
„Die Schematherapie ist durch ihre Integrationsfähigkeit zu einer der wichtigsten psychotherapeutischen Konzeptionen geworden, die helfen wird, die einseitige Orientierung an dogmatischen Schulen zu überwinden.“ (Seite 7f, Geleitwort von Professor Ulrich Stangier)
Eckhard Roediger und Matias Valente beschreiben in ihrem Buch initial theoretische Grundlagen der Schematherapie, gehen näher auf Basisemotionen, Grundbedürfnisse und verschiedene Experimente und Theorien ein.
Danach bieten sie einen kurzen Abriss zur dritten Welle der Verhaltenstherapie. Im dritten Kapitel stellen sie Modelle der Schematherapie vor, beschreiben in Kapitel 4 die Therapieplanung und den Therapieprozess.
Im Folgenden setzen sie sich näher mit Beziehungsfeld und Techniken der Beziehungsgestaltung, mit komplexen Interventionen und Strategien für schwierige Therapiesituationen auseinander.
Am Ende bieten die beiden Autoren eine kurze Zusammenfassung spezieller Aspekte, zum Beispiel Einbeziehung von Partnerpersonen und Fortbildungsmöglichkeiten.
Schematherapie interessiert mich schon länger, und ich habe mehrere Bücher zur Einführung in das Thema Schematherapie gelesen. Dieses hier geht nun etwas mehr in die Tiefe, und ich habe mir von der Lektüre versprochen, dass ich noch mehr Einblicke bekomme und besser für praktische Anwendungen gerüstet werde.
In den theoretischen Grundlagen habe ich viel Bekanntes aus meinem Psychologiestudium, meiner Verhaltenstherapie-Ausbildung, meiner Zeit in der Hirnforschung und aus privaten Interessensgebieten wie System- und Chaostheorie entdeckt. Die Inhalte wurden hier sehr gut zusammengefasst – für mich war das Ganze eine gute Wiederholung, aber meiner Meinung nach eignet es sich auch sehr gut für Einsteiger, weil die Texte sehr verständlich und hilfreich aufbereitet wurden.
Sehr gelungen fand ich die Verknüpfung zwischen Hirnforschung, zum Beispiel Default Mode Network, Chaostheorie und Psychotherapie. Das Ganze ist wirklich extrem spannend aufbereitet, und den Autoren ist sehr gut gelungen, die Inhalte praxisnah zusammenzufassen.
Das Buch ist sehr ausführlich und für mich fast etwas zu ausführlich, zum Beispiel was die Modelle in der Schematherapie angeht. Das Ganze fand ich sehr interessant, doch ich denke, dass ich hier sicherlich immer wieder nachschauen möchte und muss, da ich mir das alles nicht merken kann.
Insgesamt hat mir dieses Buch sehr gut weitergeholfen, mich noch mehr in Schematherapie einzudenken, und mir Handwerkszeug vermittelt, damit ich Schematherapie nun auch selbst in meinen psychotherapeutischen Sitzungen anwenden kann.
Eckhard Roediger und Matias Valente: Schematherapie. Kontextuell – prozessbasiert – interpersonal. Schattauer, 2025, 600 Seiten; 74 Euro.