
„Ich war gutmütig und freundlich. Erst deine Ablehnung hat mich zu einem Monster gemacht. Hättest du mir Liebe und Zuneigung gegeben, hätte ich es auch gekonnt.“ (Seite 29)
Juli 1799: Kapitän Walton befindet sich nahe des Nordpols und entdeckt dort eine riesenhafte Gestalt mit einem Hundeschlitten. Kurz darauf finden er und seine Crew einen schlotternden Mann, der kein Wort herausbringt. Sie nehmen ihn mit aufs Schiff, wo er schließlich in Tränen ausbricht und seine Geschichte erzählt.
Er berichtet davon, wie er aus Leichenteilen ein Wesen erschaffen und diesem Leben eingehaucht hat, wie das Wesen ihn abgestoßen hat und er es verstoßen hat. Und dass das Wesen ihn nun verfolgt.
Ich habe Frankenstein vor etwa 30 Jahren gelesen, und der Comic hat mir große Lust auf eine erneute Lektüre gemacht.
Man kann Frankenstein als Gruselgeschichte lesen, doch man kann Mary Shelleys Buch auch als bewegende, berührende Geschichte voller Moral lesen. Und wenn man das tut, dann ist es eine richtig tolle Geschichte.
Für den Comic wurde die Geschichte gelungen zusammengefasst und wirklich meisterhaft gezeichnet. Das Buch nimmt den Leser mit ins England im Viktorianischen Zeitalter, in die Schweiz und in die Arktis.
Sehr gelungen fand ich auch die Informationen im Anhang, wo man mehr über Shelley erfährt. Dort findet man auch Informationen zu Frankenstein-Verfilmungen etc.
Mary Shelley: Frankenstein. Ein Comic. Eine illustrierte Nacherzählung von Nick Pierce. Illustriert von Isobel Lundie. Übersetzung von Maria Schmidt. Knesebeck, 2026, 64 Seiten; 16 Euro.