Schlagwort-Archive: Belletristik

Und es schmilzt von Lize Spit

„In der Zwischenzeit versuche ich mir, wie früher, das Schlimmste vorzustellen, das ich dort vorfinden könnte, so dass die Realität dahinter nur noch zurückbleiben kann.“

Die Ich-Erzählerin Eva erhält einen Brief von Pim, mit dem sie zur Schule gegangen ist, mit dem sie über Jahre hinweg eng befreundet war und dessen Bruder Jan bald 30 Jahre alt geworden wäre. Pim lädt Eva zu Jans posthumer Feier und zur Einweihung seiner fast vollautomatischen Melkanlage ein. Und so macht sich Eva auf den Weg in ihr Heimatdorf – mit einem Eisblock im Kofferraum und vielen Gedanken an ihre Kindheit und Jugend. Und es schmilzt von Lize Spit weiterlesen

Liebesgeschichten von Iwan Sergejewitsch Turgenew

Liebesgeschichten enthält zwei Novellen („Asja“ und „Eine Unglückliche“) und eine Erzählung („Das Lied der triumphierenden Liebe“) Iwan Sergejewitsch Turgenews. Während die beiden Novellen in sehr realistischer Weise das Scheitern von Liebesbeziehungen und die Verzweiflung der Liebenden darstellen, weist „Das Lied der triumphierenden Liebe“ phantastische Elemente auf und lässt die Grenzen zwischen Wirklichkeit und Traum/Fiktion verschwimmen. Liebesgeschichten von Iwan Sergejewitsch Turgenew weiterlesen

Der Doppelgänger von Fjodor Michailowitsch Dostojewski (Hörbuch)

„Herr Goljadkin erkannte sofort seinen nächtlichen Freund. – Sein nächtlicher Freund aber war niemand anders als er selbst – ja: Herr Goljadkin selbst, ein anderer Herr Goljadkin und doch Herr Goljadkin selbst – mit einem Wort und in jeder Beziehung war er das, was man einen Doppelgänger nennt.“

Der Tag, an dem die Erzählung beginnt, startete für Herrn Jakow Petrowitsch Goljadkin, einen eher schüchternen Beamten in Petersburg, bereits auf ungewöhnliche Weise: Statt sich auf den Weg in sein Büro zu machen, fährt er zusammen mit seinem herausgeputzten Diener Petruschka in festlicher Kleidung zu seinem Arzt Krestian Iwanowitsch Rutenspitz. Goljadkin redet wirr, und der Arzt ist besorgt ob des Gesundheitszustands seines Patienten.

Goljadkins Tag wird immer sonderbarer, und schließlich gerät seine Welt vollends aus den Fugen, denn er trifft in seiner Wohnung auf seinen eigenen Doppelgänger. Dieser sieht genauso aus wie Goljadkin, aber in allem, was er tut, ist er besser als der echte Goljadkin, der in der Erzählung „der Held“ genannt wird. Der Doppelgänger von Fjodor Michailowitsch Dostojewski (Hörbuch) weiterlesen

Die Reise nach Petuschki von Wenedikt Jerofejew

Der Alkoholiker Wenedikt Jerofejew befindet sich im Zug von Moskau nach Petuschki. Dort möchte er die „Favoritin unter den Flittchen“ treffen, die er 12 Wochen zuvor kennengelernt und seitdem jede Woche besucht hat. In seinem Gepäck hat er jede Menge Schnaps, und die Zugfahrt entwickelt sich schließlich zu einem Saufgelage und einem Monolog über Politik, sowjetische Lebens- und Arbeitsbedingungen, Frauen u.v.m. Die Reise nach Petuschki von Wenedikt Jerofejew weiterlesen

Meistererzählungen von Anton Pawlowitsch Čechov

Der Band beinhaltet sieben Erzählungen Anton Čechovs (Eine langweilige Geschichte, Flattergeist, Krankenzimmer Nr. 6, Der Student, Herzchen, Die Dame mit dem Hündchen, Die Braut) sowie ein Nachwort von W. Somerset Maugham und einen Anhang mit Anmerkungen zur Transkription und zu russischen Namen, Wörtern, Feiertagen etc.

Čechov erzählt nicht vom russischen Adel und beschreibt Emotionen nicht auf blumige oder leidenschaftliche Art und Weise. Er fokussiert vielmehr auf den „einfachen“ Russen, der von Nöten und Sorgen geplagt ist, der oft in Armut lebt, der um seinen Lebensunterhalt kämpfen muss. Meistererzählungen von Anton Pawlowitsch Čechov weiterlesen

Das Leben ist groß von Jennifer DuBois

„Einmal, in Norwegen, habe ich fünfzehn Züge vorausgedacht, aber es hätte einen viel einfacheren Weg zum Sieg gegeben, und den habe ich übersehen. Sich zu sehr auf die Zukunft zu konzentrieren kann lähmend sein, habe ich festgestellt.“

Die Amerikanerin Irina Ellison hat eine sehr genaue Vorstellung davon, wie ihr Leben verlaufen wird: Ihr Vater litt an Chorea Huntington, ist nach 18 qualvollen Jahren gestorben, und Irina erwartet das selbe Los.

Nach dem Tod ihres Vaters stößt sie auf eine Kiste voller Zeitungsartikel über den Schachweltmeister Alexander Kimowitsch Besetow, auf eine Kopie eines Briefes, den ihr Vater an Besetow geschrieben hatte, sowie das recht nichtssagende Antwortschreiben einer gewissen Elisabeta Nasarowna.

Irina möchte die Antworten bekommen, die ihr Vater nie erhalten hat, und macht sich auf den Weg nach Russland, um Besetow zu finden. Das Leben ist groß von Jennifer DuBois weiterlesen

Alles, was ich nicht erinnere von Jonas Hassen Khemiri

„Ich glaube nicht, dass man jemanden retten kann, der nicht gerettet werden will.“

Samuel ist mit dem Auto seiner Großmutter tödlich verunglückt, doch ob es sich um einen Unfall oder um einen Suizid handelt, ist ungewiss. In Alles, was ich nicht erinnere versuchen die einzelnen Protagonisten Licht ins Dunkel zu bringen und erzählen die Geschichte um Samuel und sein Leben aus ihrer Perspektive, so dass der Leser nach und nach versteht, um welchen Menschen es sich bei Samuel gehandelt hat, was ihn geprägt und bewegt hat.

Dabei zieht sich die Frage der Schuld wie ein roter Faden durch den Roman: Wer trägt die Verantwortung für Samuels Tod? Ist es Laida, mit der Samuel eine Beziehung geführt hat, die schließlich gescheitert ist? Ist es Vandad, mit dem sich Samuel angefreundet hat, obwohl die beiden so unterschiedlich sind, Vandad sich von Samuel aushalten ließ und ihn finanziell ausnutzte? Oder lag es schlichtweg an den maroden Bremsen des alten Autos, um das sich scheinbar nicht angemessen gekümmert wurde? Alles, was ich nicht erinnere von Jonas Hassen Khemiri weiterlesen

Oblomow von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow (Hörbuch)

„Und immer dasselbe?“
„Ja, bis zum Grabe. Das ist das Leben!“
„Nein, das ist nicht das Leben!“
„Was ist es dann deiner Meinung nach?“
„Das, das ist eine Oblomowerei.“
„Ob-lo-mowerei! Ob-lo-mo-we-rei! Worin besteht denn deiner Ansicht nach das Lebensideal? Nicht in der Oblomowerei? Streben denn nicht alle nach dem, wovon ich träume? Alle streben doch nach Ruhe und Stille.“

Ilja Iljitsch Oblomow entstammt dem russischen Adel und ist mit materieller Sicherheit aufgewachsen. Als Erwachsener ist er unfähig, sich um seine Angelegenheiten zu kümmern, verbringt seine Tage und Nächte in seiner Wohnung in der Petersburger Gorochowaja, versucht zwar, der permanenten Schläfrigkeit und Trägheit zu entfliehen, verschiebt jedoch alles, was sein Diener Sachar an ihn heranträgt, auf den nächsten Tag, so dass das väterliche Gut Oblomowka immer mehr verfällt, sich die Rechnungen immer weiter auftürmen und wichtige Briefe nicht beantwortet werden. Oblomow von Iwan Alexandrowitsch Gontscharow (Hörbuch) weiterlesen

Die Kreutzersonate von Lew Nikolajewitsch Tolstoi (Hörbuch)

„Die hauptsächlichste Qual war die Ungewissheit, der Zweifel, der Zwiespalt, das Nicht-Wissen, ob ich sie lieben oder hassen sollte.“

Lew Nikolajewitsch Tolstois Novelle Die Kreutzersonate entstand in den 1880er Jahren, wurde 1890 in deutscher Sprache erstveröffentlicht und erschien 1891 erstmals auf Russisch. Benannt wurde die Novelle nach Ludwig van Beethovens Violinsonate A-Dur op. 47, die als Kreutzer-Sonate Bekanntheit erlangte und die in der Novelle eine zentrale Rolle spielt.

Tolstoi erzählt in seiner Novelle von Posdnyschew, der seine Frau getötet hat, jedoch freigesprochen wurde und sich nun auf einer längeren Zugfahrt befindet. Dabei ergibt sich eine Diskussion mit anderen Reisenden, in deren Folge Posdnyschew von seinen Grundüberzeugungen, seiner Ehe, seiner Leidenschaft, seiner Eifersucht und schließlich von seinem Verbrechen erzählt. Die Kreutzersonate von Lew Nikolajewitsch Tolstoi (Hörbuch) weiterlesen

Belletristik, Sachbücher, Reiseberichte aus dem und über den Iran

In diesem Post liste ich Belletristik, Sachbücher und Reisebücher aus dem und über den Iran auf. Ich würde mich sehr über Ergänzungen und Empfehlungen in den Kommentaren freuen.

In Klammern habe ich diejenigen Bücher gesetzt, die mir nicht so gut gefallen haben, die ich persönlich also nicht empfehlen kann. Mit einem Sternchen versehen habe ich Bücher, die ich selbst noch nicht gelesen, zu denen ich mir somit noch keine eigene Meinung gebildet habe. Belletristik, Sachbücher, Reiseberichte aus dem und über den Iran weiterlesen