Schlagwort-Archive: Psychotherapie

Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden von Lori Gottlieb

>Dieses Buch fragt: „Was verändert uns?“ Und gibt uns als Antwort: „Unsere Beziehung zu anderen Menschen.“< (Seite 7)

Lori Gottlieb ist Psychotherapeutin und Autorin, und in Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden erzählt sie von ausgewählten Patienten, die man als Leser mit durch den therapeutischen Prozess begleitet, von der Beziehung zwischen Therapeut und Patient, von ihren Gedanken und Gefühlen gegenüber ihren Patienten sowie von ihrer eigenen Psychotherapie. Zwischen all diesen Psychotherapiethemen schreibt Gottlieb jedoch auch von ihrer Arbeit als Journalistin, von ihrem (abgebrochenen) Medizinstudium, von ihrer Schwangerschaft, ihrer Partnerschaft und ihrer Krankheit.

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Vorsicht Therapiefallen! Verfahrene Situationen und Sackgassen in der Psychotherapie erkennen und auflösen von Gitta Jacob

„Viele Patienten haben das diffuse Konzept, dass mit Psychotherapeuten über die Kindheit gesprochen werden sollte. In vielen Situationen mag das hilfreich sein, es kann aber auch eher eine Vermeidungsstrategie darstellen. Die Patientin hat ein aktuelles, hoch relevantes Problem, das gelöst werden muss, damit sollte sie sich befassen!“ (Seite 72)

Gitta Jacob stellt in ihrem Buch die wichtigsten Fallen vor, in die eine Psychotherapie geraten kann und zeigt Wege aus der jeweiligen Falle. Dabei liegt der Fokus des Buches auf Patientenfallen (Dependenz-Falle, System-als-Familienersatz-Falle, Verwöhntheitsfalle, Falsches-Setting-Falle, Verbitterungsfalle, Maligne-Narzissten-Falle und Nonresponse-Falle), zudem werden zwei Therapeutenfallen (Retterfalle, Idealismus-Falle) präsentiert.

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Grenzenlos emotional. Von impulsiv bis Borderline von Martine Hoffmann und Gilles Michaux

„Alle Menschen sind zugleich einzig-artig und eigen-artig. Jeder und jede hat seine ganz eigene individuelle Art und Weise, sich mit sich selbst und seiner Umwelt auseinanderzusetzen.“ (Seite 14)

Martine Hoffmann und Gilles Michaux fassen in ihrem Ratgeber Grenzenlos emotional zusammen, was man über emotionale Instabilität bzw. Borderline-Persönlichkeitsstörung wissen sollte.

Hoffmann und Michaux erzählen z.B. von der historischen Entwicklung des Begriffs „Borderline“, erwähnen Symptome, führen die einzelnen diagnostischen Kriterien näher aus, erklären endokrinologische, hirnanatomische und physiologische Zusammenhänge, berichten von speziellen Lernerfahrungen, von Empathiefähigkeit, von Beziehungsmustern und – natürlich – von Emotionsregulation.

Außerdem erfährt man im Buch mehr über EMDR und dialektisch-behaviorale Therapie, Kommunikation, Entspannungstechniken, Selbstverletzung, Suizidalität und Skills.

Am Ende des Buches finden sich zudem ein „Schnellkurs für Angehörige, Partnerinnen und Partner“ sowie eine Auflistung und Beschreibung von Mythen und Fakten zur Borderline-Persönlichkeitsstörung.

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SBT. Stressbewältigungstraining für psychisch kranke Menschen von Matthias Hammer

„Schwere und chronische psychische Krankheiten gehen häufig mit verringerter Dynamik und Kompetenz zur Lebens- und Stressbewältigung einher. Belastende Lebensereignisse und chronische Stressbelastungen in unterschiedlichen Lebensdomänen sind ein häufiger Anlass für Rückfälle der Krankheit, für Krisen in Beruf, Gemeinschaft und im Arbeitsverhalten, aber auch andauernde Unterforderung und Unterstimulation haben einen negativen Einfluss auf den Krankheitsverlauf.“ (Seite 9, Geleitwort von Heinz Häfner)

In einer Einführung bietet Matthias Hammer Informationen zu Grundlagen seines Stressbewältigungstrainings (SBT), definiert Zielgruppe, Zielsetzungen und Inhalte des SBT, erläutert Grundprinzipien, Methoden und Rahmenbedingungen der Durchführung und erwähnt wissenschaftliche Begleitforschung.

Den Hauptteil seines Buches nimmt ein detailliertes Trainingsmanual ein, in dem die sieben Module sowie fünf Zusatzmodule genauer vorgestellt werden:

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Ratgeber Schematherapie. Eigene Verhaltensmuster verstehen und verändern von Gitta Jacob und Frauke Melchers

„In der Schematherapie werden grundsätzlich vier verschiedene Modustypen unterschieden: Kindmodi […], Elternmodi […], Bewältigungsmodi […], gesunde Modi […]. Dieses Buch soll Ihnen helfen zu verstehen, woran Sie solche Modi bei sich und anderen erkennen können. Und es beschreibt Möglichkeiten, unangenehme oder belastende Modi zumindest ein wenig zu verändern.“ (Seite 14f)

Der Ratgeber Schematherapie wendet sich primär an interessierte Laien, Betroffene und/oder Angehörige. Für Professionelle gibt es den passenden Band aus der Reihe Fortschritte der Psychotherapie.

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Akzeptanz- und Commitmenttherapie in der Gruppe von Claudia Dambacher und Mareike Samaan

„Zusammengefasst hat ACT das Ziel, inneres Erleben und externe Ereignisse, die nicht veränderbar sind, zu akzeptieren, um sich auf die Wahl wichtiger Lebensrichtungen zu fokussieren und das eigene Handeln danach auszurichten.“ (Seite 27)

Claudia Dambacher und Mareike Samaan erklären in Akzeptanz- und Commitmenttherapie in der Gruppe initial die Grundlagen von ACT (Verfahren der Dritten Welle der Verhaltenstherapie, ACT-Störungsmodell, ACT-Behandlungsmodell, Stand der Forschung, Indikationsstellung), bevor sie ihr Behandlungsmanual vorstellen.

Das Behandlungsmanual stützt sich auf die sechs Komponenten des Hexaflex-Modells und besteht dementsprechend aus sechs Modulen:

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Umgang mit Gefühlen in der psychiatrischen Arbeit von Andreas Knuf

„Gefühle werden vielfach ignoriert, vorschnell pathologisiert oder durch Medikamente zu regulieren versucht.“ (Seite 8)

Andreas Knuf, Psychologischer Psychotherapeut mit eigener Praxis, erzählt in seinem „PraxisWissen“-Titel von gesellschaftlichen Aspekten, dysfunktionalem Umgang mit Gefühlen, Gefühlsunterdrückung, Angst vor Gefühlen, Funktion von Gefühlen, präfrontalem Cortex und limbischem System, Motivationssystemen, Top-down- und Bottom-up-Prozessen, Über- und Unterregulation, emotionaler Kompetenz, Arten von Gefühlen (instrumentell, primär adaptiv, sekundär, primär maladaptiv, traumaassoziiert), professioneller Unterstützung beim Umgang mit Gefühlen, Emotionsregulationsstrategien, Notfallskills, Psychopharmaka, Umgang mit verschiedenen Gefühlen sowie Umgang der Helfenden mit eigenen Gefühlen.

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Suizidgefahr? von Tobias Teismann und Wolfram Dorrmann

„Für jemanden, dessen Finger von einer zuschlagenden Tür getroffen ist, gibt es nichts in der Welt außer Finger und Schmerz. Ebenso für den Suizidanten: Der Schmerz macht die ganze Welt aus.“ (Seite 10, Zitat von Haim Omer & Avshalom C. Elitzur, 2003)

In ihrem Ratgeber Suizidgefahr? gehen Tobias Teismann und Wolfram Dorrmann auf verschiedene Aspekte von Suizidalität ein: Phasen suizidaler Krisen, Mythen im Zusammenhang mit Suizidalität, Epidemiologie, Ursachen und Risikofaktoren, Entwicklung von suizidalen Krisen, Folgen von vollendeten Suiziden für Hinterbliebene, Werther-Effekt, Strategien zur Bewältigung von Suizidgedanken, Umgang mit belastenden Gedanken und Überzeugungen, konkrete Strategien zur Ablenkung und Erhöhen der eigenen Sicherheit, Erstellen eines Notfallplans, Behandlung von Suizidalität, Tipps für Angehörige (z.B. wann und wie man nach Suizidgedanken fragt sowie was man bei akuter Suizidalität eines Angehörigen tut).

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Persönlichkeitsstile. Wie man sich selbst und anderen auf die Schliche kommt von Rainer Sachse

„[…] persönliche Eigenarten, die wir im Laufe unserer Biografie lernen und die unser Denken, Fühlen und Handeln stark prägen. Gerade sie bestimmen, wovor wir uns fürchten, wann wir kränkbar sind, was uns aggressiv macht und wo wir die Realität falsch interpretieren. Solche Persönlichkeitsstile sind komplexe psychische Strukturen, die uns kaum bewusst sind und die wir meist selbst nicht verstehen: Wir können oft gar nicht genau sagen, warum wir so handeln, wie wir handeln.“ (Seite 9)

Bevor ich vor ein paar Monaten meine klinische Tätigkeit als Psychologin begonnen habe, war ich mir sicher, dass die psychotherapeutische Arbeit mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen meine größte Herausforderung wird. Mittlerweile bin ich fast so etwas wie ein Persönlichkeitsstörungsjunkie geworden, denn mir macht die Arbeit mit Menschen mit Persönlichkeitsstörungen (und überraschenderweise vor allem mit narzisstischer Persönlichkeitsstörung) enorm viel Spaß. Verantwortlich für diese positive Wende ist sicher auch meine Begegnung mit Rainer Sachses Modell der doppelten Handlungsregulation und diverse Bücher, die ich seitdem von ihm gelesen habe. Von Sachse lernt man sehr eindrücklich und verständlich, wie man bestimmte Menschen „knackt“, d.h. wie man an sie herankommt, wie man eine stabile Beziehung aufbaut, wie man psychotherapeutisch vorgeht, um den Betroffenen ihre dysfunktionalen Muster deutlich zu machen und dann schrittweise zu verändern.

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Akzeptanz- und Commitmenttherapie. 75 Therapiekarten von Norbert Lotz

„Aus der Sicht der Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) gilt es, die Herausforderungen und Möglichkeiten unseres Lebens in ein selbstbestimmtes, sinnerfülltes und -geleitetes Leben zu integrieren und eine entsprechende Lebenshaltung zu entwickeln.“ (Seite 8)

Ich kenne die Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT) kaum, lediglich von einem Einführungskurs, von Videomaterial zu Einzel- und Gruppentherapien sowie von wenigen Gruppentherapiesitzungen, bei denen ich als zweite Therapeutin vor Ort war. Demzufolge war ich selbst recht dankbar für das kleine Heft, das dem Kartenset beiliegt und das eine knappe thematische Einführung in ACT bietet, welche allgemeinverständlich ist und die wichtigsten Eckpunkte von ACT vorstellt (z.B. Hexaflex mit den sechs Handlungs-/Wirkprozessen).

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