Geschenkideen für Oma Gertrude, die immer nur die besten Romane des Jahres lesen will

Ich lese sehr viel, dieses Jahr waren es bisher schon mehr als 160 Bücher. Dazu kommen noch mehr als 60 Hörbücher. Bei dieser Menge an Büchern kommen natürlich auch viele Empfehlungen zustande, denn ich wähle sehr genau aus, was ich lesen/hören möchte, weil das Leben zu kurz ist für schlechte oder wenig fesselnde Bücher. Eine Art Longlist meiner Lieblingsbücher 2017 findet ihr hier.

Es gibt aber auch immer wieder Bücher, die mich ganz besonders mitreißen, bewegen und faszinieren, und diese findet ihr unten als Top 10 meiner Lieblingsbücher 2017. Diese Romane kann ich ganz besonders empfehlen und finde, dass sie sich perfekt als Buchgeschenk eignen.

Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa
José Eduardo Agualusa nimmt den Leser mit nach Angola und erzählt eine schier unglaubliche Geschichte, die jedoch auf einer wahren Begebenheit basiert: die Geschichte um Ludovica Fernandes Mano, die sich am Vorabend der Revolution, in deren Folge Angola die Unabhängigkeit von Portugal erlangt, aber beinahe nahtlos ein Bürgerkrieg entfacht wird, selbst in ihre Wohnung einmauert und die nächsten 30 Jahre in ihrer eigenen kleinen Welt lebt. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

Der Automobilclub von Kairo von Alaa al-Aswani
Alaa al-Aswani erzählt eine Geschichte, die in Ägypten zur Zeit des Königreichs Ägypten, auch (Neues) Ägyptisches Reich genannt, das von 1922 bis 1953 bestand, spielt. Dreh- und Angelpunkt ist der Automobilclub in Kairo, der im Jahre 1924 offiziell eröffnet wurde, wo selbst der König ein- und ausgeht, wo der gefürchtete Kô, die rechte Hand des Königs, mit Willkür und Gewalt die Angestellten des Automobilclubs unterdrückt, wo sich eines Tages Menschen gegen die britische Besatzungsmacht und die Monarchie auflehnen, und wo der Leser die Familie Gaafar kennenlernt, deren Mitglieder eng mit dem Automobilclub verbunden sind. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

American War von Omar El Akkad
Omar El Akkad entführt den Leser ins späte 21. Jahrhundert und erzählt in American War von Erderwärmung, Fluten, Dürren, Selbstmordattentaten und vom sogenannten Zweiten Amerikanischen Bürgerkrieg mit 11 Millionen Toten sowie einer 10 Jahre lang wütenden Seuche mit 110 Millionen Toten. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

Zwischen ihnen von Richard Ford
Mit seinem schmalen Büchlein Zwischen ihnen, das in klarer, schnörkelloser, anspruchsvoller Sprache geschrieben ist, hat Richard Ford seinen Eltern ein Denkmal gesetzt, und obwohl es ein sehr persönliches Buch ist, ist es meiner Meinung nach ebenso universell und allgemeingültig. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

Gott ist nicht schüchtern von Olga Grjasnowa
Gott ist nicht schüchtern bringt den Leser nach Syrien. Olga Grjasnowa erzählt die Geschichte von Hammoudi und Amal, deren Leben durch die Revolution und den Bürgerkrieg aus den Fugen gerät. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

Heimkehren von Yaa Gyasi
In Heimkehren erzählt die ghanaisch-US-amerikanische Autorin Yaa Gyasi die Geschichte von zwei Halbschwestern, die Mitte des 18. Jahrhunderts in Ghana aufwachsen, und von ihren nachfolgenden Generationen, deren Wege bis ins Ghana und die USA der Gegenwart führen. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

Was man von hier aus sehen kann von Mariana Leky
Selma hat bereits in der Vergangenheit von einem Okapi geträumt, und danach ist jedes Mal jemand innerhalb der nächsten 24 Stunden gestorben. Nun ist ihr erneut eines der Tiere im Traum erschienen, und weil Selmas Träume in der Vergangenheit für viel Aufregung im Dorf gesorgt haben, möchte sie ihren Traum diesmal für sich behalten. Ihrer Enkelin Luise kann sie jedoch nichts vormachen, und als Selma sich zudem einer Nachbarin anvertraut, weiß kurz darauf das gesamte Dorf Bescheid. Die Tatsache, dass Selma den Tod vorhersagen kann, jedoch unklar bleibt, wen es treffen wird, sorgt dafür, dass die Bewohner des Dorfes verschwiegene Wahrheiten miteinander teilen, die Menschen vorsichtiger und ängstlicher werden. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

Kukolka von Lana Lux
Lana Lux erzählt in ihrem Debütroman von einer Kindheit und Jugend in der Ukraine und dem großen Traum von Deutschland, den die Hauptprotagonistin Samira mit aller Kraft verfolgt. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

Underground Railroad von Colson Whitehead
Die Underground Railroad war ein Fluchthilfenetzwerk, das im 18. Jahrhundert gegründet wurde und bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts bestand. Sie stellte ein geheimes Netzwerk von Fluchtrouten, Treffpunkten, sicheren Unterkünften und Helfern dar, das Gegner der Sklaverei eingerichtet hatten, um Sklaven aus den Südstaaten der USA auf der Flucht in den Norden zu unterstützen. Im Roman Underground Railroad des diesjährigen Pulitzer-Preisträgers Colson Whitehead wird der Ausdruck „Underground Railroad“ wörtlich genommen. Diese ist nicht mehr nur ein Deckname für ein Fluchtnetzwerk, sondern eine echte Eisenbahn, die die Sklavin Cora von einem Ort zum anderen bringt. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara
Jude, Malcolm, J.B. und Willem haben sich am College kennengelernt und sind auch Jahre später noch eng befreundet. Zwar beschreibt Hanya Yanagihara in Ein wenig Leben die berufliche und persönliche Entwicklung der vier Freunde und ihre Beziehung zueinander, ihre Konflikte und ihre Freundschaft, doch im Mittelpunkt des Romans steht Jude, der als Anwalt Karriere gemacht hat, der beliebt und charismatisch ist, den jedoch keiner der Freunde wirklich zu kennen scheint, denn Jude erzählt nichts von seiner Kindheit und Jugend, die Freunde wissen nicht, woher er kommt und woher die entsetzlichen Schmerzen in seinen Beinen stammen. Wie die drei Freunde und andere Vertraute Judes (sein Arzt Andy sowie Harold und seine Frau Julia, die den erwachsenen Jude adoptierten) erfährt auch der Leser nach und nach von Judes Vergangenheit, von seinem Leid und seinen Schmerzen. Die Geschichte entblättert sich dabei mit Rückblenden und Spannung erzeugenden Szenewechseln Schicht für Schicht, so dass die fast 1000 Seiten bzw. 2000 Hörminuten fast durchweg fesselnd sind. [Hier geht’s zu meiner ausführlichen Rezension.]

Dieser Post ist Teil des Themas „Geschenkideen“ im Dezember 2017.

2 Gedanken zu „Geschenkideen für Oma Gertrude, die immer nur die besten Romane des Jahres lesen will“

    1. Danke! Bin nun gespannt, was du davon lesen willst und gelesen hast. Und wie du es fandest… Einen schönen Tag für dich und liebe Grüße!

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