Schlagwort-Archive: DDR

Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland von Jochen Schmidt

„So vieles hatte sich geändert, aber so viel anderes wieder nicht. Nur dass einem das, was sich nicht ändert, nicht so auffällt.“

Jochen Schmidt erzählt in seiner Gebrauchsanweisung für Ostdeutschland von Trabant und MZ, Improvisieren und Basteln, Thementorten und Fahnenhaltern, Spielzeugmuseum und Sommerrodelbahn, Kyffhäuser und Eierscheckenäquator, Plattenbau und Ha-Neu, Eisenhüttenstadt und Wilhelm-Pieck-Stadt Guben, Karl May und Schneckenmühle, Leipziger Buchmesse und Völkerschlachtdenkmal, das Grüne Band und Mödlareuth, Sigmund Jähn und Talsperre Pöhl.

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Ich musste raus. Wege aus der DDR von Constantin Hoffmann (Hörbuch)

„Von 1961 bis 1989 galt die innerdeutsche Grenze als die am schärfsten bewachte Grenze überhaupt. Für die meisten Menschen in der DDR war sie unüberwindbar. Trotzdem setzten viele alles daran, das Land zu verlassen.“ (Klappentext)

Ich bin in der DDR aufgewachsen und war beim Fall der Mauer dreizehn Jahre alt. Ich bin also (wie ich finde) eine der Glücklichen, die sich noch an das Leben in der Diktatur, an die Propaganda und die Pionierorganisationen, aber auch an die schönen Momente des Lebens in der DDR erinnern kann.

Ich musste raus erzählt fünf Fluchtgeschichten, die allesamt detailliert wiedergegeben und packend erzählt wurden. Der Hörer erfährt z.B. von Manfred, der die DDR in einem Kofferraum verlassen hat, von Michael, der mit seiner Freundin über Ungarn und Österreich geflohen ist, und von Uta, die erst nach einem Gefängnisaufenthalt in die BRD ausreisen durfte. Ich musste raus. Wege aus der DDR von Constantin Hoffmann (Hörbuch) weiterlesen

Der Osten ist ein Gefühl. Über die Mauer im Kopf von Anja Goerz

„Habt im Blick, was uns verbindet, sucht nicht, was uns trennt.“

Anja Goerz erlebte das Aufeinanderprallen der ostdeutschen und der westdeutschen Mentalität im Job, wollte deshalb genauer wissen, was die „ost-westlichen Befindlichkeiten und Denkweisen ausmacht“ und hat dafür unterschiedliche Menschen aus der Ex-DDR zu ihrem Leben befragt. Sie hat zudem „versucht, Menschen im Westen zu finden, die einige Fragen ‚von der anderen Seite‘ beleuchten“.

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Sie sprechen mit der Stasi von Andreas Ammer und FM Einheit (Hörbuch)

„Belege für die Banalität des Bösen“ (Joachim Gauck, Booklet Seite 4)

Sie sprechen mit der Stasi beinhaltet Tonbandaufnahmen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR, die von Andreas Ammer und FM Einheit ausgewählt, geschnitten und mit Musik hinterlegt wurden. Hier erfährt man von Denunzianten und Denunzierten, lauscht Telefongesprächen und Verhören, hört weinende, verängstigte, wütende und rachsüchtige Menschen, lernt aber auch solche kennen, die Widerstand leisteten, z.B. den „Telefonterrormenschen“, der regelmäßig anrief, um die Telefonleitung der Stasi zu belegen.

„Wir hören plötzlich zu, wie die Stasi ein Verhör führte. Wir kennen die Situation gut, aus jedem Kriminalfilm, aber wir haben sie noch nie in ‚Wirklichkeit‘ gehört. […] Wir hören, wie ein Mensch zerbricht: besser, wie er gebrochen wird. Wir hören, wer schuld ist.“ (Andreas Ammer, Booklet Seite 9f) Sie sprechen mit der Stasi von Andreas Ammer und FM Einheit (Hörbuch) weiterlesen

Trabi Love von Thorsten Elbrigmann

„Die Liebe zum Trabi lebt nicht vom Vergleich. Es geht nicht um PS, um Hubraum, um all die typischen Autoquartettwerte. Da würde er gewiss in fast jeder Disziplin verlieren. Nein. Die Liebe zum Trabant ist absolut.“ (Seite 11)

Thorsten Elbrigmann stellt in Trabi Love Geschichten rund um den Trabant vor und unterstreicht diese mit großformatigen Bildern, die sowohl dokumentarisch als auch künstlerisch sind. Thematisiert werden u.a. Udo Lindenberg mit seinem goldenen Trabant, eine Trabi-Weltreise, der Bananen-Trabant-Tausch mit Ecuador sowie Trabitreffen.

„Das Buch setzt dem Trabant rund 30 Jahre nach seiner Produktionseinstellung ein liebenswertes Denkmal, lässt einige Zeitzeugen zu Wort kommen, zeigt insbesondere seine letzten Zwickauer Produktionsjahre in einigen ungewöhnlichen Bildern.“ (Seite 11)

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Die Berliner Mauer für die Hosentasche von Bernd Ingmar Gutberlet

„Mitten durch Familien gingen Risse, wenn politische Ansichten auseinandergingen, manche Lebenswege trennten sich schon vor dem Mauerbau für lange Zeit.“ (Seite 17)

Bernd Ingmar Gutberlet befasst sich in seinem Buch mit unterschiedlichsten Facetten der Berliner Mauer: mit den historischen Hintergründen im Zweiten Weltkrieg, der Aufteilung der Stadt unter den Siegermächten und dem Kalten Krieg sowie mit der verstärkten Sicherung der innerdeutschen Grenze und der verschärften Trennung zwischen Ost- und West-Berlin, dem Mauerbau, Fluchtwegen, Fluchtarten und Fluchtopfern, dem Gewöhnungsprozess, den Besucherregeln, der Drittländerflucht, den Montagsdemonstrationen, der Friedlichen Revolution, dem Fall der Mauer und des Eisernen Vorhangs, der Wiedervereinigung und deren Folgen.

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Ende einer Utopie. Der Mauerbau in Berlin 1961 von Jens Schöne

„In der letzten Nacht hat Ulbricht die Sowjetzone endgültig zum KZ gemacht.“

Jens Schöne beleuchtet in Ende einer Utopie die Hintergründe, die zur Errichtung der Berliner Mauer geführt haben, beschreibt das Vorgehen beim Mauerbau, setzt sich mit den Folgen auseinander und thematisiert im Epilog den Mauerfall. Die Texte werden durch zahlreiche s/w-Abbildungen veranschaulicht.

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Die DDR. Eine Geschichte des „Arbeiter- und Bauernstaates“ von Jens Schöne

„Die Partei wähnte sich auf einer historischen Mission, die die Menschheit in eine strahlende Zukunft führen würde.“

Jens Schöne erzählt in Die DDR von der Staatsgründung, vom Aufstand gegen die Diktatur am 17. Juni 1953, vom Mauerbau, vom Regierungswechsel Ulbricht/Honecker, von der Ausbürgerung Wolf Biermanns, vom deutsch-deutschen Gipfeltreffen im Jahre 1987, vom Fall der Mauer sowie von der deutschen Wiedervereinigung.

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Straßen der DDR. Bilder einer Reise von Tangermünde nach Berlin unmittelbar nach dem Fall der Mauer von Michael Krone

„Die einzigartigen Krone-Aufnahmen in diesem Buch porträtieren nicht System und politische Verhältnisse der ehemaligen DDR, sondern dokumentieren das einfache Leben und zeigen eine Kulisse, die oft überraschend romantische Züge trägt. Reisen Sie mit uns – auf den Straßen der DDR unmittelbar nach dem Mauerfall.“ (Seite 5, Geleitwort des Herausgebers Hans-Jürgen Schneider)

Im Frühjahr 1990, also zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung, unternimmt Michael Krone eine 4000 Kilometer lange Reise durch die untergehende DDR und schießt dabei über 1600 Fotos. Im Bildband Straßen der DDR wird eine Auswahl dieser Bilder präsentiert, die das Leben und den Alltag in der DDR zeigen.

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Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß von Manja Präkels

„Wie Schimmelpilz in den Kellerritzen hatte sich die Wut erst im Haus, dann auf der Straße verbreitet und beherrschte schließlich die ganze Stadt.“ (Seite 57)

Mimi wächst zu DDR-Zeiten in Brandenburg auf, und als sie mit ihren Eltern von der Havelstraße in ein kleines, halb verfallenes Haus in der Nähe umzieht, verliert sie den Anschluss zu ihren alten Freunden und anderen Familienmitgliedern. Sie gehört zu keiner Gruppe, ist allein und isoliert. Da trifft sie Oliver, der ähnlich ausgegrenzt ist und der sich später „Hitler“ nennen wird, und findet in ihm einen engen Freund.

Doch die Freundschaft zwischen ihr und Oliver zerbricht, und auch das Land, in dem Mimi aufgewachsen und das ihre vertraute Heimat ist, gibt es bald nicht mehr.

Nach dem Fall der Mauer teilen immer mehr von Mimis Freunden, Bekannten und Verwandten rechtsextremes Gedankengut, ihr ehemaliger Freund Oliver steigt schnell in der Hierarchie der Rechtsextremen auf, und bald wird die brandenburgische Kleinstadt von Hass, Wut und Gewalt dominiert.

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