Ein Jahr in Norwegen: Reise in den Alltag von Julia Fellinger

„Die Erkenntnis, dass mit Geschwindigkeit und Eile in diesem Land nicht beizukommen ist, wich bald darauf einem atemlosen Staunen über die unterschiedlichen Spielformen ungezügelter Natur.“

Mit ihrem Freund Hermann, der in Høyanger die Stelle eines kommunalen Landarztes antritt, kommt Julia Fellinger nach Norwegen.

In Ein Jahr in Norwegen erzählt sie von Bokmål und Nynorsk, Sognefjord und Wasserkraftwerk, koselig und hyggelig, Nationalstolz und bunad, Sommersonnenwende und Folkemusikfestival, Dalsfjordbrücke und Fähre, Wandern und hyttekos, Drogentoten und Vinmonopol, Oslo und Bergen, Elchjagd und Fischfang, Pilzen und Norwegerpullis, Tageslichtlampe und Fischöl, Polarlichtern und Skifahren, Bibelgürtel und Gleichberechtigung.

Ich war noch nie in Norwegen, habe gerade aber sehr große Lust auf eine Reise nach Skandinavien. Fellinger hat mich beim Lesen nach Norwegen versetzt und mich neugierig auf das Land und seine Bewohner gemacht.

Fellinger vermittelt dem Leser auf überzeugende Weise, was das Leben in Norwegen ausmacht, wie Norweger ticken, was man vor Ort alles erleben und entdecken kann. Sie berichtet in ihrem knappen Büchlein von der Lebensart und von Besonderheiten des Landes, erzählt aber auch von persönlichen Erfahrungen, so dass das Buch eine gute Mischung aus Information, Flair und Unterhaltung bietet.

Fellinger schreibt sehr viele Sätze in Norwegisch, was mich zwischendurch immer wieder gestört hat, weil es den Lesefluss sehr hemmt, was aber natürlich auch einen guten Einblick in die Sprache vermittelt. Meiner Meinung nach hätte es dem Buch gut getan, wenn diese Passagen etwas kürzer ausgefallen wären. Nichtsdestotrotz kann ich das Buch jedoch allen empfehlen, die Lust auf Norwegen haben oder bekommen wollen.

Julia Fellinger: Ein Jahr in Norwegen. Reise in den Alltag. Herder Verlag, 2015, 192 Seiten; 9,99 Euro (Kindle Edition) bzw. 12,99 Euro (Taschenbuch).

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