Der Tod in ihren Händen von Ottessa Moshfegh (Hörbuch)

„[…] wir müssen beharrlich am Leben festhalten, es ehren, und dürfen uns dabei nie von den Toten abwenden.“ (Track 43)

Die 72-jährige Witwe Vesta Guhl zieht nach dem Tod ihres Ehemannes Walter in den kleinen Ort Levent in Maine und lebt hier einsam und zurückgezogen mit ihrem Hund Charlie. Eines Tages findet sie bei einem Spaziergang im Wald einen Zettel, dessen Inhalt sie sehr beunruhigt:

„Ihr Name war Magda. Niemand wird je erfahren, wer sie getötet hat. Hier ist ihre Leiche.“

Eine Leiche befindet sich nicht in der Nähe, doch Vesta kann die Nachricht nicht vergessen, muss immerzu daran denken, wer Magda sein, was ihr geschehen sein könnte.

Vesta versucht, Antworten zu finden, und als sie diese nicht erhält, malt sie sich in allen Farben aus, was dahinter stecken könnte, und verstrickt sich immer mehr in eine (fiktive) Geschichte um Magda.

Der Tod in ihren Händen wird in passender Weise und mit viel Einfühlungsvermögen von Regine Vergeen gelesen, und ihre Lesung hat mir so gut gefallen, dass ich dem Hörbuch Stunden am Stück lauschen konnte.

Die Geschichte selbst hat mich von den ersten Sekunden an in ihren Bann geschlagen, und die Tatsache, dass Ottessa Moshfegh ein geniales Verwirrspiel aus Beziehungsideen und tatsächlichen Zusammenhängen, Realität und Wahn entwirft, hat mich durch den gesamten Roman getragen, und ich fand keine Sekunde langatmig oder weitschweifig.

Durch die Rückblenden in die Zeit der Ehe mit Walter und direkt nach seinem Tod, die mit den Schilderungen des einsamen Lebens in Maine und den Überlegungen bezüglich Magda verwoben sind, ist der Roman sehr abwechslungsreich und hat mich durchweg beeindruckt und begeistert.

Ottessa Moshfegh: Der Tod in ihren Händen. Aus dem Amerikanischen von Anke Caroline Burger. Ungekürzte Lesung mit Regine Vergeen. Hörbuch Hamburg, 2021; 21,95 Euro.

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