Das Nest. Gesamtausgabe 1: Marie – Serge – Die Männer von Régis Loisel und Jean-Louis Tripp

„Geht nicht gibt‘s nicht“ (Seite 29)

Die 1920er Jahre in der kanadischen Provinz Québec: Den Eltern von Felix Ducharme gehört der Dorfladen in Notre-Dame am See, den Felix schließlich übernimmt. Zwanzig Jahre lang ist Felix mit der fünf Jahre jüngeren Marie verheiratet, und als er stirbt, überlegt Marie, ob sie nicht in ihre Heimat Chicoutimi zurückkehren soll, denn in Notre-Dame am See ist sie immer noch die Zugezogene, keine Heimische.

Doch Marie bleibt und behält den Dorfladen, arbeitet hart, ist Stütze und Hilfe für viele im Dorf.

Ich mag Graphic Novels, aber Das Nest ist ganz besonders schön gezeichnet. Tatsächlich war es so, dass ich nicht nur gebannt der Geschichte um Marie und das Dorf gefolgt bin, sondern beim Lesen immer wieder innehalten musste, weil die Zeichnungen einfach so wundervoll sind.

Régis Loisel und Jean-Louis Tripp zeichnen sehr detailreich und ausdrucksstark, und ich würde behaupten, dass ihre Technik absoluten Wiedererkennungswert hat.

Das Nest erzählt von Verlust und vom Kämpfen, von einer starken Frau, von schweren Bürden und von glücklichen Momenten, vom Dorfleben und vom Alltag in einem kanadischen Dorf vor 100 Jahren. Dabei ist die Graphic Novel oft märchenhaft, aber nie verklärt, sondern weist auch viele tragische Momente auf.

Ich freue mich schon auf den zweiten Band.

Régis Loisel und Jean-Louis Tripp: Das Nest. Gesamtausgabe 1. Übersetzung von Marcel Le Comte und Martin Budde. Carlsen, 2020, 256 Seiten; 36 Euro.

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