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Das Ende des Traumas. Wie das Wissen über Resilienz unser Traumaverständnis revolutioniert von George A. Bonanno

„Oft fragte ich mich, warum ich nicht viel verkorkster war, warum ich nicht so total fertig und durcheinander war, wie ich es eigentlich erwartet hätte. Das hat mich echt verwirrt. Wenn alle möglichen Leute unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung leiden, warum kam ich dann ganz gut zurecht?“ (Seite 18)

George A. Bonanno erzählt in Das Ende des Traumas von Wachkoma und Albträumen, Pleistozän und Höhlenbildern, Homers Ilias und dem großen Feuer von London im Jahre 1666, Herrmann Oppenheim und Shellschock, der Diagnose PTBS und Resilienz, den Anschlägen vom 11.09.2001 und blindem Fleck, Heuristiken und Normalverteilung, Korrelation und Resilienz-Paradox, Achtsamkeit und Meditation, sozialer Unterstützung und Optimismus, Vertrauen in die eigenen Bewältigungsfähigkeiten und Orientierung an Herausforderungen, Flexibilität und Selbstbild, Flexibilitätssequenz und Selbstverbalisierung.

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Was bleibt, wenn wir schreiben. Ein Journal für die Zeit der Trauer von Louise Brown

„Nach dem Verlust einer geliebten Person begibt man sich auf einen Weg, ohne zu wissen, wohin er führt. Manchmal führt dieser Weg in die Dunkelheit. Manchmal zurück ins Licht. Diesen Weg geht man allein, auch wenn man von Menschen umgeben ist. Auf diesem Pfad gibt es keine Wegweiser. Niemand kann einem sagen, wie man es schafft, einen Fuß vor den anderen zu setzen, das Gewicht der Trauer schwer im Gepäck.“ (Seite 9)

Louise Brown ist Trauerrednerin, und ich habe bereits ihr wundervolles Buch Was bleibt, wenn wir sterben als Hörbuch gehört.

Was bleibt, wenn wir schreiben ist dafür gedacht, dass man ins Buch hineinschreibt, was einen nach einem Verlust belastet oder auch bereichert, welche Erinnerungen man sich unbedingt bewahren möchte.

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Ressourcen aktivieren. Ein Ratgeber für mehr Wohlbefinden und Resilienz von Ulrike Willutzki und Tobias Teismann

„Ansatzpunkt unseres Ansatzes ist unser Glaube an Sie und Ihre Möglichkeiten, unser Glaube daran, dass Sie auf Ihrem bisherigen Lebensweg bereits viele Schwierigkeiten und Hindernisse gemeistert haben, dass Sie Stärken haben und diese im Laufe Ihres Lebens weiterentwickelt haben.“ (Seite 7)

Ulrike Willutzki und Tobias Teismann setzen sich in ihrem Ratgeber initial mit der Definition von Ressourcen und Resilienz auseinander, bevor sie sich mit Zielen befassen, die Ressourcenzwiebel vorstellen sowie Tugenden und Charakterstärken thematisieren.

Danach helfen sie bei der Suche nach Ressourcendiamanten, präsentieren Mitgefühl als Weg zu mehr Sicherheit und Ruhe, unterstützen bei der Erstellung eines Ressourcenstammbaums und widmen sich schließlich dem Thema Dankbarkeit.

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Suizid. Das Leben danach von Elisa Roth

„Ich hätte Dir so gerne geholfen.
Ich finde einfach keine Ruhe, weil ich es nicht konnte.“
(Seite 5)

Elisa Roth erzählt in ihrem Buch sehr ausführlich vom Suizid ihrer Mutter nach einem unbeschwerten Telefonat, von den Folgen des Suizids, von ihren Gedanken und Gefühlen. In diesem Zusammenhang hat Roth ihren Podcast Selbstwort ins Leben gerufen, auf dem sie Hinterbliebene nach Suizid einer nahestehenden Person interviewt.

Im Buch sind auch weitere Geschichten rund ums Thema Suizid abgedruckt, z.B. die Geschichte von Elke, die zwei Brüder durch Suizid verloren hat, aber auch die Geschichten von zwei Suizid-Überlebenden.

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Die beginnende Schizophrenie. Versuch einer Gestaltanalyse des Wahnsinns von Klaus Conrad

„Wer dieses Buch liest, kann sich einfühlen in das was geschieht, wenn eine Psychose beginnt, wenn sie immer heftiger wird und die Kranken schließlich überwältigt.“ (Klappentext)

Klaus Conrad befasst sich in seinem Buch, das in erster Auflage bereits 1959 erschien, mit dem Trema (u.a. Fehlhandlungen, initiale Depression, Misstrauen, Wahnstimmung), der apophänen Phase (u.a. Wahnwahrnehmung, Bekanntheits- und Entfremdungserlebnisse, Omnipotenz, Gedankeneingebung, Gedankenausbreitung, Gedankenlautwerden), der apokalyptischen Phase (u.a. Katatonie), der Konsilidierung und dem Residualzustand.

Im zweiten Teil des Buches geht er näher auf die Schübe und die Prozessformen ein.

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Urlaub mit dem Zug – Italien

„Um Italien zu durchqueren, müssen die Züge den Apennin bewältigen, sich an mannigfaltigen Küsten entlangschlängeln, die endlosen Ebenen des Nordens durchqueren, Vulkane umfahren und Meerengen überqueren. Trotz dieser schwierigen Geografie ist Italien ein Eisenbahnland: Aktuell sind etwas mehr als 17000 Schienenkilometer in Betrieb.“ (Seite 6)

Urlaub mit dem Zug – Italien bietet 18 Touren durch verschiedene Teile des Landes: Aostatal, Piemont, Cinque Terre, Lombardei, Dolomiten, Friaul-Julisch Venetien, Venetien, Emilia Romagna, Toskana, Umbrien, Marken, Latium, Abruzzen, Apulien, Kampanien, Kalabrien, Sardinien und Sizilien.

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Hart auf hart von T. C. Boyle (Hörbuch)

„In diesem Augenblick veränderte sich alles, und zwar radikal.“ (CD 1, Track 5)

Sten Stensen, pensionierter Schuldirektor und Vietnamveteran, ist mit seiner Frau in Costa Rica unterwegs, und während einer Bustour werden die Touristen von drei bewaffneten Männern überfallen. Sten reagiert automatisch, ist wieder im Kriegs- und Überlebensmodus und erwürgt einen der Männer, während die anderen beiden fliehen. Er hat Sorge vor einer Verhaftung und Bestrafung, doch stattdessen wird er als Held gefeiert.

Stens Sohn Adam hält sich so weit wie möglich von anderen Menschen fern, lebt abgeschieden, hortet Waffen. Eines Tages wird er von Sara, einer ‚souveränen Bürgerin‘, die sich nicht mit dem Staat identifizieren kann und festgenommen wurde, da sie keinen Gurt im Auto angelegt hatte, auf der Straße aufgegabelt. Zwischen beiden entwickelt sich eine Affäre, aber irgendwann merkt Sara, dass Adam wirklich gefährlich werden kann.

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Die kürzeste Geschichte der Zeit von Stephen Hawking

„Wir haben das Glück, in einem Zeitalter zu leben, in dem noch immer Entdeckungen gemacht werden. Es ist wie mit der Entdeckung Amerikas – man kann es nur einmal entdecken. Das Zeitalter, in dem wir leben, ist das Zeitalter, in dem wir die fundamentalen Naturgesetze entdecken.“ (Seite 8, Zitat von Richard Feynman)

Stephen Hawking erzählt in seinem Buch von Ptolemäus und Aristoteles, Nikolaus Kopernikus und Johannes Kepler, Galileo Galilei und Sir Isaac Newton, Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantenmechanik, Gravitation und Lichtgeschwindigkeit, gekrümmtem Raum und Parallaxe, Schwarzkörperspektrum und Expansion des Universums, kosmischem Hintergrundrauschen und Urknall, Quantengravitation und Heisenberg’scher Unschärferelation, Wurmlöchern und Zeitreisen, Stringtheorie und Wissenschaftstheorie.

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Scham von Inès Bayard

„Ein einziger tragischer Vorfall in ihrem Leben hatte zu dieser Tat geführt.“ (Seite 9)

Gleich beim Einstieg ins Buch erfahren wir, dass Marie sich und ihren Sohn Thomas vergiftet und dass ihr Mann Laurent überlebt hat.

Danach erzählt Inès Bayard von den Geschehnissen zuvor: von der glücklichen Beziehung zwischen Marie und Laurent, von ihrem Kinderwunsch, von ihrer Karriere in einer Bank und seiner als Anwalt. Die beiden sind ein schönes Paar, leben in Paris, sind erfolgreich und beliebt.

Dann wird Marie vom Direktor der Bank brutal vergewaltigt, doch sie schweigt darüber, erzählt keinem davon, leidet still, ekelt sich vor Laurent und vor Sex, versucht mit aller Kraft, das Geschehene hinter sich zu lassen. Doch sie wird immer wieder von dem Erlebnis eingeholt.

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Psychopathologie. Das ABC des psychopathologischen Gesprächs von David Oberreiter

„Das psychopathologische Gespräch ist ein Prozess, in dessen Verlauf die Funktionsweisen unterschiedlicher psychischen Instanzen erfahrbar und beobachtbar werden. Dadurch können psychische Ressourcen oder Defizite identifiziert werden. Die Beschreibung auffälliger Phänomene ermöglicht psychiatrische Diagnostik.“ (Seite 5)

David Oberreiter befasst sich in seinem Buch initial mit dem psychopathologischen Gespräch an sich, mit Prinzipien der psychopathologischen Gesprächsführung und der Beziehung zwischen den einzelnen psychischen Bereichen.

Danach geht er von A bis Z auf die einzelnen Domänen ein, z.B. Affektivität, Bewusstsein, Dissoziation, Ich-Bewusstsein, formales Denken, Gedächtnis, Halluzinationen, Wahn, Konzentration und Aufmerksamkeit, Psychomotorik, Orientierung, Phobie und Angst, Suizidalität, Unruhe und Antrieb, Volition, Wahrnehmung und Auffassung sowie Zwang. Sehr schön und wichtig finde ich, dass auch Ressourcen explizit erwähnt werden.

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