Tee, Tod und die versiegelte Tür (Ein Fall für Stockingham und Pike 1) von Ross Montgomery

„Abergläubische Menschen verbringen den Tag in Kirchen und bereiten sich auf das bevorstehende Chaos vor. Laut Aussage von Wissenschaftlern besteht nicht die geringste Gefahr. Die Erde taucht heute Abend um 23:30 Uhr Eastern Time in den Schweif des Kometen ein.“ (Seite 13)

18.05.1910: Der Halleysche Komet ist nur noch zwölf Stunden von der Erde entfernt – die Menschen erwarten ihr Ende oder dass der Komet an der Erde vorbeizieht, so wie er das immer schon getan hatte.

Stephen Pike tritt den zehn Meilen langen Weg nach World’s End, der größten Gezeiteninsel des Vereinigten Königreiches, an, kommt schließlich mit nassen Füßen, zu spät und mit zitternden Händen in Tithe Hall an.

Stephen stellt sich bei Mr. Stokes vor, ist wegen einer Anstellung als zweiter Hausdiener aus London angereist. Doch Stokes gibt an, das Haus sei geschlossen, ein Diener werde nicht gebraucht. Stephen kann jedoch einen Brief von Lettice Welt, einer Verwandten des Viscounts, des Herren vom Tithe Hall, vorzeigen, in dem Lettice Welt um die Anstellung von Stephen bittet. Und letztendlich bekommt Stephen die Stelle im Haus.

Der Viscount ist fest davon überzeugt, dass mit dem Halleyschen Kometen das Ende der Welt kommt. Er sorgt vor, möchte das ganze Haus gegen giftige Dämpfe abdichten, ordnet an, dass sich alle in ihren jeweiligen Räumen einsperren.

Am nächsten Morgen wird der Viscount tot in seinem Arbeitszimmer gefunden – mit einem Armbrustbolzen im Auge, seine Arbeitszimmertür noch von innen versiegelt.

Schon der Einstieg ins Buch hat mir gut gefallen, denn hier findet sich nicht nur ein Stammbaum der Familie, sondern auch eine Zeichnung vom Inneren des Hauses, was sehr bei der Orientierung hilft und dem Ganzen viel Authentizität gibt.

Ross Montgomery baut von Anfang an eine ganz besondere Stimmung auf, die mich sofort nach Cornwall versetzt hat.

Ich empfand diesen Kriminalroman als einfach wundervoll: Er ist atmosphärisch, wird lebendig erzählt, lässt einen in eine andere Zeit und an einen anderen Ort eintauchen, ist humorvoll und unterhaltsam. Auch die recht zentrale Rolle des Halleyschen Kometen hat mir sehr gut gefallen.

Ich freue mich nun schon auf den zweiten Band der Reihe.

Ross Montgomery: Tee, Tod und die versiegelte Tür (Ein Fall für Stockingham und Pike 1). Kriminalroman. Aus dem Englischen von Sabine Thiele. Piper, 2026, 400 Seiten; 17 Euro.

Dazu hab ich auch was zu sagen!