Zwangsstörungen verstehen und bewältigen. Hilfe zur Selbsthilfe von Susanne Fricke und Iver Hand

„Der Zwang hat sich langsam in Ihrem Haus ausgebreitet und es sich so richtig gemütlich gemacht. Er lässt sich nicht so schnell vertreiben, sondern leistet Widerstand und arbeitet mit Tricks, um bleiben zu können. Also ist Geduld ganz wichtig!“ (Seite 116)

Susanne Fricke und Iver Hand klären initial, was eine Zwangsstörung ist, welche Zwänge es gibt, wie man Zwänge von anderen Erkrankungen unterscheiden kann. Danach beschreiben sie, wie Zwänge entstehen und wie sie aufrechterhalten werden, wie man Zwänge behandelt, wie Partner und Familie einbezogen werden können sowie wie man weitere Unterstützung erhält.

Die Autoren richten sich mit ihrem Buch vor allem an Betroffene mit einer Zwangsstörung, aber auch an Angehörige. Ich finde, das Buch ist auch gut für Professionelle geeignet, die sich noch nicht allzu ausführlich mit der Thematik beschäftigt haben und/oder die Betroffenen/Angehörigen gerne ein passendes Buch über Zwangsstörungen empfehlen möchten.

Ich werde Letztgenanntes tun, denn ich finde es essentiell, dass sich Betroffene mit ihrer Erkrankung auseinandersetzen, zum Experten für ihre Erkrankung werden – und hierfür eignet sich Zwangsstörungen verstehen und bewältigen ausgesprochen gut.

Das Buch fasst sehr kompakt und verständlich zusammen, was man über Zwangsstörungen wissen sollte, und Fallbeispiele veranschaulichen die dargebotenen Informationen zusätzlich.

Gelungen fand ich auch die Arbeitsblätter sowie die gut und detailliert erklärten Schritte, so dass das Buch eine gute Unterstützung für Betroffene bietet, die es vorerst ohne professionelle Hilfe probieren möchten, ihren Zwang in den Griff zu bekommen, oder die noch auf einen Psychotherapieplatz warten und die Wartezeit nutzen möchten, um sich schon einmal näher mit dem Thema zu befassen.

Susanne Fricke und Iver Hand: Zwangsstörungen verstehen und bewältigen. Hilfe zur Selbsthilfe. BALANCE Buch + Medien Verlag, 2018, 141 Seiten; 15 Euro.

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