Arche der Tiere. Schutz für die Letzten ihrer Art von Joel Sartore

„Lebten wir in einer gewöhnlichen Ära […], wäre es beinahe unmöglich, eine Art schwinden zu sehen. Ein solches Ereignis wäre viel zu selten, als dass man es miterleben könnte. […]
Allerdings leben wir nicht in einer gewöhnlichen Zeit. Wohin wir auch blicken: Überall sterben Arten aus.“

(Seite 7, Vorwort von Elizabeth Kolbert)

Nach einem Vorwort von Elizabeth Kolbert, von der ich Das sechste Sterben mit großer Begeisterung und ebenso großer Verzweiflung gelesen habe, und einer Einführung von Joel Sartore, dessen Bücher Artenreich und Einzigartig mich sehr fasziniert haben, stellt Sartore seine Fotografien von Tieren vor, die vom Aussterben bedroht oder in freier Wildbahn bereits ausgestorben sind.

Da ich bereits zwei Bildbände von Sartore kenne, kann ich sagen, dass seine Fotos einen hohen Wiedererkennungswert haben. Stets nimmt Sartore die Tiere vor schwarzem oder weißem Hintergrund auf, so dass nichts das Auge ablenkt und der Fokus nur auf dem Tier selbst liegt.

Sartores Fotografien sind großformatig, ausdrucksstark und spektakulär. Während ich bei Artenreich oft über die Posen und Motive schmunzeln musste, weil Sartore die Tiere so grandios in Szene setzt, dass sie unglaublich niedlich, einzigartig und/oder skurril aussehen, vergeht einem beim Anschauen der Bilder in Arche der Tiere das Lachen, denn das Buch macht auf jeder Seite deutlich, was wir bereits verloren haben oder was wir demnächst verlieren könnten/werden.

Zwar liegt der Fokus des Buches auf den Bildern, aber Kolbert und Sartore bieten auch Informationen zum Anthropozän und zu den abgebildeten Tieren.

Arche der Tiere ist ein wunderschöner Bildband und ein trauriges Zeugnis dafür, was der Homo sapiens seiner Umgebung antut und warum wir jetzt endlich handeln müssen, um noch die Reißleine ziehen zu können.

Joel Sartore: Arche der Tiere. Schutz für die Letzten ihrer Art. Übersetzung von Ulrike Kretschmer. National Geographic, 2019, 400 Seiten; 49,99 Euro.

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