Das Herz des Jägers von Deon Meyer

„Er fragte sich, ob es Hoffnung gab. Für Afrika. Für dieses Land.“

Ein ehemals hochrangiger Mitarbeiter des Geheimdienstes, Johnny Kleintjes, befindet sich in der Gewalt von Kidnappern, die sich mit Kleintjes‘ Tochter Monica in Verbindung setzen und von ihr – unter Androhung der Tötung des Vaters – die Auslieferung einer Festplatte verlangen. Sie bittet daraufhin Thobela „Tiny“ Mpayipheli um Hilfe, der ein alter Freund ihres Vaters ist und in Ehrenschuld bei ihm steht.

Thobela, der seine kriminelle Vergangenheit hinter sich gelassen hat und nun mit Miriam und ihrem Sohn ein friedliches und geordnetes Leben führt, macht sich daraufhin auf den Weg nach Lusaka, wo er binnen 72 Stunden die Festplatte übergeben soll, um Johnny Kleintjes zu retten. Doch dann wird der Geheimdienst auf Thobela angesetzt und eine Jagd durch den Süden Afrikas beginnt.

Das Herz des Jägers war mein drittes Buch von Deon Meyer und meiner Meinung nach das bisher beste. Die Protagonisten sind – wie bereits in Der traurige Polizist und Tod vor Morgengrauen – hervorragend charakterisiert, wirken lebendig, überzeugend und realistisch. Thobela ist dabei trotz seiner kriminellen Vergangenheit ein Sympathieträger, mit dem man mitleidet und dessen Geschichte mich sehr bewegt hat.

Insgesamt ist Meyer ein spannender Roman gelungen, der von der ersten bis zur letzten Seite begeistert und fesselt. Dabei ist Das Herz des Jägers nicht nur ein gut konstruierter Thriller, sondern bietet auch interessante Einblicke in die südafrikanische Geschichte während und nach der Apartheid.

Deon Meyer: Das Herz des Jägers. Übersetzt von Ulrich Hoffmann. Aufbau Taschenbuch, 2014, 409 Seiten; 9,99 Euro.

Dieser Post ist Teil des Südafrika-Themas im Juni 2018.

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