Schlagwort-Archiv: psychische Störungen

Bipolare Störungen (Fortschritte der Psychotherapie) von Martin Hautzinger und Thomas D. Meyer

„Affektive Störungen lassen sich in uni- bzw. monopolar verlaufende Depressionen und bipolare Störungen unterteilen, wobei letztere früher unter dem Begriff ‚manisch‑depressiv‘ bekannt waren. Der Hauptunterschied zwischen unipolaren und bipolaren Störungen ist die Abwesenheit bzw. das Vorliegen von Phasen maniformer Symptomatik, also von Manien oder Hypomanien (leichter ausgeprägten Manien). Obwohl manche Patienten mit bipolaren Störungen ausschließlich Manien erleben, dominieren depressive Episoden im Verlauf bipolarer Störungen.“ (Seite 1)

Martin Hautzinger und Thomas D. Meyer setzen sich in ihrem Buch aus der Reihe Fortschritte der Psychotherapie knapp, dennoch fundiert und lehrreich mit der Beschreibung bipolarer Störungen auseinander, berichten zu Störungswissen und Störungsmodellen, thematisieren Diagnostik mit Selbst- und Fremdbeurteilungsinstrumenten, erklären, was bei der Behandlung und der Rückfallprophylaxe wichtig ist, und beschreiben am Ende ihrer Ausführungen die Effektivität und die empirische Evidenz von Therapiemethoden.

Im Anhang findet sich die Young Mania Rating Scale, ein Stimmungstagebuch, ein Arbeitsblatt zum Vergleich von gesunden versus depressiven und (hypo-) manischen Phasen, ein Wochenplan zur Alltagsgestaltung und zum Aufbau angenehmer Tätigkeiten sowie ein Arbeitsblatt zur besseren Planung.

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Therapie-Tools Grübeln von Nicole Kindermann

„Wie unser Denken zu einem erfüllten und sinnstiftenden Leben beiträgt oder aber genau das Gegenteil bewirkt und Menschen ins Unglück stürzt, ist eine nicht nur spannende, sondern wesentliche Frage unserer menschlichen Existenz.“ (Seite 10)

Nicole Kindermann befasst sich in ihren Therapie-Tools zum Thema Grübeln zum einen mit der Psychoedukation von repetitivem negativem Denken, zum anderen mit Funktionsanalysen und Ursachen von Rumination und schließlich mit verschiedenen Techniken zum Umgang mit repetitivem negativem Denken.

Sie setzt hierbei einen Fokus auf aufmerksamkeitsfokussierte Techniken, achtsamkeitsfokussierte Techniken, defusionsfokussierte Techniken, inhaltsfokussierte Techniken, emotionsfokussierte Techniken, verhaltensfokussierte Techniken und Techniken für Metakognitionen. Am Ende bietet sie zudem Hinweise zur Rezidivprophylaxe.

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Suizid in der Psychotherapie. Informationen und Unterstützung für Behandelnde von Tobias Teismann, Birgit Wagner und Laura Hofmann

„Zusammenfassend bedeutet dies, dass das Vorliegen einer psychischen Störung einen echten Risikofaktor für suizidales Erleben und Verhalten darstellt – und gleichzeitig, dass die allerwenigsten Menschen, die an einer psychischen Störung leiden, durch einen Suizid sterben werden.“ (Seite 9)

Tobias Teismann, Birgit Wagner und Laura Hofmann setzen sich in ihrem Buch zum einen mit Grundlagen und verschiedenen Erfahrungen mit Suiziden auseinander. Sie besprechen in diesem Abschnitt zum Beispiel den Hindsight‑Bias, blicken auf die Empirie der Patientensuizide und lassen Betroffene von Patientensuizid ihre Geschichte erzählen, zum Beispiel von Suizid in der Ausbildung, im stationären oder ambulanten Setting.

Im nächsten Abschnitt gehen die Autor:innen auf emotionale Anforderungen ein, etwa Schuld- und Schamgefühle, Trauer und Selbstwirksamkeit. Sie berichten zudem von äußeren Anforderungen, zum Beispiel Angehörige oder Mitpatient:innen nach einem Suizid in der Klinik, und beschreiben schließlich die organisatorischen Anforderungen, etwa die Rolle der Institution oder Einrichtung, Postvention, Supervision und Intervision sowie Peer-Support.

Im Abschnitt 3 erfährt der Leser mehr zu rechtlichen Rahmenbedingungen, zum Beispiel Rechtslage und Dokumentation.

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Persönlichkeitsstörungen therapieren. Theorie und Praxis von Rainer Sachse

„Eine Psychotherapie mit Klient*innen durchzuführen, die eine sogenannte Persönlichkeitsstörung aufweisen, kann therapeutisch sehr herausfordernd sein: Die Klienten benötigen eine besondere Art von therapeutischer Beziehungsgestaltung sowie spezielle therapeutische Strategien, und nicht selten bringen sie den behandelnden Therapeuten in ‚schwierige Interaktionssituationen‘.“ (Seite 9)

Rainer Sachse, von dem ich schon einige Bücher über Persönlichkeitsstörungen gelesen habe und dessen Modell der doppelten Handlungsregulation ich regelmäßig für die Diagnoserückmeldung einer Persönlichkeitsstörung verwende, erzählt in seinem Buch Persönlichkeitsstörungen therapieren im ersten Teil von der Definition und Abgrenzung von Persönlichkeitsstörungen und geht näher auf Beziehungsmotive, Schemata, Manipulationen und Tests ein.

Im zweiten Teil beschäftigt er sich mit der Psychotherapie von Persönlichkeitsstörungen, fokussiert dabei auf die therapeutische Beziehungsgestaltung, den Umgang mit Manipulationen und Tests sowie den Aufbau von Änderungsmotivationen.

Im dritten Teil setzt sich Sachse mit der Praxis der Therapie von Persönlichkeitsstörungen auseinander, erklärt hier zum Beispiel weiche und harte Konfrontationen sowie die Kosten von Konfrontationen.

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Bildlich gesprochen. 77 Metaphern für Psychotherapie, Beratung und Coaching von Robert Rossa und Julia Rossa

„Metaphern helfen uns, symbolische Distanz zu schaffen und machen über den Vorgang der Externalisierung Gefühle benenn- und besprechbar. Sprachliche Bilder können so eine Brücke zwischen Gefühl und Verstand schlagen und ermöglichen es, indirekt über schmerzhafte Erfahrungen zu sprechen.“ (Seite 2)

Das Karten-Set enthält 77 Karten. Auf der Kartenvorderseite ist ein Bild abgedruckt, das zur jeweiligen Metapher passt, und hinten auf der Karte finden sich verschiedene Wörter, die mit einer Metapher assoziiert sind, sodass man darüber ins Gespräch kommen kann.

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Von einem Schmerz getroffen, fiel ich bis zu den Sternen von Renate Schernus (Hg.)

„Was die Psychosen betrifft, äußerte sie einmal, sie habe nie ein Selbstverständnis von sich entwickelt, im tiefsten Kern ‚psychisch krank‘ zu sein und zu bleiben. Und so wurde sie auch wahrgenommen, als im tiefsten Kern gesund.“ (Seite 7)

Die Psychiatrieerfahrene Sibylle Prins starb am 14. Juli 2019 im Alter von 60 Jahren an einem Lungenkarzinom und vermachte ihre Tagebücher sowie andere Aufzeichnungen vor ihrem Tod dem Psychiatrie Verlag.

„Die Tagebücher erweitern den Blick sowohl für die zutiefst menschlichen Probleme eines Lebens mit Psychose als auch für die so oft übersehenen Chancen und kreativen Möglichkeiten.“ (Seite 11, Vorbemerkung der Herausgeberin Renate Schernus)

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„Dann ist das wohl psychosomatisch!“ von Alexander Kugelstadt

„Dieses Buch ist für Sie geeignet, wenn Sie sich für die Beziehung zwischen Körper und Seele interessieren, wenn Sie manchmal unerklärliche Beschwerden haben oder jemanden kennen, der jemanden kennt, der darunter leidet; oder wenn Sie es erstrebenswert finden, sich selbst, also Ihre Psyche und Ihre Körperreaktionen, besser zu verstehen.“ (Seite 20)

Alexander Kugelstadt erzählt in seinem Buch zunächst, wie Körper und Seele zusammenarbeiten, wieso unsere Gefühle so kompliziert sind, wie wir den Umgang damit verbessern können, was Stress auslöst und was Stress mit uns macht.

Im zweiten Teil des Buches setzt er sich mit verschiedenen psychischen Störungen und Problembereichen auseinander, zum Beispiel Trichotillomanie, Grübeln und Zwangshandlungen, Hypochondrie, Depressionen, Traumafolgestörungen und somatoforme Störungen.

Im dritten Teil geht Kugelstadt näher darauf ein, wie man seine psychosomatische Gesundheit fördern kann. Und im vierten Teil des Buches beschreibt er u.a. die Wirksamkeit von Psychotherapie und den Ablauf einer psychosomatischen Behandlung.

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Mentalisieren in der Psychotherapie. Strategien für die therapeutische Praxis von Carla Sharp und Dickon Bevington

„Und das ist meine Hoffnung für diesen hervorragenden Band. Es ist zweifelsohne die am klarsten geschriebene und am leichtesten zugängliche Darstellung der MBT, die bisher verfügbar ist.“ (Seite 11, Geleitwort)

Carla Sharp und Dickon Bevington gehen in ihrem Buch initial auf Rahmenbedingungen für Mentalisierung ein. Sie erklären danach, was Mentalisieren überhaupt ist, wie sich Mentalisieren entwickelt, welche Schwierigkeiten beim Mentalisieren und beim Lernen auftreten können.

Sie gehen im Anschluss auf die Struktur der MBT, der mentalisierungsbasierten Therapie, ein, beschreiben die mentalisierende Haltung und listen mentalisierende Interventionen auf.

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The Missing Manual. Das Handbuch der besonderen, aber weniger bekannten psychotherapeutischen Interventionen von Dieter Adler

„Dieses Buch ist kein ‚Lehrbuch‘ oder Handbuch im eigentlichen Sinn. Kein Buch, das auf wissenschaftlichen Untersuchungen fußt. Auch keins, das verschiedene Möglichkeiten aufzeigt und diskutiert. Dieses Buch fußt auf über 30 Jahren Berufserfahrungen als Psychotherapeut.“ (Seite 7)

Dieter Adler befasst sich in seinem Buch mit ausgewählten psychotherapeutischen Interventionen, geht initial auf Begriffsdefinitionen ein, setzt sich mit den Ursachen psychischer Erkrankungen auseinander, beschreibt psychotherapeutische Wirkfaktoren, thematisiert die Auswahl des Verfahrens, zum Beispiel Einzel‑ oder Gruppentherapie sowie verschiedene Therapieschulen.

Im Anschluss geht er näher auf die Therapieplanung ein, erwähnt therapeutische Herausforderungen, therapeutische Kniffe und verschiedene therapeutische Techniken, benennt ungewöhnliche Interventionen und setzt sich schließlich mit schwierigen Situationen in der Therapie auseinander.

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