Einsamkeit. Warum sie uns alle betrifft von Maike Luhmann

„In der Covid-19-Pandemie lernten wir auf die harte Tour, wie wichtig andere Menschen für uns sind und wie wir unsere sozialen Kontakte auch unter widrigen Umständen aufrechterhalten können. Wir waren zwar allein. Aber wir taten alles dafür, nicht einsam zu werden.“ (Seite 9)

Maike Luhmann erzählt in ihrem Buch initial, was Einsamkeit überhaupt ist, beschreibt im Verlauf, wie man Einsamkeit misst, welchen Einfluss Freunde, Familie, Partner und Haustiere haben, wie verbreitet Einsamkeit in der Stadt versus auf dem Land, in kollektivistischen versus individualistischen Gesellschaften, in verschiedenen Altersgruppen etc. ist. Luhmann erzählt von Phubbing und FOMO, problemorientierten versus emotionsorientierten Bewältigungsstrategien, von Kosten der Einsamkeit und von Strategien gegen Einsamkeit sowie bietet eine Zukunftsversion.

Ich habe berufsbedingt oft mit Einsamkeit zu tun und wollte gerne mehr über dieses Gefühl erfahren.

Luhmann bietet sehr gelungene Einblicke, ich bin hier auf sehr viel Bekanntes gestoßen, aber habe auch neues Wissen erlangt beziehungsweise Wissen erweitert.

Dieses Buch ist eine sehr gute Zusammenstellung für Einsteiger und Laien. Luhmann schreibt sehr verständlich und bietet sehr spannende Impulse, bringt einem Einsamkeit wirklich näher.

„Wer behauptet, Einsamkeit genießen zu können, meint eigentlich Alleinsein. Einsamkeit dagegen ist ein mieses, schmerzhaftes Gefühl, das man mit aller Kraft vermeiden möchte. Niemand genießt Einsamkeit. Nicht von ungefähr haben wir uns zu Beginn der Pandemie so umeinander bemüht!“ (Seite 11)

Maike Luhmann: Einsamkeit. Warum sie uns alle betrifft. S. Fischer, 2026, 336 Seiten; 24 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!