
„Glauben ist leichter als Zweifeln.“ (Track 17)
Heinz Strunk erzählt in seinem Buch erzählt unter anderem von Sonja, die ihren Schluckauf nicht loswird und aus Verzweiflung ihr Leben beenden will. Er berichtet auch von einem Sprecher, dem keiner mehr zuhören möchte, von Horst, der versucht, seinem Schicksal zu entfliehen, und von einer Frau, die sich lediglich die Nase operieren lassen möchte, dann jedoch an einen vollkommen unfähigen und zweifelhaften Schönheitschirurgen gerät.
Insgesamt erzählt Strunk in Kein Geld, kein Glück, kein Sprit 36 Kurzgeschichten, die teilweise ultrakurz sind.
Ich habe vor ein paar Jahren Der goldene Handschuh von Strunk gelesen und war restlos begeistert von diesem Buch, weshalb ich gespannt auf diesen Kurzgeschichtenband war.
Ich bin eigentlich keine Kurzgeschichtenleserin, aber ich mag die Kurzgeschichten einiger Autoren, zum Beispiel T. C. Boyle. Und auch hier habe ich die teilweise sehr skurrilen Kurzgeschichten gern gelesen. Inhaltlich war nicht jede Geschichte mein Ding, aber viele der Geschichten haben mir gut gefallen – auch weil Strunk die Stimmung gut eingefangen hat und die Geschichten authentisch wirken, auch wenn sie teilweise extrem abgefahren sind.
Strunk schreibt sprachlich anspruchsvoll, kreativ und humorvoll. Das alles hat mir gut gefallen. Die Lesung durch den Autor fand ich allerdings anfangs sehr gewöhnungsbedürftig. Die feuchte Aussprache machte mir das Zuhören nicht gerade leicht, doch der schnoddrige Ton passt gut zu den Geschichten, sodass ich mich nach einer Weile des Einhörens gut auf diese Lesung einlassen konnte.
Heinz Strunk: Kein Geld, kein Glück, kein Sprit. Ungekürzte Autorenlesung. tacheles! ROOF Music, 2025; 11,75 Euro.