Schlagwortarchiv: Erfahrungen

Das Geheimnis des Jüdischen Krankenhauses. Nach den Erinnerungen von Klaus Zwilsky. Graphic Novel von Charlotte Schallié (Hg.) und Gilad Seliktar

„Es ist komisch – fast immer wenn ich die Geschichte meines Überlebens erzähle, sage ich als Erstes, dass die Jahre im Jüdischen Krankenhaus in Berlin der Teil meines Lebens sind, an den ich mich am wenigsten erinnere.“ (Seite 35)

2023: Der israelische Zeichner und Autor Gilad Seliktar befragt Klaus Zwilsky bezüglich dessen Kindheit in Berlin: Zwilsky wurde 1932 in Berlin geboren, sein Vater war Apotheker, und auch seine Mutter arbeitete in einer Apotheke, allerdings nicht als Apothekerin, denn als Jüdin durfte sie nach Hitlers Machtergreifung keine Pharmazie studieren.

Um die Zeit der Kristallnacht im Jahr 1938 herum bemerkt auch das Kind Klaus, dass sich in der Stadt und im Land etwas verändert hat. Im Laufe der Zeit wird die Mutter zur Zwangsarbeit eingezogen, Klaus wird als jüdisches Kind vom Schulbesuch ausgeschlossen, sein Vater verliert sein Arbeit und bekommt schließlich eine Stelle als Apotheker imJüdischen Krankenhaus, Verwandte werden deportiert.

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Zwangsland. Leben mit Ängsten, Unsicherheiten und Zweifeln von Ina Jahn (Hg.)

„Zwangsland ist ein hartes Land, schwarzwolkig, eintönig und kalt. Zermürbend sind die ewigen Schleifen der Gedanken und Handlungen, die ausgeführt werden müssen, wenn man erst einmal dieses Land betreten hat. Trotzdem bietet der Aufenthalt in diesem Land auch Schutz, Sicherheit und Abgrenzung.“ (Seite 16)

Dieses Buch, in dem Frauen und Männer, Erwachsene und Kinder, Betroffene und Angehörige zu Wort kommen, setzt sich mit verschiedenen Facetten von Zwangsstörungen auseinander, zum Beispiel Sammeln, Horten, Kontrollieren, Sortieren, Waschen, Trichotillomanie und Dermatillomanie. Dabei enthält das Buch Prosa-Texte, aber auch Gedichte sowie bildliche Auseinandersetzungen mit dem Thema Zwang.

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Mein psychedelisches Erbe von Zach Leary

„Denke selbst und hinterfrage Autoritäten.“ (Seite 141, Zitat von Timothy Leary)

Zach Leary, der Sohn des berühmt-berüchtigten Timothy Leary, erzählt in seinem Buch Mein psychedelisches Erbe zunächst die Geschichte von Psychedelika und vom Krieg gegen Drogen.

Im weiteren Verlauf des Buches setzt er sich mit psychedelischen Erfahrungen, einzelnen Substanzen, Drogenmedizin, geistiger Selbstbestimmung, Magie und Mystik, psychischen Störungen und dem Einsatz von Psychedelika, mit Sucht, mit Verlust und Trauer sowie mit Set, Setting und Nachhaltigkeit auseinander.

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Gaza. Überlebensberichte aus einem zerstörten Land von Samar Yazbek

„Wer kann all diesen Schmerz ertragen?“ (Seite 12)

Samar Yazbek stellt in ihrem Buch Berichte aus Gaza vor. Dabei kommen Personen im Alter zwischen 13 und 65 Jahren zu Wort, sowohl Männer als auch Frauen, und sie alle leben im Gazastreifen, zum Beispiel in Khan Yunis, in Nord-Gaza, im Flüchtlingslager Dschabalya, im Sabra-Viertel in Zentral-Gaza.

Wir lesen hier Geschichten von Eltern, die bei Detonationen ihre toten, verbrannten, (schwer-) verletzten Kinder aufgefunden haben. Wir erfahren von ihren Gedanken, Gefühlen, Befürchtungen und Hoffnungen. Wir lesen von Ärzten, die von der Bombardierung von Krankenhäusern und der Zerstörung von Babystationen berichten. Wir erfahren von Folter und Misshandlungen.

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Das Igel-Tagebuch. Über die Hoffnung und einen stacheligen Gefährten von Sarah Sands

„Liebe ist eine Beziehung zwischen Dingen, die sterben.“ (Zitat des Philosophen Roger Scruton)

Sarah Sands pflegt ihren kranken Vater und findet zusammen mit ihrem zweijährigen Enkel einen kranken Igel in ihrem Garten. Sie nennen den Igel Horace und bringen ihn in Emma’s Hedgehog Hospital, eine lokale Igelstation. Dort wird der Igel untersucht, und es wird festgestellt, dass er erst vier bis sechs Wochen alt ist und dass es sich nicht um ein männliches Tier, sondern um ein Weibchen handelt, so dass Sarah den Igel Peggy nennt.

„Wer Erfahrung mit Igeln hat, weiß, dass man schnell handeln muss, wenn man einen kranken Igel retten möchte.“

Peggy ist sehr krank und ihr Leben hängt an einem seidenen Faden – genau wie das des Vaters von Sarah.

Und während Sarah ihren Vater betreut und pflegt, versucht sie immer mehr über Igel zu erfahren und sucht ganz gezielt nach Informationen.

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Einsamsein. Eine Befreiungsgeschichte von Daniel Haas

„Ich war einsam, nicht erst jetzt, als ausgebrannter, arbeitsloser und von der Freundin verlassener Single. Ich war schon seit langem einsam, und die Wohnungen, die ich seit meiner Studienzeit in den Achtzigerjahren bewohnt hatte, erschienen mir nun als perfekte Kulisse für meine Verfassung.“ (Seite 14)

Nach dem Suizid des Vaters 1984 entschließt sich 2021 auch die Mutter von Daniel Haas zu ihrem Suizid – mithilfe des Schweizer Sterbehilfevereins Exit.

Dazwischen liegen Jahre der Einsamkeit, der Isolation und Verwahrlosung des Autors, von Depression und Pandemie. Haas hatte irgendwann alles verloren: seinen Job als Journalist, seine Partnerin, sein Buchprojekt.

In Einsamsein erzählt Haas von seiner Mutter und ihrem zweiten Ehemann, vom Suizid der Mutter und des Vaters, von der Zeit nach dem Suizid der Mutter – und immer wieder von Einsamkeit, die ihn schon seit jeher begleitet hat. Er erzählt zudem von der Flucht nach vorn in die Manie sowie von der Suche nach Zuneigung und Verbundenheit.

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Die Seele will gesund werden. Impulse für ein erfolgreiches Leben mit Schizophrenie von Niko Andrija Rukavina

„Aufklärung betreiben, Vorurteile abbauen, Verständnis schaffen und einen offenen Dialog über psychische Erkrankungen fördern“ (Seite 11)

Niko Andrija Rukavina erzählt in seinem Buch initial, was die paranoide Schizophrenie überhaupt ist, geht etwas näher auf das Vulnerabilitäts‑Stress‑Modell ein und schließt an das erste Kapitel einen Absatz mit eigenen Erfahrungen an.

Danach geht er auf verschiedene Aspekte ein, die man im Blick behalten sollte, wenn man an paranoider Schizophrenie erkrankt ist. Er spricht zum Beispiel über Ernährung, Sport, Achtsamkeit und Entspannung, berichtet von Paranoia, vom Erkennen von Wahn und vom Erlernen einer Realitätsanpassung und geht näher auf Spiritualität ein.

Im vierten Abschnitt setzt sich der Autor mit der wichtigen Struktur im Alltag auseinander, bietet Informationen zu Tagesstruktur und zu Kreativität.

Im Folgenden findet sich ein kurzer Exkurs zur Akzeptanz‑ und Commitment‑Therapie (ACT), zu den Themen Schizophrenie und Arbeit sowie Schizophrenie und soziales Netzwerk. Am Ende bietet Rukavina Hinweise, wie man Klinikaufenthalte besser meistern kann.

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Von einem Schmerz getroffen, fiel ich bis zu den Sternen von Renate Schernus (Hg.)

„Was die Psychosen betrifft, äußerte sie einmal, sie habe nie ein Selbstverständnis von sich entwickelt, im tiefsten Kern ‚psychisch krank‘ zu sein und zu bleiben. Und so wurde sie auch wahrgenommen, als im tiefsten Kern gesund.“ (Seite 7)

Die Psychiatrieerfahrene Sibylle Prins starb am 14. Juli 2019 im Alter von 60 Jahren an einem Lungenkarzinom und vermachte ihre Tagebücher sowie andere Aufzeichnungen vor ihrem Tod dem Psychiatrie Verlag.

„Die Tagebücher erweitern den Blick sowohl für die zutiefst menschlichen Probleme eines Lebens mit Psychose als auch für die so oft übersehenen Chancen und kreativen Möglichkeiten.“ (Seite 11, Vorbemerkung der Herausgeberin Renate Schernus)

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Die Sache mit der Angst. Und wie ich lernte, damit zu leben von Daan Heerma van Voss

„Es gibt keinen noch so kleinen Organismus, der nicht über eine Angstreaktion verfügt, und kein Wesen ist so groß, dass es der Angst entgeht.“ (Seite 16)

Die Partnerin des Autors schlägt eine räumliche Trennung vor und möchte, dass er sich mit seinen zahlreichen Ängsten intensiv auseinandersetzt. Daraufhin begibt sich der Autor auf eine Art Reise, eine „Reise zu der Antwort auf die Frage, was Angst genau ist, wo dieses Phänomen herkommt, was wir von ihr lernen können und wie wir mit ihr umgehen müssen.“ (Seite 16)

Daan Heerma van Voss erzählt in seinem Buch initial von der Epidemiologie von Angststörungen und von verschiedenen Denkstilen. Er setzt sich schließlich mit der Geschichte seiner Familie auseinander und bettet diese in historische Begebenheiten und in seine eigene Geschichte ein. Van Voss berichtet zudem u.a. von Epigenetik, von Bindungstheorie, von der Geschichte der Lernpsychologie, der Psychotherapie und der Behandlung mit Antidepressiva.

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Zuversicht. Von den kleinen Wundern des Lebens von Louise Brown

„Sie konfrontierte mich mit einer Wahrheit, die ich erst heute zu verstehen meine, nämlich, dass Heilung nur bedeuten kann, mit seinen inneren Konflikten leben zu können.“ (Seite 56)

Louise Brown erzählt in Zuversicht von Gedanken und Erinnerungen, von Krankheit und Tod, von Verlusten und Abschieden, von Trauer und Dankbarkeit, von Routinen und dem Durchbrechen von Routine, von Depression und Freude, von Achtsamkeit und dem Fokus auf Dinge, die sie zum Staunen bringen.

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