunderliche Charaktere, über die in der Geschichte erzählt wird.

Da ist zum Beispiel Filippo Nencioni, der bekannt ist als Dorfdepp, aber eigentlich ein recht gewiefter Kerl ist, den alle unterschätzen und der sich einiges herausnehmen kann, gerade weil ihn alle unterschätzen. Vorgestellt werden auch Tonino Manenti, dessen Vater ein leidenschaftlicher Schachspieler war, und Niccodemo Tempesti, der verstört aus dem Krieg zurückkehrte.

Zudem wird die Geschichte von Samuele erzählt, der aus dem Dorf wegging, doch eines Tages zurückkehrt.

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Demon Copperhead von Barbara Kingsolver (Hörbuch)

„Es ist vergeblich, sich an die Vergangenheit zu erinnern, wenn sie nicht einen gewissen Einfluss auf die Gegenwart ausübt.“ (Track 1, Zitat von Charles Dickens, David Copperfield)

Demon Copperhead ist eine Neuerzählung von Charles Dickens’ Roman David Copperfield (den ich übrigens noch nicht gelesen habe). Statt im Viktorianischen England ist die Handlung bei Barbara Kingsolver in der Gegenwart und in Lee County im äußersten Südwesten des Bundesstaates Virginia angesiedelt. Lee County ist eines der ärmsten Countys der USA.

Hier wächst Damon Fields auf, der von (fast) allen Demon genannt wird. Seine Mutter war bei seiner Geburt 18 Jahre alt, ist drogenabhängig und lebt in einem Trailer. Demons Vater – Copperhead – ist tot. Mehr Familie gibt es anscheinend nicht, wobei sich die Nachbarn Mr und Mrs Peggot viel um Demon kümmern, ihm Kleidung und Essen besorgen, ihn erziehen, eine Art Ersatzfamilie sind.

Demon wächst somit unter widrigsten Bedingungen auf: Armut, Vernachlässigung, Parentifizierung, Gewalt, Entwürdigung, Drogenkonsum. Als sich seine Mutter nach einer Überdosis in eine längere Behandlung begeben muss, wird Demon auf die Farm von Mr Crickson geschickt, der Kinder bei sich aufnimmt.

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Der Club von Takis Würger

„Wir unterscheiden uns vom Pavian, weil wir die Fähigkeit besitzen, Rache zu üben. Also nicht einfach zurückzubeißen, sondern die Fähigkeit zu haben, Geduld zu üben, einen Plan zu entwickeln, diesen Plan umzusetzen und Erfüllung darin zu finden, wenn er funktioniert.“ (Seite 189)

Ein Ehepaar zieht in ein Sandsteinhaus im niedersächsischen Deister-Wald. Der Ehemann ist Architekt, aber kümmert sich nun um seine Ehefrau, die aufgrund eines Bronchialkarzinoms Unterstützung benötigt und zudem schwanger ist.

Das Kind der beiden wird Hans genannt. Hans ist ein ängstliches Kind. Er beobachtet die Welt, mag die Schule nicht, aber entdeckt das Schreiben für sich, lernt seine Tante Alex kennen und beginnt zu boxen.

Dann sterben beide Eltern, und Hans kommt in ein Internat. Dort wird er gegängelt, ist sein Außenseiter. Seine Tante Alex lädt ihn schließlich nach Cambridge ein und möchte, dass er dort studiert und Mitglied im berühmt-berüchtigten Pitt-Club wird, einer Art Studentenverbindung. Dort soll Hans spionieren und ein Verbrechen aufklären.

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