City Lights von Vincent Laforet

„Man spürt das in den Städten pulsierende Leben, die ungeheure positive Energie und das immense Potenzial, das die Millionen von Menschen in sich tragen, die gemeinsam in dieser Stadt leben, arbeiten und atmen.“

Der Fotograf und Pulitzer-Preisträger Vincent Laforet hat Großstädte aus meist 1500 bis 3000 m Höhe nachts oder in den frühen Morgen- und Abendstunden fotografiert. Das Ergebnis ist der Bildband City Lights, der faszinierende Fotos aus New York, Chicago, Los Angeles, Las Vegas, Miami, San Francisco, Berlin, London, Barcelona und Sydney vorstellt.

Die Bilder zeigen Landmarks inmitten von Lichtern, Skylines, Detailaufnahmen von Gebäuden sowie Muster, die durch beleuchtete Straßen entstehen. Dabei setzt Laforet auch Tilt-Shift-Objektive ein, die für ein interessantes Spiel mit Schärfe und Unschärfe sorgen.

Die Fotografien sind großformatig und oft doppelseitig, wodurch bisweilen (durch die Falz) leider auch Information verlorengeht. Nichtsdestotrotz wurden die Bilder exzellent aufgenommen und hervorragend gedruckt, so dass man als Betrachter ungeahnte Details erkennen kann. Gefallen haben mir vor allem die Muster, die durch die Straßenverläufe gebildet werden und die sich so stark zwischen US-amerikanischen und europäischen Städten unterscheiden, die Landmarks, die man oft auch aus großer Höhe erkennt und die eine bessere Orientierung auf dem Foto ermöglichen (vor allem, wenn man die Stadt selbst bereist hat), sowie die Informationen, die man durch den knappen einführenden und den abschließenden Text erhält, z.B. über die unterschiedliche Straßenbeleuchtung in Ost- und West-Berlin und über die sozioökonomischen Unterschiede in Chicago, die man anhand der Lichtsituation erkennen kann.

Gefallen haben mir auch die Städteporträts, die sich am Ende des Bildbandes befinden, das Vorwort des Nasa-Astronauten Donald R. Pettit, der von seinen Eindrücken beim Aufenthalt in der Internationalen Raumstation ISS berichtet, sowie die Einleitung Laforets, der es ermöglicht, dass man als Leser mit vor Ort ist und die Adrenalinschübe spürt, wenn Laforet auf waghalsige Weise seine Fotos aufnimmt.

Das Buch ist mit seinen spektakulären Fotos zudem nicht nur ein optischer Leckerbissen, sondern überzeugt mit dem geprägten Deckel und den dicken, hochwertigen Seiten auch haptisch.

Vincent Laforet: City Lights. Metropolen bei Nacht. National Geographic Verlag, 2017, 240 Seiten; 78 Euro.

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