Mirabellentage von Martina Bogdahn (Hörbuch)

„Und ich frage mich mit einem Mal, warum man jemanden erst vermissen kann, wenn er nicht mehr da ist. Unbeirrt lebt man sein Leben weiter. Es kommt Neues hinzu. Und immer seltener erinnert man sich an den Verlust, auch wenn der einst mit solcher Wucht kam, dass man dachte, er bleibe für immer.“ (Track 104)

Blumfeld, ein fiktives Dorf in Franken: Die Ich-Erzählerin Anna stammt von hier und hat drei Jahrzehnte lang für den Dorfpfarrer Josef als Haushälterin gearbeitet.

Anna und Josef kannten sich schon aus Kindheitstagen, und nun ist sie Anfang 50, Josef ist überraschend gestorben, und Anna steht vor einem großen Wendepunkt in ihrem Leben, ihre Zukunft ist vollkommen ungewiss.

Martina Bogdahn erzählt in ihrem Roman von Annas Alltag mit Josef, von Annas Leben, von Geschichten aus Blumfeld und über die Menschen, die in dem kleinen Ort leben, und vom neuen Pfarrer, der Josef ablöst.

Ich habe bereits einen anderen Roman von Bogdahn gelesen bzw. gehört – Mühlensommer, der mir sehr gut gefallen hat.

Auch Mirabellentage hat dafür gesorgt, dass ich von der ersten Zeile an mit vor Ort war. Bogdahn erzählt eindringlich, gefühlvoll, und der Roman wurde zudem ganz meisterhaft und gleichzeitig sehr natürlich von der Autorin selbst eingelesen.

Mirabellentage wird liebevoll erzählt und lässt teilhaben am Leben der Blumfelder, ist eindringlich, aber nie pathetisch.

Martina Bogdahn: Mirabellentage. Ungekürzte Autorinnenlesung. Argon Verlag, 2026; 15,95 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!