Gebrauchsanweisung für das Engadin von Angelika Overath

„Ja, die Touristen störten eigentlich immer. Wenn sie da sind. Und wenn sie nicht da sind, auch.“

Angelika Overath lebt bereits seit neun Jahren mit ihrer Familie im Unterengadin. In ihrer Gebrauchsanweisung für das Engadin erzählt sie von Allegra und Chau, Bergell und Malojapass, Eidgenossenschaften und Tourismus, Krautstiel und Capuns, Singen und Jagd, Bauernhäusern und Sgraffito, St. Moritz und Engländern, Indian Summer und Wiesenblumen, Sonnentagen und Schneegipfeln, Bergbahn und Seen, Habsburgern und Katholizismus, Tredeschin und Schellen-Ursli, Morins und Muskelkater, Peitschen und Premura, Puter und Vallader, Wanderunfällen und Bären.

Ich kenne verschiedene Orte und Regionen in der Schweiz, war aber noch nie im Engadin.

Im Vergleich zu anderen Gebrauchsanweisungen empfand ich diejenige über das Engadin eher etwas mühsam zu lesen und habe mich mit den vielen Details und der Weitschweifigkeit bisweilen etwas schwer getan. Zwar habe ich viele verschiedene Seiten des Engadin kennengelernt und hatte an einigen Kapiteln durchaus Spaß, aber alles in allem musste ich mich oft zum Lesen motivieren, was mir bei anderen Gebrauchsanweisungen eher nicht passiert ist.

Trotz der vielen Details ist mir das Engadin zudem sonderbar fremd geblieben, und ich habe nach der Lektüre nicht das Bedürfnis, dass ich mich sofort selbst auf den Weg machen sollte. Nichtsdestotrotz habe ich spannende Infos zu ausgewählten Themen bekommen, und Kapitel wie „Allegra“, „Muskelkater“, „Todesarten“ oder „Uors“ haben mir sehr gut gefallen.

Die Gebrauchsanweisung für das Engadin ist eine sehr spezielle Gebrauchsanweisung über eine recht spezielle Region der Schweiz.

Angelika Overath: Gebrauchsanweisung für das Engadin. Piper, 2016, 256 Seiten; 15 Euro.

Dieser Post ist Teil meines Schweiz-Monatsthemas im Juni 2022.

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