
„Du kamst jeden Tag aufs Neue nicht zurück. Niemand von uns kann sich daran erinnern, wie wir es durch diese Zeit geschafft haben.“ (Seite 9)
Der 18-jährige Wolf verschwindet, und Monate später wird sein Körper in einem Nadelwald im Norden Schwedens gefunden.
Dort findet sich auch ein schwarzes Moleskine, sein Tagebuch, in dem Wolf die letzten Tage seines Lebens niedergeschrieben hatte.
Mein Bruder Wolf erzählt die Geschichte der Familie, berichtet von Kindheit und Jugend Wolfs und seiner Geschwister, erzählt von schönen Momenten und Herausforderungen und berichtet von seiner Reise nach Lappland, um die Polarlichter zu sehen und unter ihnen zu sterben.
Dieses Buch ist eines meiner Lieblingsbücher 2026. Es ist sehr gefühlvoll beschrieben, aber kommt ganz ohne Pathos aus. Die Sprache ist einfach wundervoll – sehr natürlich, nicht gestelzt und durchweg authentisch.
Hier wird die Geschichte eines Suizids und des Umgangs mit dem Suizid einer nahestehenden Person erzählt. Das Buch enthält sehr berührende Gedanken zur Trauer, die für all jene, die schon einen wichtigen/besonderen Menschen verloren haben, voll ins Schwarze treffen, stimmig und bewegend sind, Trost geben, Erinnerungen wecken und eigene Trauerwege ins Gedächtnis rufen können.
Ich fand dieses Buch ganz wundervoll und habe am Ende gedacht, dass ich es eigentlich direkt wieder von Neuem lesen möchte.
Lara Taveirne: Mein Bruder Wolf. Übersetzung von Lisa Mensing. Eichborn, 2026, 256 Seiten; 24 Euro.