
„Am Ende der ersten Woche begann er, immer kräftiger zu trinken. Seine winzigen elfenbeinfarbenen Pfoten hielten die Flasche umklammert oder kneteten mit pulsierender, milchseliger Verzückung die Luft, während die kurzen, hinter dem Kopf angelegten Löffel zitterten, das samtige Polster seiner Hasennase in einem fort zuckte und seine aufgefächerten Tasthaare mich an den Händen und im Gesicht kitzelten, wenn ich mich über ihn beugte.“ (S. 41)
Beim Spazierengehen trifft Chloe Dalton eines Tages auf ein handgroßes Häschen – offensichtlich verängstigt und von der Mutter getrennt.
Sie überlegt, was sie tun soll: Das Häschen sich selbst überlassen oder vom Weg wegtragen? Sie entschließt sich vorerst für Ersteres. Doch als das Häschen vier Stunden später immer noch am gleichen Fleck sitzt, nimmt sie es mit ins Haus und päppelt es mit Trockenmilch auf.
Gegen alle Erwartungen überlebt das Häschen.
Dieses Buch ist wirklich bezaubernd, enthält bildhafte Beschreibungen und ist durchweg liebevoll. Beim Lesen habe ich dauergelächelt. Dalton beschreibt auf unfassbar niedliche Weise das Verhalten des Häschens. Sie ist eine ganz genaue Beobachterin, und beim Lesen spürt man ihre Liebe zum Hasen.
Ganz wundervoll fand ich auch die Zeichnung im Vorsatz mit einem Lageplan des Hauses, des Feldes und der Blumenwiese, sodass man als Leser ganz genau verfolgen kann, wie die Umgebung des Hauses gestaltet ist und wie das Häschen ins Haus gelangt und wie es den Garten verlässt.
Chloe Dalton: Hase und ich. Die Geschichte einer außergewöhnlichen Begegnung. Übersetzung von Claudia Amor. Klett-Cotta, 2025, 304 Seiten; 22 Euro.