Schlagwort-Archiv: True Crime

Ich verteidigte Anders Breivik. Warum? Meine schwierigste Strafverteidigung von Geir Lippestad

„Ich hoffe, dass dieses Buch dazu beiträgt, dass wir uns mehr Gedanken über die Werte machen, die uns unabhängig von Glaube, Hautfarbe, Nationalität und anderen Eigenschaften vereinen. Anstatt über kulturelle Unterschiede zu diskutieren, die uns scheinbar in Kategorien einteilen, und die Breivik und seine Gesinnungsgenossen ausnutzen, sollten wir lieber dasselbe tun wie die vielen Jugendlichen, die ich während der Verhandlung kennenlernen durfte: Wir müssen den Wert jedes einzelnen Menschen und die Bedeutung unserer gesellschaftlichen Grundwerte erkennen und schätzen – Demokratie, Meinungsfreiheit, Gleichstellung, Menschenrechte. Wie unterschiedlich wir auch sind, wir dürfen nie zulassen, dass diese Werte untergraben werden. Wir dürfen keine Intoleranz tolerieren, auch wenn dies paradox klingt.“ (Seite 8)

Geir Lippestad erzählt in seinem Buch von seinem eigenen Leben, von seiner Kindheit und Jugend, seinem Studium und seiner Anwaltstätigkeit, von seiner Ehefrau und seinen Kindern, von seinen Prägungen und seiner Sicht auf die Welt, von Werten und seinem Blick auf das Recht, von seinem Menschenbild.

Er berichtet (natürlich) auch von den Attentaten von Anders Behring Breivik und vom Strafprozess, den er als Breiviks Verteidiger begleitete, zeichnet dabei ein sehr lebendiges Bild von Breivik.

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Wahre Verbrechen von Giuseppe Di Grazia (Herausgeber)

„Kriminalfälle interessieren, ja faszinieren die Leserinnen und Leser, diese Geschichten lassen sie und auch uns oft nicht los. Wir interessieren uns für das, was geschah, für die Vorgeschichte und die Motive, wir interessieren uns für die Menschen, die darin verwickelt sind. Wir wollen wissen, warum es zu den Verbrechen kam und wie sie aufgeklärt wurden. Ihre Gewalt stößt uns ab, ihre Opfer wecken unser Mitgefühl, die Täter manchmal auch.“ (Seite 7)

Dieses Buch enthält 16 Kriminalfälle, zum Beispiel die Geschichte von Klaus G., der bei Banküberfällen mehrere Menschen erschossen hat und daraufhin 49 Jahre, 8 Monate und 25 Tage in der JVA Straubing eingesessen hat.

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Bis zum Geständnis. Die spektakulärsten Verhöre von Guantanamo bis Anders Breivik von Peter Kirsch

„Es gibt Verhöre, die sind wie Kämpfe. Aber dieses Verhör ist anders. Dieses Verhör ist ein Einblick – ein tiefer und verstörender Einblick in die Seele eines Menschen. Und ein Blick hinter die Fassaden des Bürgertums.“ (Seite 44)

Peter Kirsch hat Kriminalfälle und damit zusammenhängende Verhöre zusammengetragen und stellt dabei einerseits solche Fälle vor, die aus der jüngeren Geschichte stammen, andererseits jedoch auch historische Verhöre.

Er erzählt zum Beispiel von Philip Blake, der sachlich und unaufgeregt von mehreren Morden berichtet. Er berichtet von einem Pastor, der angeklagt wird, eine Frau sexuell missbraucht zu haben. Er erzählt zudem von einem kleinen Mädchen mit schweren Verbrühungen, von einem Arzt, der an der T4‑Aktion beteiligt war, von Drogendealern und natürlich von Anders Breivik, wie bereits der Untertitel verrät.

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Menschen im Maßregelvollzug begleiten von Andrea Trost, Stefan Rogge und Susanne Schoppmann

„Das Maß des Freiheitsentzugs richtet sich nach der prognostizierten Gefahr, die von der untergebrachten Person ausgeht. Es muss fortlaufend geprüft werden, ob das Maß des Freiheitsentzugs weiterhin gerechtfertigt ist.“ (Seite 20)

Das Buch bietet Informationen zu juristischen Grundlagen der Unterbringung und Behandlung im Maßregelvollzug, geht im Folgenden auf das Setting im Maßregelvollzug und das therapeutische Milieu ein, beschreibt im Detail die Haltung und Beziehungsgestaltung, thematisiert Sexualität sowie den Umgang mit Gewalt, Aggression und deren Prävention, zeigt den multiprofessionellen Behandlungsprozess auf, setzt sich mit Gruppenarbeit und der Einbeziehung von Angehörigen auseinander.

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Gefährliches Ego. Wenn Narzissmus tödlich endet von Maximilian Pollux

„Dieses Buch wird eine Reise in mein Innerstes, und mit jeder Seite wird mir bewusster, wie wichtig es ist, diesen Weg zu gehen.“ (Seite 24)

Maximilian Pollux erzählt aus der Sicht eines ehemaligen Täters. Er hat Gefängniserfahrung, war im kriminellen Milieu unterwegs, wechselt für seine Frau jedoch die Seite und gründet den gemeinnützigen Verein SichtWaisen, um mit gefährdeten und bereits kriminellen Jugendlichen zu arbeiten.

In seinem Buch Gefährliches Ego möchte er über Täter mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung schreiben. Seine Frau schlägt ihm kurzerhand vor, auch eine Geschichte über sich selbst ins Buch aufzunehmen, denn er sei ja ganz eindeutig ein Narzisst.

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Mafia. 100 Seiten von Petra Reski

„Das ist die Theorie der Zwischenwelt. Oben sind die Lebenden und unten sind die Toten, und wir sind dazwischen. Wir sind dazwischen, weil auch die Personen, die sich in der oberen Welt befinden, ein Interesse daran haben, dass jemand aus der unteren Welt Sachen erledigt, die niemand anderes machen kann. Das ist es: Alles vermischt sich miteinander.“ (Seite 21)

Petra Reski erzählt in ihrem Buch von Familie und Blutrache, von der Entstehung und Entwicklung der italienischen Mafia, von Cosa Nostra, ’Ndrangheta, Camorra und Sacra Corona Unita, von der Arbeit von und den Attentaten auf Giovanni Falcone und Paolo Borsellino, vom Einfluss der Mafia auf und in Deutschland, vom Literaturbetrieb und der Filmindustrie. Am Ende räumt Reski mit zehn Mafia-Mythen auf.

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ZEIT Verbrechen – Der Adventskalender 2

„In diesem Adventskalender verbergen sich hinter 24 Türchen mehrere Verbrechen, deren Aufklärung die Leserinnen und Leser tief in die Welt der Kriminalistik, Justiz und Strafverfolgung führt.“ (Klappentext)

Ich mag True Crime und kenne die DIE ZEIT Verbrechen-Bücher, jedoch nicht den Podcast.

Die Idee mit den aufzuschneidenden Seiten, die ansonsten die Informationen verbergen, bis der jeweilige Tag da ist, hat mir gut gefallen. Und die einzelnen Episoden, die knapp gehalten, jedoch spannend zu lesen sind, fand ich ebenfalls gelungen.

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Gomorrha. Reise in das Reich der Camorra von Roberto Saviano

„Es ist eben so, daß man hier nur sterben lernt.“ (Seite 36)

Roberto Saviano erzählt in seinem Buch Gomorrha von Designerkleidung und Fakes, Technik und China, Paolo Di Lauro und Spitznamen, Via Baku und Drogenhandel, Marihuana und Kokain, Cobret und Viale della Resistenza, Gewalt und Gegengewalt, Folter und Morden, Frauen und mesata, Kalaschnikow und Beretta, Angst und Respekt, Religion und Familie, Giftmüll und Feuerland.

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DIE ZEIT Verbrechen 3 von Sabine Rückert

„Wer von Verbrechen berichtet, steht mitunter im Verdacht, die niederen Motive der Leser bedienen zu wollen, ihre vermeintliche Gier nach Blut, Gemetzel, Sex und dem Untergang (anderer Menschen). Und in der Tat stößt man in der Boulevardpresse, auf Privatsendern oder im Netz immer wieder auf Sensationsberichte, deren Autoren sich offenbar vorgenommen haben, die Gier medialer Gaffer zu bedienen.“ (Seite 7)

DIE ZEIT Verbrechen enthält elf Fallgeschichten, z.B. den Fall von zwei alten einsamen Menschen im Prenzlauer Berg, die jahrelang nicht vermisst wurden, während der Mörder die Rente einstrich. Erzählt wird auch von einer Mutter, die ihre beiden Töchter tötete, von einem Krankenpfleger, der womöglich mehr als 200 Menschen umgebracht hat, sowie von Marwa el-Sherbini, die im Landgericht Dresden vor Richtern, Anwälten, ihrem Sohn und ihrem Mann mit 18 Messerstichen getötet wurde.

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Früher war mehr Verbrechen. Historische Kriminalfälle aus dem erfolgreichen Podcast von Katharina Kolvenbach und Nina Batram

„So wie uns in der Gegenwart häufig der Graubereich zwischen moralischer und juristischer Beurteilung umtreibt, lassen sich auch in der Vergangenheit Fälle finden, die früher wie heute faszinieren und die wir je nach Gesetzeslage und moralischer Einstellung immer wieder neu betrachten.“ (Seite 9)

Katharina Kolvenbach und Nina Batram erzählen in Früher war mehr Verbrechen die beliebtesten Geschichten aus ihrem gemeinsamen Podcast, den ich nicht kenne. Das Buch enthält zudem drei neue Fälle.

Wir erfahren hier u.a. von Jack the Ripper, von Gesche Gottfried und vom Road Hill House, aber das Buch führt auch Fälle auf, die ich bisher nicht kannte, obwohl ich schon einiges über True Crime gelesen habe.

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